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Daimler AG - Das Siyakhana-Projekt: HIV/AIDS Arbeitsplatzprogramm für kleine und mittlere Zulieferbetriebe

Hintergrund der Fallstudie

Problemdarstellung/Situation

 

Südafrika hat die weltweit höchste Zahl an HIV-Infizierten (5.700.000). Die HIV/AIDS-Prävalenz beträgt bei der Altersgruppe von 15-49 Jahre über 18 %. Dabei erhalten nur 21 % der Infizierten in Südafrika eine antiretrovirale Therapie.
Daimler engagiert sich bereits seit Beginn der 90er Jahre für die Bekämpfung von HIV/AIDS. Frühzeitig erkannte das Unternehmen, welche dramatischen Auswirkungen die AIDS-Pandemie auf die Menschen, die Gesellschaft und auf die Wirtschaft nehmen kann. 1991 gab Daimler Südafrika erstmals eine Richtlinie aus, die HIV/AIDS als chronische Krankheit anerkannte und Infizierte vor Diskriminierung schützt. Was 1999 mit der kostenlosen medizinischen Versorgung von AIDS-kranken Mitarbeitern begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bereits mehrfach ausgezeichneten Arbeitsplatzprogramm entwickelt, das nachweislich Erfolge bei der AIDS-Bekämpfung verbuchen kann. Beispielhafte Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen, umfassende Angebote zur Gesundheitsfürsorge und daraus resultierende Erfolge (beispielsweise Verringerung der Prävalenzrate der Angestellten auf rund 8%) veranschaulichen die intensiven Aktivitäten von Daimler zur Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter.

In Übereinstimmung mit den "Grundsätzen zur sozialen Verantwortung" von Daimler wurde 2005 die "Corporate HIV/AIDS Policy of Daimler" entwickelt, die unternehmensweit gilt.

Vorbild für die hier dargestellte CSR-Aktivität ist das bestehende Arbeitsplatzprogramm in Südafrika. Sie beinhaltet die Ausweitung des oben beschriebenen HIV/AIDS Arbeitsplatzprogramms auf KMUs (kleine und mittlere Zulieferbetriebe) in der Umgebung des Werks (Siyakhana-Projekt).

 

Bezug zum Kerngeschäft

 

Durch HIV/AIDS íst die Wirtschaftskraft in Südafrika stark geschwächt. Deshalb ist uns die Bekämpfung der Immunschwächekrankheit ein wichtiges Anliegen. Daimler fördert mit dem Projekt Siyakhana die wirtschaftliche Stabilität der gesamten Region nachhaltig und sichert gleichzeitig die Produktion im Mercedes-Benz-Werk East London.

Eine umfassende und nachhaltige Personalarbeit schließt ein wirksames Gesundheitsmanagement ein. Motivierte und gesunde Mitarbeiter helfen, den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern. Die Krankheit HIV/AIDS beeinflusst die Arbeitsprozesse und damit den Unternehmenserfolg in negativer Weise. Nicht nur die Mitarbeiter am Standort und deren Anghörige sind von HIV/AIDS betroffen, sondern ebenso das dem Unternehmen zugehörige Händler- und Zulieferernetz.

Das Siyakhana-Projekt soll mit seinen Interventionen im Kampf gegen HIV/AIDS nun auch die Mitarbeiter der Zulieferer erreichen, so dass auch hier den Folgen der Immunschwäche, wie zum Beispiel dem Verlust von Arbeitskräften innerhalb und außerhalb der Fabriktore, entgegengesteuert werden kann.

 

Ziel des Engagements

Beschreibung der Aktivität

Folgende Aktivitäten werden im Rahmen des Siyakhana-Projekts umgesetzt:

1. Beratung der Unternehmen hinsichtlich HIV/AIDS
2. Freiwillige und vertrauliche HIV/AIDS-Tests
3. Medizinische Behandlung der Betroffenen mit antiretroviralen Medikamenten, sowie medizinische Betreuung
4. Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsämtern zur Verstärkung der primären Gesundheitspflege
5. Umfangreiche Kommunikation der HIV-Kampagnen, Beratungen und HIV-Tests
6. Angebot der Teilnahme an Voruntersuchungen und Bewusstseinstrainings für alle beteiligten Firmen
7. Schaffung eines Bewusstseins für die Krankheit HIV/AIDS

Zielgruppe

Das bestehende HIV/AIDS-Arbeitsplatzprogramm wurde auf kleine und mittlere Zulieferbetriebe in der Region Buffalo City ausgeweitet. Damit werden jetzt rund 6.700 Arbeiter und Angestellte dieser Firmen erreicht (mit Familienangehörigen etwa 26.000 Menschen).

Implementierung

Strategie

 

Die hier dargestellte CSR-Aktivität soll

- die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens im Land unterstützen

- den umfassenden und integrierten Ansatz in der Bekämpfung von HIV/AIDS als Kern des täglichen Geschäftslebens verdeutlichen und

- effektive Gesundheitsfürsorge für die Mitarbeiter sein.

 

Partner

BroadReach Healthcare (BRHC)
Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG)
Border-Kei Chamber of Business (BKCOB)
Buffalo City Municipality
Eastern Cape Department of Health

Ergebnisse

1. 18 erfolgreiche Dürchführungen von HIV-Kampagnen, Beratungen und Tests an 25 Arbeitsplätzen von 16 kleinen und mittleren Zulieferbetrieben
2. Beratung und Schulung der Angestellten hinsichtlich HIV/AIDS
3. Vertrauliche Tests auf HIV bei über 3.000 Mitarbeitern
4. Alle 272 HIV-positiv getesteten Angestellten erhalten eine wirksame Behandlung
5. Unter den beteiligten kleinen und mittleren Zulieferbetrieben nahmen 27 Firmenkoordinatoren, 352 Manager und 58 Peer Educator aktiv an den HIV/AIDS-Trainingskursen teil
6. Es wurden Patientenbroschüren in einheimischen Sprachen mit besonderem Bezug zu Tuberkulose, HIV, sexuell übertragbare Krankheiten sowie dem Nutzen der jeweiligen Behandlung entwickelt
7. Einführung und Umsetzung von Tätigkeiten auf Firmenebene in allen kleinen und mittleren Zulieferbetrieben
8. Einbezug von 50 weiteren Firmen in das Projekt im Zeitraum 2008 und 2009

Lessons Learned

Für Mercedes-Benz Südafrika hat sich gezeigt, dass

1. die starke Partnerschaft, die das Unternehmen durch sein HIV/AIDS-Programm zu den Behörden auf kommunaler und Provinzebene im Eastern Cape aufbauen konnte,

2. die guten Beziehungen von Mercedes-Benz Südafrika zur National Union of Metalworkers of South Africa (NUMSA) und

3. die erfolgreiche Kooperation mit Nichtregierungs- und Community-basierten Organisationen,

prägenden Einfluss auf die Philosophie, Pläne und Methoden des Siyakhana-Projekts haben.

Es hat sich erwiesen, dass eine gut organisierte Aktion eines Unternehmens, gepaart mit Fachwissen und Know-how, eine willkommene Unterstützung für kleine und mittlere Zulieferbetriebseigentümer und -Manager darstellt, die im praktischen Umgang mit der Krankheit unsicher waren.

Das Siyakhana-Projekt macht deutlich, dass sich mit breit angelegten Partnerschaften vieles erreichen lässt, wenn Akteure sowohl aus dem privaten als auch dem öffentlichen Sektor einbezogen werden und so die materiellen und personellen Ressourcen sichergestellt sind. Diese sind für ein erfolgreiches Vorgehen unerlässlich.

Sorgfältig geplante Tests vor Ort, die von gut ausgebildeten Fachkräften regelmäßig durchgeführt werden, tragen dazu bei, HIV-Tests sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Umfeld zur Normalität werden zu lassen. So wird der lähmende Effekt, den eine Stigmatisierung auf freiwillige Beratungen und Tests hat, minimiert.

Daimler AG

Geschäftsbereiche: Automobilindustrie
Umsatz: 99.399 Mio. € EUR
Mitarbeiter: 272.382
Länder: Südafrika
Zeitraum der Aktivität: 2005 - andauernd

Ansprechpartner

Oliver Kapffenstein

Telefon: +49 711 174 06 22