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CompWare Medical GmbH - Flächendeckende hochwertige Methadonetherapie als Mittel der AIDS/HIV-Prävention und Versorgung

Background to the casestudy

Problemdarstellung/Situation

Die Anzahl der Personen, die an HIV und Tuberkulose erkrankt sind, ist hoch und nimmt zu. Es gibt kaum oder nur unzureichende Substitutionstherapien mit Methadon für die Risikogruppe der Drogennutzer.

Bezug zum Kerngeschäft

CompWare Medical ist spezialisiert auf den Bereich der Drogensubstitution und verfügt über langjährige Erfahrung. Von technischen Lösungen wie EDV-gestützte Dokumentations- und Dosiersysteme für Methadon bis hin zu Beratung und Projektabwicklung bietet das Unternehmen Lösungen für den gesamten Bereich.

Das Unternehmen ist international tätig. Zu den Kunden zählen Drogenambulanzen, Krankenhäuser, Justizvollzugsanstalten, Behörden wie das BfArM / Bundesopiumstelle (Bundesministerium für Gesundheit), Krankenkassen und Pharmaunternehmen.

Allein in Deutschland werden täglich rund 17.000 Drogenpatienten über 160 Einrichtungen über das Dokumentations- und Dosiersystem versorgt. Neben Sicherheit der Betäubungsmittel und medizinischer Qualität ergibt sich bei den Medikamentenkosten ein Einsparpotential von bis zu 45%.

Für die Bundesopiumstelle wurden elektronische Lösungen entwickelt wie „automatisierte Meldung an das zentrale Melderegister“ oder „Betäubungsmittelrezept-Server“. Pharmaunternehmen nutzen das Know-how des Hauses für die Entwicklung von Lösungen für Therapiemanagementsystemen für Begleiterkrankungen wie z.B. Hepatitis C oder auch Dokumentationslösungen für spezielle Tabletten.

Intension of corporate citizenship

Beschreibung Aktivität

Das Unternehmen bietet für 3 Jahre die Nutzung der Dokumentations- und Dosiersysteme in Indien und Nepal an. Hierfür wurden in Absprache mit den Ländern ausgesuchte Einrichtungen ausgewählt. Hierzu gehört auch ein Gefängnis. Intensive Gespräche wurden mit den entsprechenden Ministerien sowie den nationalen AIDS-Kommissionen geführt. In beiden Ländern soll insbesondere flüssiges Methadon eingesetzt werden.

Zielgruppe

Das Engagement dient der Versorgung einer möglichst großen Anzahl von Drogenpatienten in Ambulanzen und Justizvollzugsanstalten. Gleichzeitig werden die Ambulanzen als „One Point of Treatment“ angesehen. Das bedeutet, daß zusätzlich auch die Begleiterkrankungen wie HIV und TB mitbehandelt werden. Da die Gesundheitssysteme in Asien weitgehend staatlich organisiert sind, muß mit den jeweiligen Ministerien verhandelt werden. Gleichzeitig sind die internationalen Hilfsorganisationen wie GTZ, UNODC, WHO etc. wichtige Gesprächspartner.

Implementation

Strategie

Basierend auf den seit langem existierenden Kontakten der GTZ zu Behörden, Ministerien und Hilfeorganisationen wird das Projekt vorgestellt.

Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit allen Beteiligten unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten des Landes und der Region. Das Projekt befaßt sich ebenfalls mit der Sicherheit der Betäubungsmittel, der sicheren Identifizierung der Patienten sowie der Reduktion von Kosten. Von großer Bedeutung war die gemeinsame Zieldefinition.
Das gemeinsam erarbeitete Ziel ist die Versorgung großer Patientenzahlen mit Methadon sowie den Begleiterkrankungen. Im Rahmen des Projekts gibt es eine klare Aufgabenteilung:

Die GTZ übernimmt Capacity-Building und medizinische Ausbildung, CompWare Medical stellt das Methadon Dokumentations- und Dosiersystem zur Verfügung. Sichergestellt wird natürlich auch Service und Betreuung der Systeme vor Ort. Zum einen durch das Training lokaler Servicekräfte, zum anderen durch Ersatzversorgung und 2. Level Hotline an 24 Std. täglich. Im Rahmen des All-In-Mietkonzept ist somit die permanente Betriebsbereitschaft sichergestellt. Beinhaltet sind alle relevanten Bereiche von der Betreuung, der Ersatzteilversorgung, der Hotline bis hin zum regelmäßigen Austausch der Dosierautomaten alle drei Jahre. Dies gewährleitestet einen gesicherten Betrieb des Medizinprodukts sowie eine Technik und Software state of the art.

Ressourcen

An finanziellen Ressourcen stellt CompWare Medical € 400.000 in über drei Jahre zur Verfügung. Das Haus stellt Knowhow in den Bereichen Organsiation und Durchführung der Methadontherapie in großen Ambulanzen (3 – 500 Patienten täglich) zur Verfügung. Des weiteren beinhaltet das Engagement die Bereitstellung der Dokumentations- und Dosiersysteme zur Vergabe von Methadon sowie Therapiemanagement für HIV und Tuberkulose.

Partner

In Indien bzw. in Asien findet seit 3 Jahren eine Kooperation mit einem indischen Softwarehaus statt. Seit 2007 besteht eine Kooperation mit der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit). Enge Kontakte bestehen zu UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) und zur WHO (World Health Organization).

Darüber hinaus bereiten wir eine Zusammenarbeit mit einem indischen Pharmaunternehmen vor, das für die Lieferung von Methadon verantwortlich ist.

Herausforderungen

Die Stigmatisierung Drogenkranker führte in der Vergangenheit zu einer mangelnder Bereitschaft diese Patientengruppe zu versorgen. Die Versorgung muß direkt die Suchterkrankung betreffen. Das bedeutet eine Therapie insbesondere mit Methadon. Zusätzlich ist die Versorgung der Begleiterkrankungen HIV und TB notwendig. Will man den ohnehin stark verbreiteten Erkrankungen in diesem Bereich Herr werden, so muß die Risikogruppe der Drogensüchtigen unbedingt versorgt werden. Ohne die tägliche Vergabe von Methadon haben die Drogenkranken das vereinzelt und völlig unzureichend vorhandene Angebot der Therapie von HIV oder TB kaum genutzt.

Achievement

Innerhalb kurzer Zeit konnten enge Kontakte zu den internationalen Hilfeorganisationen aufgebaut werden. Zu den staatlichen Stellen sowie zu Nicht-Regierungs-Organisationen besteht mittlerweile guter Kontakt. Das erarbeitete Konzept des „One Point of Treatment“ scheint sich als sinnvoll zu erweisen. Wir gehen davon aus, daß bereits nach einem Jahr Engagement die ersten Systeme installiert werden können.

Mittlerweile sind auch andere asiatische Länder an uns bzw. die GTZ herangetreten und haben starkes Interesse bekundet.

Lessons learned

Kulturelle und landesspezifische Basics sind ein Muß. Die Landessprache ist nicht notwendig, wenn Englisch als Verkehrssprache funktioniert.

Die Zusammenarbeit mit indischen Unternehmen funktioniert insbesondere dann gut, wenn das jeweilige Unternehmen bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen aufweist. Der Begriff der Qualität kann durchaus sehr unterschiedlich ausgelegt werden. Bürokratie bietet Indien in sehr umfangreichem Maße.

CompWare Medical GmbH

Company business type: Knowhow und Medizintechnologie im Bereich der Drogenmedizin und der Begleiterkrankungen
Volume of trade: 2,2 Mio. EUR
Employees: 22
Countries: India, Nepal
Duration of CSR activity: 2007 to ongoing

Contact person

Gerd Meyer-Philippi

Telephone: +49 (0) 6258 9492 -0

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