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Formen der Kooperation

Viele CSR-Projekte sind Kooperationsprojekte, da die Einbindung externer Partner den Erfolg und Mehrwert des Projektes steigern kann und die Maßnahmen von den Erfahrungen lokaler Organisationen bzw. Stakeholder profitieren können. Das gilt im Ausland noch häufiger als in Deutschland, da ein Unternehmen auf einem fremden Markt oft auf die Expertise, die Kontakte oder die Infrastruktur von Partnern angewiesen ist.

CSR-Maßnahmen können mit unterschiedlichen Partnern realisiert werden:

a) Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft / Public Private Partnership (PPP)

Kooperationen zwischen Unternehmen und Durchführungsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit verbinden betriebswirtschaftliche Interessen mit entwicklungspolitischen Zielen. Sie helfen Unternehmen dabei, sich in Entwicklungs- und Schwellenländern zu engagieren und tragen gleichzeitig dazu bei, die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen in diesen Ländern langfristig zu verbessern. Projektinhalte sind zum Beispiel die Errichtung von Ausbildungsstätten, die Einführung von umweltschonenden Technologien sowie von Standards für Sicherheit am Arbeitsplatz. In der Ukraine investierte das in der Holzverarbeitung tätige Unternehmen Ukrspon, eine Tochtergesellschaft der Overlack Furnier GmbH & Co. KG, in Kooperation mit der DEG zum Beispiel in eine moderne, mit Holzabfällen befeuerte Kesselanlage. Die Investition wurde mit dem Aufbau eines Schulungs- und Beratungszentrums für betrieblichen Umweltschutz verbunden. Durch die Nutzung von Holzabfällen werden fossile Energiequellen geschont, die Abhängigkeit von russischem Erdgas reduziert und die CO2-Emissionen verringert.

Mehr zum Projekt im GTZ PPPreport Nr. 25, S. 4-5

Mehr zu PPPs auch unter Finanzierung.


b) Geschäftskooperationen

Kooperationen mit Zulieferern oder Kunden werden in der Regel zur Lösung von Problemen entlang der Wertschöpfungskette geschlossen. Eine solche Partnerschaft kann beispielsweise die Vermeidung von Kinderarbeit oder die Einhaltung von Umweltstandards zum Ziel haben. Im Rahmen des PPP-Programms des BMZ begleitete die Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) gemeinsam mit der GTZ Zulieferfirmen des deutschen Einzelhandels in Asien bei der Einführung und Verbesserung eines gemeinsam entwickelten sozialen Basisstandards, des AVE-Sektorenmodells Sozialverantwortung. Das Projekt trug dazu bei, die Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Arbeiterinnen in den Zulieferbetrieben nachhaltig zu verbessern. Aus dem Projekt ging die „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) hervor. Diese Initiative bietet europäischen Handels- und Produktionsunternehmen ein einheitliches europäisches Monitoringsystem für die Einhaltung von Sozialstandards entlang der globalen Lieferkette. 


c) Standortkooperationen

Partnerschaften aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik fördern in der Regel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, den Lebensstandard und die Stabilität von Orten und Regionen. Dazu gehört etwa die Errichtung von lokaler Infrastruktur wie Krankenstationen. So erweitert in Uganda die holländische Blumenfarm Wagagai Ltd. im Rahmen eines PPP-Projektes mit der DEG die medizinischen Kapazitäten des firmeneigenen Gesundheitszentrums, so dass in Zukunft neben den 1.100 eigenen Mitarbeitern auch rund 14.000 Bewohner der angrenzenden Gemeinden medizinisch versorgt werden können. Die neue Klinik soll insbesondere der Vorbeugung von HIV/AIDS  sowie der Betreuung HIV-infizierter Menschen dienen.

Mehr zum Projekt im GTZ PPPreport Nr. 26, S. 4-5


d) Überregionale Kooperationen / Multi-Stakeholder-Prozesse

Überregionale Kooperationen mit Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen oder mehrsektoralen Netzwerken dienen dem Regionen übergreifenden politischen und gesellschaftlichen Engagement. Unter den PPP-Projekten des BMZ finden sich eine Reihe solcher „strategischer Allianzen“. Durch die breite Verankerung stoßen strategische Allianzen auf große Akzeptanz und können so besonders nachhaltig zu einer Verbesserung der Lebens- und Wirtschaftsbedingungen beitragen. Häufig gehen sie aus kleineren, innovativen PPP-Projekten hervor, wie zum Beispiel die Kooperation der GTZ mit dem Deutschen Kaffee-Verband. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein international viel beachteter Verhaltenskodex für den Kaffeesektor: dem Common Code for the Coffee Community (4C).


Mehr zu gutem Partnermanagement hier...

Ansprechpartnerin

Anna Peters

Anna Peters

Telefon: +49 (0)5241 8181401

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