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Fußball und gesellschaftliche Verantwortung

Fußball und ehrenamtliches Engagement

Geht man der Frage nach, welche Sportart weltweit am häufigsten praktiziert wird, ist die Antwort kaum erstaunlich: Mit über 270 Millionen Aktiven ist der Vereinsfußball die größte sportliche Bewegung der Welt. Unter dem Dach des Weltverbands FIFA (Fédération Internationale de Football Association), vereinen sich derzeit 208 Mitglieder  – Tendenz steigend. Es genügt bereits ein oberflächlicher Blick in den engeren Familien- und Bekanntenkreis, um zu erkennen: Fußballbegeisterte gibt es überall. Sie finden sich auf jedem Kontinent, in den unterschiedlichsten Kulturen und allen gesellschaftlichen Schichten.

Fußballvereine spielen auf gesellschaftlicher Ebene eine unverzichtbare Rolle. Allein in Deutschland werden über 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) in regelmäßig stattfindenden Trainings und Wettkämpfen betreut. Die vielfältigen Angebote der Sportvereine fördern die Kinder und Jugendlichen in Bereichen wie Bewegungserfahrung, Selbstwahrnehmung, Koordination, Teamgeist, Respekt, Hilfsbereitschaft bis hin zu integrativen Maßnahmen. Dabei steht ein zentraler Aspekt im Mittelpunkt: das Erleben von Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Dies wird jedoch erst durch die etwa eine Million ehrenamtlicher Helfer möglich, die für die Funktionsfähigkeit des „Systems Fußball“ im deutschen Breitensport sorgen. Dabei soll das Engagement laut DFB (Deutscher Fußball-Bund) keine „Selbstaufopferung“ darstellen, sondern auch für die Ehrenamtlichen einen persönlichen Nutzen bieten. So haben sie zum Beispiel die Möglichkeit, an breit angelegten Qualifizierungsangeboten des DFB teilzunehmen und sich auf diese Weise weiterzubilden.

Gesellschaftliches Engagement im Fußball

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB)
Das umfangreiche gesellschaftliche Engagement des im Jahre 1900 gegründeten Fußballverbands, begründet sich allein schon aus seinem Selbstverständnis. Das aus der Tradition gewachsene soziale Engagement ist in der Satzung verankert und bildet neben der Förderung des Breiten- und Spitzenfußballs eine feste Säule der Verbandsarbeit. Die Initiativen, Projekte und Wettbewerbe werden größtenteils in den beiden DFB-Stiftungen (Sepp Herberger-Stiftung und Egidius Braun-Stiftung) gebündelt. Darüber hinaus gibt es weitere Einzelinitiativen und Beteiligungen wie zum Beispiel an der „Internationalen Woche gegen Rassismus“.

Initiativen des DFB (Auswahl)

 

Die „Welt“ der Profis
Neben dem Breitensport stehen die deutschen Profiklubs, die sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts teilweise zu global agierenden Wirtschaftsunternehmen mittelständischer Größe entwickelt haben. Ein so geführter Verein hat organisatorisch nicht mehr sehr viel mit dem Fußballklub um die Ecke gemein. Das ökonomische Potenzial der Profiklubs führte in den vergangenen Jahren zu professionellen Organisationsformen und -strukturen. Die Kommerzialisierung hat so zu einer umfassenden Professionalisierung der Klubs und des Profifußballs im Allgemeinen geführt. Dabei stehen Aspekte wie Leistungsdruck bis hin zum Burn-out-Syndrom bei Spitzensportlern sowie unzulässige Leistungssteigerung durch Dopingmittel als negative Auswirkungen dieser Entwicklung an erster Stelle. Hier stehen die Vereine in der Pflicht, ihrer Rolle als verantwortlich handelnde Arbeitgeber nachzukommen.

Burn-out-Syndrom und Depressionen im Profi-Sport sind in den letzten Jahren durch das Bekanntwerden von Erkrankungen bei prominenten Spielern wie beispielsweise Sebastian Deisler und Robert Enke aus der Tabuzone ins öffentliche Bewusstsein getreten. Der zunehmend öffentliche Umgang von Betroffenen mit ihrer Krankheit, führt zu einer steigenden Sensibilisierung der Trainer, Fußballmanager und der Öffentlichkeit. Um die Krankheit eingehend zu erforschen und Initiativen zur Aufklärung zu entwickeln, gründeten Hannover 96, der Deutsche Fußballbund (DFB) und der Ligaverband (DFL) im März 2010 die Robert-Enke-Stiftung . Sie wird Maßnahmen und Initiativen fördern, Aufklärungsarbeit betreiben und Behandlungsmethoden erforschen. Darüber hinaus arbeiten viele Klubs inzwischen mit Ärzten und Psychologen zusammen und bieten ihren Spielern Präventivmaßnahmen an.

Ein weiteres wichtiges Engagement-Feld ist der Kampf gegen Doping. Im Frühjahr 2009 verschärften DFB, DFL und die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) die Kontrollen für Profi-Fußballer. Seit April und bis zum Ende der Weltmeisterschaft 2010 führt der Fußball-Weltverband FIFA bei allen 32 WM-Teilnehmern unangekündigte Dopingkontrollen durch.

Durch den hohen Identifikationsgrad der Fußball-Fans mit „ihrem“ Verein und „ihren“ Spielern, gelingt es den Vereinen, auch gesellschaftliche Problemfelder zu adressieren, auf Missstände aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit  zu sensibilisieren. Die Bandbreite der einzelnen Engagements ist dabei sehr groß. Sie reichen von naheliegenden, mit dem Fußball in direktem Zusammenhang stehenden Projekten, bis hin zu finanziellen Zuwendungen an soziale Einrichtungen. Ebenso vielfältig ist die Art und Weise der Umsetzung. So gibt es neben reinen Sponsoring-Aktivitäten ohne direkte Beteiligung von Vereinsmitgliedern, eine starke Tendenz hin zu längerfristigen Engagements in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Aktuelle Vereinsprojekte (Auswahl)

Als Vorreiter in Sachen Kommunikation gesellschaftsrelevanter Vereinsaktivitäten kann zweifelsfrei der Hamburger SV (HSV) genannt werden. Als erster Verein im deutschen Profi-Fußball veröffentlichte der HSV im Sommer 2009 den CSR-Bericht „Grenzenlos gut“ . Neben den unterschiedlichen Aktivitäten in den Themenfeldern Ökologie/Klimaschutz, Integration, Gewalt, politischer Extremismus und ehrenamtliches Engagement, beschreibt der CSR-Bericht auch das CSR-Modell des HSV und dessen strategische Verankerung innerhalb des Vereins.

Ebenfalls neue Wege geht der FSV Mainz 05. Der Verein arbeitet zusammen mit dem Ökostrom-Anbieter Entega (Hauptsponsor) daran, aus Mainz 05 den ersten klimaneutralen Verein der Bundesliga zu machen. Weitreichende Unterstützung erhält er dabei vom Umweltforschungsinstitut Öko-Institut e.V. Ausgehend von einem umfassenden Energie-Check des Stadions, der Geschäftsstelle sowie Befragungen der Stadionbesucher, werden nun Maßnahmen entwickelt, um das Ziel unter dem Motto „Die Klimaverteidiger“ zu erreichen. Zusätzlich wird das Engagement von diversen Kommunikationsmaßnahmen begleitet. So wurde zum Beispiel der Wettbewerb „Mainz 05 sucht die Nachwuchs- Klimaverteidiger“ ausgelobt. Kinder und Jugendliche sollen so auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Persönliche Engagements von Fußball-Profis
Nicht nur die Vereine sind aktiv engagiert und darum bemüht, gesellschaftsrelevante Themen ins öffentliche Bewusstsein zu heben. Auch die Profis selbst nutzen Ihre Bekanntheit und ihren hohen Wiedererkennungswert in der Öffentlichkeit. Die hohe emotionale Bindung der Fans an „ihre“ Kicker können gerade im Bereich des Awareness building positiv genutzt werden.

Engagements von Fußball-Profis (Auswahl)

Blick über den Tellerrand – Fußball international

Das Engagement der internationalen Profiklubs ist ebenfalls sehr breit gestreut und umfasst die gesamte Themenbreite gesellschaftlicher Problemfelder. Wie ernst es manche Fußball-Klubs mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung meinen, kann an folgenden Beispielen sehr gut verdeutlicht werden.

FC Barcelona
Die Trikots der FC Barcelona-Spieler, die traditionell ohne Sponsoren-Aufdruck getragen werden, zeigen seit 2006 das UNICEF-Logo. Das Besondere an der Vereinbarung zwischen UNICEF und dem FC Barcelona dabei ist, dass UNICEF kein Sponsor ist. Während die nationale und internationale Konkurrenz durch Trikot-Sponsoring Einnahmen in Millionenhöhe erzielt, unterstützt der FC Barcelona konkrete UNICEF-Projekte mit 1,5 Millionen Euro jährlich. Diese Form der Kooperation ist bis heute einmalig.

Ajax Amsterdam
Ajax Amsterdams Engagement geht ebenfalls neue Wege. Im Zuge einer gezielten Nachwuchsförderung wurde 1998 Ajax Cape Town gegründet. Das aus dieser Verbindung entstandene „Ajax Cape Town Community Scheme Project“  hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Anhand gezielter Fußball-Kooperationen mit Schulen in und um Kapstadt, gelingt es, mit den Kindern und Jugendlichen über Themen wie zum Beispiel Drogen und AIDS zu diskutieren. Es wurden seit Projektstart diverse Formate entwickelt, die einem Grundschema folgen: durch Spaß am Fußball fürs Leben lernen. Seit der Gründung wurden mehr als 120 Schulen und über 8.000 Kinder erreicht.

Inter Mailand
Seit 1997 betreibt der italienische Fußball-Klub Inter Mailand das „Inter Campus“ . In 21 Ländern werden Projekte zu den jeweils vor Ort drängenden Problemen durchgeführt. So zum Beispiel in Bosnien-Herzegowina: Ethnische Integration und psychologische Unterstützung von Kindern mit Kriegstraumata sind hier die Haupthandlungsfelder. In Libanon wiederum liegt der Schwerpunkt der Arbeit in der Zusammenführung und Integration von Kindern aus den vielzähligen religiösen Gemeinschaften. So individuell die Projekte von „Inter Campus“ auch sind, sie verbindet immer wieder dasselbe Thema: Fußball.

Manchester United
Seit Mitte 2006 bündelt Manchester United umfangreiche Projekte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene in einem eigens aufgelegten „charity programme“ innerhalb der Manchester United Foundation. Zusammen mit ausgewählten Partnern werden Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Armutsbekämpfung und Gesundheit (HIV/AIDS, Mukoviszidose, Krebs)  umgesetzt.

Real Madrid
Neben den vielen sozialen Engagements der Spitzenklubs, gibt es auch im Umweltbereich innovative Beispiele. So wurde beim Bau des Trainingscenters des spanischen Erstligisten Real Madrid , „La Cuidad Deportiva“ besonders auf die Verwendung ökologischer Technologien geachtet. Sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Beheizung der Räume wird durch Sonnenkollektoren unterstützt und somit eine Energieeinsparung von 60 Prozent erreicht. Zusätzlich werden die im Betrieb entstehenden Abwässer in Reservoirs gesammelt und mit Hilfe eines eigenen Reinigungssystems wiederaufbereitet, so dass sie zur Bewässerung der Trainingsfelder benutzt werden können.

Die internationalen Dachverbände UEFA und FIFA

Der Dachverband des europäischen Fußballs UEFA (Union des Associations Européennes de Football) wurde 1954 mit dem Ziel gegründet, die Position der europäischen Fußballnationen innerhalb der FIFA zu stärken. Neben der Interessenvertretung gegenüber der FIFA, fördert und kontrolliert sie den europäischen Fußball, organisiert eigene Wettbewerbe und ist auf europäischer Ebene die administrative Einheit in den Bereichen Rechtspflege, Medien und Rechnungswesen .

Bereits im Jahre 1904 wurde die FIFA (Fédération Internationale de Football Association) mit Sitz in Zürich gegründet. Neben den organisatorischen Aufgaben und der Weiterentwicklung des Fußballs, sieht sich die FIFA – ebenso wie die UEFA – in der natürlichen Pflicht, sich gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und sich für eine Beseitigung von Missständen einzusetzen.

Das Engagement der beiden internationalen Fußball-Verbände reicht von fußballnahen Themen wie Gewalt in Stadien/Hooligans, Rassismus, Homophobie und interkulturelle Verständigung über öffentlichkeitswirksame Kampagnen bis hin zur finanziellen Förderung von Einzelinitiativen.

UEFA- und FIFA-Projekte (Auswahl)

Weltmeisterschaft 2010

Das Sportsponsoring verzeichnet seit Jahren die stärksten Zuwächse  im Bereich der Sponsoring-Aktivitäten von Unternehmen. Angestrebt wird in erster Linie, dass sich durch den positiven Verbund zwischen Sponsoring-Träger und Unternehmen der Markenwert des Unternehmens erhöht (Imagetransfer). Aber auch die Profilbildung bei der Zielgruppe kann durchaus ein Grund für ein Unternehmensengagement sein. Mit Sport wird unter anderem Beweglichkeit, Flexibilität, Fairness, Teamgeist und Aufgeschlossenheit assoziiert. Übertragen sich diese Eigenschaften auf die Marke des Sponsors, erhält sie „Persönlichkeit“ und das Unternehmen profitiert langfristig durch einen deutlich erhöhten Markenwert. Vor allem im Premiumsektor können auf diese Weise neue Absatzmärkte erschlossen werden.

Unternehmensbeispiele
Neben dem reinen Sportsponsoring, also der finanziellen Unterstützung von Sportlern, Vereinen und Wettbewerben, werden von Unternehmen zunehmend „Mega-Events“ wie zum Beispiel Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele zum Anlass genommen, um ihr gesellschaftliches Engagement zu kommunizieren.

Die südafrikanische Niederlassung des Reifenherstellers Continental hat im September 2009 ein Ausbildungsprogramm für bislang arbeitslose Frauen und Männer aus der Region Soweto aufgelegt. Ziel ist es, dass sich die jungen Menschen durch das Qualifizierungsprogramm eine berufliche Perspektive als Tourismus-Guides und Büro-Assistenten erarbeiten. Zu ihren Aufgaben neben der Gästebetreuung während der Weltmeisterschaft gehört auch das Unterstützen des Continental-Teams im gesamten Back-Office-Bereich. Eine Übernahme nach der Weltmeisterschaft wird von allen Beteiligten angestrebt.

Als Partner der Initiative „Netzwerk Straßenfußball“ engagiert sich die SONY Deutschland GmbH. Ziel des im Rahmen der Weltmeisterschaft in Südafrika initiierten Projekts ist es, Jugendlichen den Umgang mit Foto- und Filmkameras näher zu bringen sowie Grundkenntnisse über Fotografie und Fotojournalismus zu vermitteln. Die technische Ausstattung wie Digitalkameras, professionelles Filmequipment, Laptops sowie Lernmaterialien, wird von SONY zur Verfügung gestellt. Die Jugendlichen erhalten so die Möglichkeit „ihre persönliche Geschichte mit Hilfe von Bildern einer Weltöffentlichkeit zu erzählen“, so die Initiatoren .

Auf gesellschaftlicher Ebene engagiert sich auch Volkswagen Südafrika, um die Lebenssituation von Jungen und Mädchen zu verbessern. Gemeinsam mit terre des hommes hat der Konzernbetriebsrat das Sonderprogramm „A chance to play“ ins Leben gerufen. Von 2008 bis zu Beginn der Weltmeisterschaft im Juni 2010 wurden neben dem Aufbau von Spiel- und Sportstätten auch Ausbildungsprogramme (berufspraktische Kompetenzen, Schutz vor HIV/AIDS, gesunder Lebensstil, Umgang mit Gewalt, Rechte von Mädchen und Frauen) aufgelegt und durchgeführt.

Greening the World Cup – Die Organisatoren ziehen die grüne Karte

Das Land Südafrika hatte sich 2010 vorgenommen, die erste „grüne WM“ zu organisieren. Dazu wurden vielfältige, innovative Ideen umgesetzt. Es wurden Informationsveranstaltungen, Workshops und Projekte durchgeführt und so die kommunale Entwicklung der WM-Städte nachhaltig gefördert.

Dazu gehört auch die Weiterentwicklung des Konzepts „Green Goal“, das vom Öko-Institut e.V. für die WM 2006 ausgearbeitet wurde. Die darin enthaltenen Umweltziele wurden weiterentwickelt und zusätzliche Kriterien und Maßnahmen mit aufgenommen. Das so entstandene „Green Goal 2010“-Konzept  wurde in alle Planungen, Entscheidungen und Umsetzungsmaßnahmen des Lokalen Organisationskomitees mit einbezogen. Folgende Themenfelder standen dabei im Vordergrund:

• Wasserverbrauch
• Energieverbrauch und CO2 -Fußabdruck
• Abfallmanagement und Recycling
• Mobilität und Transport
• Umweltverschmutzung (Wasser, Luft, Land)
• Stadtentwicklung
• Tourismus
• begleitende Kommunikationsmaßnahmen, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren

Durch die bewusste Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien, zum Beispiel beim Stadionbau, versprachen sich die Initiatoren, neue Standards in der Organisation von Mega-Events setzen zu können. Das Programm „Green Goal 2010“  unterliegt einem begleitenden Monitoring.

Unternehmensbeispiele
Dass das Miteinbeziehen umweltrelevanter Fragestellungen an vielen Stellen zu Innovation und verbesserten Produkten führt, zeigt die Praxis: Nike war einer der lizenzierten Trikotausrüster (Brasilien, Niederlande, Portugal, USA, Südkorea, Australien, Neuseeland, Serbien und Slowenien) der Weltmeisterschaft 2010. Die von Nike ausgestatteten Mannschaften erhielten Trikots aus recyclten Materialien (hergestellt aus knapp 13 Millionen Plastikflaschen). Das Verwenden des so gewonnenen Polyesters führt zu deutlich geringeren Rohstoffkosten und weiteren Kosteneinsparungen durch einen deutlich reduzierten Energieverbrauch (ca. 30 Prozent) in der Verarbeitung.

Auch deutsche Unternehmen haben sich mit innovativen Ideen und Technologien an der Umsetzung beteiligt. So zum Beispiel die Oldenburger Firma „Blue Terra“. Das Unternehmen baut Werbewindkraft- und Solar-Beleuchtungsanlagen. Für die WM 2010 stellte das Unternehmenbereit, die die WM Fahnen zum Wehen brachten. Die Anlagen Windkraftanlagen produzierten dabei so viel Energie, dass damit die Straßenbeleuchtung an Kapstadts Promenade betrieben werden konnte.

Auch die ZF Friedrichshafen AG konnte die verantwortlichen Organisatoren mit ihren innovativen Antriebstechniken überzeugen. Über 700 Busse verschiedener Hersteller wurden mit umweltschonenden Getrieben ausgestattet, die ein ökonomisches und schonendes Betreiben der Stadt- und Reisebusse gewährleisteten. Laut DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) belief sich das Gesamtauftragsvolumen deutscher Unternehmen für die WM in Südafrika auf einen Wert von insgesamt 1,5 Mrd. Euro .

Ein wichtiger Baustein im Rahmen einer nachhaltig wirkenden Weltmeisterschaft ist für die FIFA die Kampagne „20 Zentren für 2010" . Ziel dieser Initiative ist es, 20 Gesundheits-, Bildungs- und Fußballzentren zu errichten, die sich an den Grundlagen der „Football for hope“- Bewegung orientieren. Dabei wird jedes Zentrum individuell auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort angepasst. Themen wie zum Beispiel Anti-Diskriminierung, Integration, Gesundheitsförderung, Umweltschutz und Bildung werden – immer verknüpft mit dem Thema Fußball – den Kindern und Jugendlichen näher gebracht. Seit Ende 2009 unterstützt der Solarstromtechnologie-Anbieter SolarWorld AG diese Initiative durch das kostenlose Bereitstellen von Sun-TV-Stationen. Die durch dieses System gespeicherte Sonnenenergie reicht aus, um ein Fernsehgerät, 12 Laptops und die Beleuchtung des Schulungsraumes zu betreiben.