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Daimler AG - Automotive Academy Network

Background to the casestudy

Problemdarstellung/Situation

Im Jahr 1999 initiierte Daimler ein Projekt zum Aufbau eines globalen Akademienetzwerks von Kfz-Ausbildungsstätten in Ländern mit unzureichenden Ausbildungsstrukturen. In Afghanistan erreichten Anfang des Jahres 2002 zwar internationale Hilfsgüter die wichtigsten Städte, eine Verteilung konnte jedoch nur mit Fahrzeugen erfolgen, die vorher einer Reparatur bedurften. Das war der Hauptgrund, ein Ausbildungszentrum in Kabul zu etablieren. In Beit Sahour/Palästina, sollte durch die Schaffung einer solchen Einrichtung ein Zeichen der Hoffnung für kriegstraumatisierte Jugendliche gesetzt werden, denen diese Ausbildung als zukünftige Lebensgrundlage dient. Während der Apartheid in Südafrika wurden mehrere Millionen Menschen aus den Städten in den Nordosten SA deportiert und somit jeden normalen Lebens beraubt. Eine Ausbildung als Kfz- Mechaniker eröffnet den jungen Menschen die Möglichkeit, sowohl in der Region als auch außerhalb einen auskömmlichen Lebensunterhalt zu verdienen. Übergreifendes Ziel dieser Projekte ist dabei immer, durch eine fundierte Ausbildung junger Menschen einen entscheidenden Beitrag zu ihrer persönlichen Entwicklung und zum Aufbau nachhaltiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen zu leisten. Darüber hinaus fördert das Global Automotive Academy Network die Mobilität in den jeweiligen Ländern, die für viele Menschen ein essentielles Gut zur Bestreitung ihres täglichen Lebens darstellt. Mobilität ist personale Freiheit.

Bezug zum Kerngeschäft

Der Schwerpunkte der Ausbildung im globalen Verbund der Lehrwerkstätten liegt auf Automobiltechnik. Als Erfinder des Automobils verfügt Daimler in diesem Bereich über eine einmalige Historie und Expertise. In Deutschland ist der Daimler-Konzern gleichzeitig einer der größten Ausbildungsbetriebe: er qualifiziert derzeit in seinen zahlreichen Werken sowie Niederlassungen mehr als 8.000 junge Menschen. Das sind fast 40 Prozent der Ausbildungsplätze aller Automobilhersteller. Gepaart mit der langjährigen Erfahrung im Bereich der beruflichen Bildung und dem Ziel weltweit die Produkte als Garanten für Mobilität zu positionieren, ist das Automotive Academy Network unmittelbar mit der langen Tradition von Daimler verbunden.
Die Lehrwerkstätten tragen gleich mehreren Unternehmenszielen Rechnung: Durch die Ausbildung zu Mechanikern leistet das Unternehmen einen Beitrag zur beruflichen und gesellschaftlichen Entwicklung von jungen Erwachsenen. Die Verfügbarkeit von qualifizierten Mechanikern unterstützt wiederum die erhöhte Nachfrage nach Mobilität und automobilen Serviceleistungen in vielen Ländern und bietet den Absolventen eine berufliche Perspektive. Demnach bringt Daimler über das Automotive Academy Network geschäftliche Interessen und gesellschaftliche Verantwortung erfolgreich in Einklang.

Intension of corporate citizenship

Beschreibung der Aktivität

Das erste Ausbildungszentrum dieser Art konnte bereits 1999 seinen Betrieb in der Mongolei aufnehmen. Es folgten weitere in Afghanistan, Russland, Palästina, Irak, Kuwait und Südafrika. Einrichtungen in Saudi-Arabien und im Sudan sind derzeit in Planung. Um den beabsichtigten Erfolg zu sichern, erfolgte zunächst der intensive Dialog mit lokalen und deutschen Behörden und Organisationen. Zum Aufbau und dem anfänglichen Unterhalt der Einrichtungen übernahm Daimler die direkten Projektkosten. Zusätzlich stellte Daimler erforderliche Werkzeuge und Werkstatteinrichtungen vor Ort bereit. Experten des Mercedes-Benz Teile- und Servicegeschäfts sowie Mitarbeiter des konzerneigenen Ausbildungswesens steuerten die Entwicklung der Lehrpläne. Unterstützung erfuhr das Projekt u. a. auch durch Mitarbeiter einzelner Daimler-Regionalbüros. Gesteuert und bis heute betreut wird das Projekt von den Mitarbeitern des Bereichs "Politik und Außenbeziehungen" der Daimler-Konzernzentrale in Stuttgart.

In den jeweiligen Ausbildungszentren werden in sechs- bis neunmonatigen Lehrgängen junge Auszubildende theoretisch und praktisch in den Fachgebieten Automechanik und Autoelektronik unter anderem an Mercedes-Benz Fahrzeugen unterrichtet. Zur Sicherung des Familieneinkommens erhalten die Teilnehmer eine Ausbildungsvergütung, die dem marktüblichen Facharbeiterlohn entspricht. Ziel der Qualifizierung ist die berufliche Grundbildung und folglich die Vermittlung junger Menschen an Arbeitgeber.

Das Ausbildungszentrum stellt einen wichtigen Baustein der internationalen humanitären Hilfe von Daimler dar, der der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie der dauerhaften Stabilität der jeweiligen Länder dient. Mit dem Projekt kommt Daimler seiner gesellschaftlichen Verantwortung als "good corporate citizen" nach. Gleichzeitig trägt die Ausbildung zur Mobilität der Bevölkerung bei, erhöht die weltweite Präsenz der Marke Mercedes-Benz und unterstreicht das Selbstverständnis von Daimler als weltweit präsentes, aktives und sozial engagiertes Unternehmen.

Zielgruppe

Primäre Zielgruppe für die Ausbildung sind junge Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren. Die erlangte Berufsfähigkeit dieser Menschen verbindet Fachkompetenz mit Bereitschaft und Fähigkeit des Einzelnen, sich in beruflichen und gesellschaftlichen Situationen sachgerecht und verantwortlich zu verhalten. Durch ihren neuen Beruf tragen sie zum Lebensunterhalt ihrer Familien bei und stützen langfristig die Entwicklung der Gesellschaft. So unterstützen sie den wirtschaftlichen Aufbau des Landes und den notwendigen Bedarf an Mobilität.

Implementation

Strategie

Alle Lehrwerkstätten sind als langfristige und nachhaltige Einrichtungen angelegt. Daimler stellt zu Beginn des jeweiligen Projektes eine Anschubfinanzierung sicher, deckt die logistischen, materiellen und personellen Bedarfe und sichert darüber hinaus eine fachliche und didaktische Begleitung. Nach einer start-up Phase von drei bis fünf Jahren tragen sich die Werkstätten wirtschaftlich selbst. Grundlage dafür bilden Reparatur- und Wartungsaufträge lokaler Kunden sowie von Dritten finanzierte Ausbildungslehrgänge.

Parallel zur Qualifizierung der Rekruten werden einheimische Trainer praktisch und fachdidaktisch ausgebildet. Dazu erhalten die jeweils besten Absolventen der Ausbildungsgänge die Möglichkeit zur Weiterschulung nach dem „Train-the-Trainer“-Prinzip, um im Anschluss als lokale Ausbilder in ihrer Muttersprache einen dauerhaften Wissenstransfer an nachfolgende Lehrgänge zu garantieren.

Zudem führen die Lehrwerkstätten Kurse und Schulungen durch, die über die reine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker hinausgehen. In Süd-Afrika z.B. steht Aufklärung über HIV/AIDS regelmäßig auf dem Lehrplan. Andere Werkstätten unterrichten ihre Teilnehmer im Bereich des Straßen- und Verkehrssicherheit.

Partner

Im Rahmen der als Public-Private-Partnership organisierten Projekte ist die Arbeitsgemeinschaft Entwicklung und Fachkräfte (AGEF) als Partner von Daimler beteiligt. Letztere führt die Ausbildung durch und leitet die Lehrwerkstätten vor Ort. Alle theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalte wurden in enger Abstimmung mit Daimler entwickelt. Für den weiteren Ausbau des globalen Verbundes von Lehrwerkstätten hat sich darüber hinaus inzwischen eine feste Kooperationspartnerschaft etabliert.

Herausforderungen

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Achievement

Seit Beginn des Projektes im Jahr 1999 konnten weit über 500 junge Menschen erfolgreich ihre Grundausbildung zu Kfz-Mechanikern absolvieren und sich auf zukünftige berufliche Tätigkeiten vorbereiten. Alle Absolventen der Lehrgänge fanden im Anschluss eine Anstellung in festen Arbeitsverhältnissen. Die beruflichen Werdegänge gestalten sich dabei sehr unterschiedlich: Einige Teilnehmer haben in den Werkstätten und Fuhrparks öffentlicher Institutionen Arbeit gefunden. Weitere sind gleichzeitig als Fahrer und Mechaniker bei internationalen oder Nichtregierungsorganisationen tätig. Wieder andere sind in Werkstätten, wie der Mercedes-Benz Vertretung, angestellt oder haben den Schritt zum Aufbau eines eigenen Kfz-Reparatur-Betriebs gewagt.

Die Zahl der in feste Arbeitsverhältnisse vermittelten Teilnehmer ist der signifikanteste Indikator für den Erfolg des Projekts. Durch den schlechten Zustand der Infrastruktur in vielen Zielländern besteht ein erhöhter Wartungsbedarf, der die Nachfrage nach qualifizierten Mechanikern steigert. Gepaart mit der guten Qualität der Ausbildung und dem ausgezeichneten Ruf der Lehrwerkstätten, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Weitervermittlung auch für zukünftige Absolventen sehr gut.

Lessons learned

Denken Sie z. B. an spezielles kulturelles oder soziokulturelles Erfahrungswissen oder die Kenntnis bestimmter Traditionen, Verhaltensweisen und Umgangsformen im Land.

Grundsätzlich sind in allen Ländern uneingeschränkt die lokalen Gesetzgebungen zu beachten, da hierdurch die entsprechenden Genehmigungen und erforderlichen Lizenzen geregelt werden. Einfuhren von Gerät und Lehrmaterial sollten grundsätzlich zollfrei möglich sein. Ebenso sollten die entsprechenden Abschlüsse den staatlichen Vorgaben entsprechen und die Zertifikate von der zuständigen staatlichen Behörde genehmigt sein. Oberstes Ziel muss es sein, dass nach einer Anlaufphase sowohl die lokalen Ausbilder in ihrer eigenen Sprache und der landesspezifischen Methodik lehren können. Zudem müssen die erworbenen Abschlüsse den landestypischen Bedarfen gerecht werden. In allen Projekten streben wir an, Wege zu finden, diesen Ausbildungsstätten eine wachsende kommerzielle Aufgabe übertragen zu lassen (Reparatur und Service), um so mit den zu erzielenden Einkünften eine zukunftsweisende solide finanzielle Grundlage des Projektes zu erreichen.

Daimler AG

Volume of trade: 99,399 Mio. EUR
Employees: 272,382 (Stand: 31.12.2007)
Countries: Afghanistan, Iraq, Kuwait, Mongolia, Palestine, Russia, Saudi Arabia, South Africa
Duration of CSR activity: 1999 to ongoing

Contact person

Oliver Kapffenstein

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