Website-Pfad

Anforderungen an Evaluierung

Für ein nachhaltiges und erfolgreiches Engagement ist es von großem Nutzen, die Ergebnisse der Aktivitäten zu bewerten. Dies hilft, Erfolge besser und genauer zu kommunizieren und somit Stakeholderansprüche zu befriedigen. Unternehmensintern kann die Evaluierung der Effekte Entscheidungen über die Fortführung, den Ausbau oder die Veränderung der Aktivitäten vereinfachen.

Evaluierungen müssen in dem Wissen geschehen, dass die quantitative Erfassung der exakten Auswirkungen von CSR-Projekten nur in den seltensten Fällen gelingen kann. Dennoch kann auch schon eine qualitative Erfassung oder die Messung von Teilergebnissen Außenwirkungen erzielen oder Entscheidungsgrundlagen liefern.

Die direkten Ziele des Projektes können vor Projektstart mit Hilfe eines Projektsplans erfasst werden. Geeignete Kennzahlen sind von den Aktivitäten abhängig: Ist das Ziel die Verbesserung der Primärschulbildung, so kann die Zahl der errichteten Schulen, ausgebildeten Lehrer oder der Schüler, die erfolgreich sechs Schuljahre absolvieren, als Meilensteine und Messeinheit dienen.

Die indirekten positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Umfeld sind dagegen nur ansatzweise eindeutig den CSR-Aktivitäten zuzuordnen. Eine verbesserte Schulbildung wird die Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern und damit langfristig sowohl zur Senkung von Armutsraten als auch zur Steigerung der Produktivität führen. Diese Folgen hängen jedoch von zahlreichen Faktoren ab, so dass sie nicht direkt kausal der verbesserten Grundschulbildung zugerechnet werden können.

Die Auswirkungen von CSR-Projekten auf Unternehmen sind vor allem im Bereich Personal sowie Produktion quantifizierbar. Wenn durch den Einsatz von effizienten Technologien der Energieverbrauch um 30 Prozent gesenkt werden kann, dann liegen auch die laufenden Energiekosten um 30 Prozent niedriger. Wenn durch eine verbesserte Gesundheitsvorsorge und Impfungen der Krankenstand der Mitarbeiter sinkt, können Personalkosten eingespart werden.

Reputationsgewinne oder Mitarbeitermotivation lässt sich dagegen nur schwer messen. Ob sich CSR „lohnt“, d.h., ob sich gesellschaftliche Aktivitäten positiv auf den Aktienkurs oder den Unternehmenserfolg auswirken, wurde bisher in einigen Studien untersucht, allerdings nicht unumstritten bewiesen. (Margolis/Walsh 2001, SustainAbility).

London Benchmark Group (LBG)

Ein Ansatz, die Effekte des sozialen Unternehmensengagements (Corporate Citizenship) systematisch zu erfassen und zu bewerten ist das Modell der London Benchmark Group (LBG). Das Modell umfasst drei grundlegende Elemente:

  • Einteilung des freiwilligen gesellschaftlichen Unternehmensengagements entsprechend der Motivation.
  • Nutzung eines einfachen Aufwand-Ergebnis-Modells, um die unmittelbare Wirksamkeit einzelner Engagementprojekte und –programme als Ganzes zu bewerten.
  • Annäherung an die Einschätzung von Folgewirkungen über einen längeren Zeitraum.

Das Konzept zum LBG-Modell wurde 1994 von großen britischen Unternehmen initiiert. Es stellt kein objektives Instrumentarium im eigentlichen Sinne zur Verfügung, sondern dient eher als strukturierter Benchmark-Prozess zwischen den beteiligten Unternehmen. Heute wird das Modell von über 100 Unternehmen in Großbritannien und international angewendet.

Ansprechpartnerin

Anna Peters

Anna Peters

Telefon: +49 (0)5241 8181401

Weiterführende Links