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adidas AG - Bildungs- und Infrastrukturprogramm in Pakistan
Background to the casestudy
Problemdarstellung / Situation
Seit 70 Jahren ist Pakistan einer der wichtigsten Lieferanten für handgenähte Fußbälle. Die Stadt Sialkot in der Punjab-Region ist das Hauptproduktionszentrum. Mitte der 90er Jahre wurden Fälle von Kinderarbeit bekannt, die zu einer branchenweiten Initiative, unterstützt durch die Internationale Arbeitsorganisation (IAO), die FIFA und UNICEF, führten. In der Folge wurde 1997 ein unabhängiges und mittlerweile selbstverwaltetes Gremium zur Überwachung des Verbotes von Kinderarbeit ins Leben gerufen. Um jedoch eine dauerhafte Veränderung herbeizuführen, galt es, die zugrunde liegenden Probleme Armut, Arbeitslosigkeit und fehlende schulische Ausbildung durch eine Kombination aus Bildungs- und Sozialentwicklungsprogrammen zu bekämpfen.
Bezug zum Kerngeschäft
Der adidas Konzern bezieht handgenähte Fußbälle von zwei Hauptzulieferern in Pakistan, welche die Ballkomponenten herstellen sowie die fertigen Bälle kontrollieren, verpacken und versenden. Das Zusammennähen der Ballteile (Panels) erfolgt in speziellen Nähzentren in der ländlichen Umgebung von Sialkot.
Diese Region wurde immer wieder mit dem Thema Kinderarbeit in Verbindung gebracht. Um dem entgegenzuwirken, hat der adidas Konzern bei der Einrichtung einer unabhängigen Überwachungsorganisation zur Eliminierung von Kinderarbeit bei der Herstellung von Fußbällen mitgewirkt. Außerdem galt es, Bildungsstandards sowie den Zugang zur Schulbildung für die Kinder in der Region zu verbessern, was der lokalen Nicht-Regierungsorganisation Sudhaar durch ihr Programm zur Verbesserung von Bildungseinrichtungen und schulischer Infrastruktur gelungen ist. Das Programm wurde im Jahr 2000 von der Nicht-Regierungsorganisation Save the Children initiiert, von der FIFA gesponsert und seit 2002 vollständig von dem adidas Konzern finanziert.
Intension of corporate citizenship
Beschreibung der Aktivität
Das Ziel von Sudhaar ist es, in der Gesellschaft ein Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung und die negativen Folgen von Kinderarbeit zu schaffen. Die Organisation sensibilisiert zum Thema Kinderrechte und motiviert Eltern dazu, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dabei wird insbesondere auf die Notwendigkeit und das Recht auf eine gute Schulbildung hingewiesen. Zudem werden Modellschulen entwickelt und eingerichtet, die Ausbildung von Lehrern ermöglicht sowie Bildungs- und Lehrpläne in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung entworfen. Die Lehrerausbildung konzentriert sich speziell auf eine effiziente Unterrichtsgestaltung, eine kinderfreundliche Weitergabe von Lehrinhalten, Bewertung von Schulleistungen, die Einbindung der Kinder in entsprechende Freizeitaktivitäten sowie die Vermittlung von Verwaltungs- und Führungsqualitäten.
Das Programm legt besonderen Wert auf Kompetenzbildung, indem es die von den kommunalen Behörden angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten stärkt und die Beteiligung der Eltern und der ländlichen Gemeinden fördert.
Zielgruppe
In erster Linie konzentriert sich das Programm auf die Kinder und Familien der Punjab-Region in Pakistan. Um jedoch nachhaltig erfolgreich zu sein, werden auch die Regierungsbehörden in das Programm integriert und gehören somit zur Zielgruppe des Engagements.
Implementation
Strategie
Der adidas Konzern ist verantwortlich für seine betrieblichen Aktivitäten und verpflichtet sich als führendes Unternehmen der Sportartikelbranche zu sozial verantwortlichen, sicheren und umweltfreundlichen Praktiken innerhalb des Konzerns und in seiner Beschaffungskette. Dabei ist es stets das Ziel, die Grundursachen für Probleme zu erkennen und nachhaltig Verbesserungen zu erreichen.
Ein erfolgreiches Beispiel hierfür ist Sialkot, das pakistanische Zentrum der Fußballherstellung, das immer wieder mit dem Thema Kinderarbeit in Verbindung gebracht wurde. Der adidas Konzern hat sich seinerzeit an der Einrichtung einer unabhängigen Überwachungsorganisation zur Eliminierung von Kinderarbeit beteiligt. Da die alleinige Überwachung der Produktionsstätten jedoch nicht ausreichend ist, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, konzentrieren sich die Bemühungen darauf, zusammen mit der lokalen Nicht-Regierungsorganisation Sudhaar die zugrunde liegenden Probleme von Kinderarbeit - Armut, Arbeitslosigkeit und fehlende schulische Ausbildung - durch eine Kombination aus Bildungs- und Sozialentwicklungsprogrammen zu bekämpfen. Durch die systematische Einbindung lokaler Akteure soll die dauerhafte Beseitigung von Kinderarbeit erreicht werden.
Ressourcen
Der adidas Konzern stellt umfassende finanzielle und personelle Ressourcen zur Umsetzung des Projekts zur Verfügung. Im Rahmen des Programms besuchen Mitarbeiter der Sozial- und Umweltabteilung in regelmäßigen Abständen die Schulen, bewerten die Fortschritte sowie die Effienz des Projekts.
Partner
Das Programm basiert auf einer Initiative der Organisation Save the Children und wird nun von der lokalen Nicht-Regierungsorganisation Sudhaar geleitet. Seit 2002 ist der adidas Konzern alleiniger Förderer des Bildungs- und Infrastrukturprojekts. Im Rahmen des Projekts arbeitet Sudhaar eng mit kommunalen Behörden, Schulen und den Gemeinden der Punjab-Region in Pakistan zusammen.
Herausforderungen
Als spezielle Herausforderung erwies sich die kulturell verankerte Auffassung, dass Kinderarbeit legitim sei. In ärmlichen bzw. unterentwickelten Regionen tragen Kinder durch ihre Arbeit zum Lebensunterhalt der Familien bei und sichern somit in vielen Fällen das Überleben. Bei der Umsetzung des Projekts galt es demnach nicht nur darauf zu achten, dass Kinder nicht arbeiten, sondern auch die Grundursachen für Kinderarbeit - Armut, Arbeitslosigkeit und fehlende schulische Ausbildung - zu bekämpfen. Dazu mussten alle Beteiligten, einschließlich der lokalen Regierungsbehörden, zum Thema Kinderrechte sensibilisiert und aufgeklärt werden. Traditionelle Verhaltensweisen wurden in Frage gestellt und stießen mitunter auf Skepsis und Unverständnis sowohl bei den unmittelbar betroffenen Eltern als auch auf Seiten der Behörden.
Achievement
Von dem Projekt haben bisher mehr als 80.000 Schüler in 125 Schulen profitiert. Neben der schulischen Förderung wurde den Kindern auch die Möglichkeit gegeben, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Unterstützt wurde dies durch eine entsprechende Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte sowie durch eine gezielte Zusammenarbeit lokaler Bildungseinrichtungen mit den Behörden.
Lessons learned
Damit ein Projekt nachhaltig wirksam ist und eine dauerhafte Verbesserung der Lebenssituation mit sich bringt, müssen die Grundursachen für das vorliegende Problem untersucht werden. Dazu ist es wichtig, mit lokalen Akteuren zusammenzuarbeiten, um die soziokulturellen und wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort richtig einschätzen und das Projekt entsprechend darauf ausrichten zu können.
adidas AG
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