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Anbahnung von Partnerschaften durch die Marktplatz-Methode

Die Suche für eine Zusammenarbeit mit Partnern anderer gesellschaftlicher Bereiche ist eine anspruchsvolle Angelegenheit. Unternehmen können sich angesichts unzähliger lokaler Vereine und Initiativen kaum einen Überblick über gemeinnützige Organisationen verschaffen. Ihre Frage ist: „Wer ist als Projektpartner vertrauenswürdig und geeignet?“ Umgekehrt verfügen gemeinnützige Organisationen oft nur über ein eingeschränktes Wissen über Unternehmensabläufe und die Zielsetzungen privatwirtschaftlicher Akteure. Sie sind zudem häufig auf Spendenzahlungen fixiert.

Die Bertelsmann Stiftung favorisiert in ihrem Programm „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“ seit 2006 eine ursprünglich in den Niederlanden entwickelte Methode. Diese hat zum Ziel, niedrigschwellig und effektiv Partnerschaften zwischen privaten, öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen im lokalen Umfeld anzubahnen. Bei der sogenannten „Marktplatz-Methode“ kommen Vertreter von Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen für ca. zwei Stunden an einem Ort zusammen. Innerhalb dieser Spanne Zeit verhandeln sie mit Vertretern der jeweils anderen Seite über mögliche gemeinsame Projekte. Unternehmen, kommunale Institutionen, Schulen, Wohlfahrts-, Kultur-, Umwelt- und andere gemeinnützige Organisationen kommen so in informeller Weise ins Gespräch, sodass am Ende zahlreiche und vielfältige formelle Engagementvereinbarungen getroffen sind.

In dieser Form haben in der Bundesrepublik seit Herbst 2006 über 50 Marktplätze stattgefunden (Stand: Januar 2009), auf denen insgesamt weit über 2000 Kooperationen vereinbart worden sind.

Der Charme der Marktplatz-Methode besteht darin, dass den Formen und Inhalten der vereinbarten Engagements zwischen Unternehmen und Gemeinnützigen nur eine Grenze gesetzt wird: Alles ist möglich, nur Geld ist tabu. Unternehmen liefern nur mit nicht-monetären Dingen Unterstützung – also mit Sachleistungen (Räumlichkeiten, Fahrzeugen, Werkzeugen etc.), mit Personalzeit (dem unentgeltlichen Einsatz von Mitarbeitern) und mit ihrer Kompetenz (also unentgeltliche fachliche Dienstleistungen).

Die vereinbarte Partnerschaft ist für beide Seiten von großem Nutzen. Die Kooperationserfahrungen nehmen die Unternehmensmitarbeiter in ihren Arbeitsalltag zurück, sie erweitern ihren Horizont und ihre Fähigkeit, mit zwischenmenschlichen Situationen differenzierter umzugehen. Die Gemeinwohlorganisationen wiederum können mit zusätzlichen Ressourcen ihre Ziele besser erreichen und erleben in ihrem Arbeitsumfeld Menschen aus der Wirtschaft, die mit einer anderen Rationalität an Projekte herangehen. Die Akteure bauen in solchen Prozessen im gemeinsamen Tun gegenseitiges Vertrauen auf und entwickeln in den Projekten sozialen Zusammenhalt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gute-geschaefte.org

Ansprechpartner

Dr. Gerd Placke

Dr. Gerd Placke

Telefon: +49 (0)5241 8181233

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