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Port International Organics GmbH - Armutsbekämpfung durch Fairtrade

Hintergrund der Fallstudie

Problemdarstellung/Situation

Im Bananenanbau gibt es verschiedene Problembereiche: Zum einen die soziale Situation von Plantagenarbeitern, deren Einkommen manchmal sehr gering ist, die keine Arbeitsverträge haben oder denen es bspw. nicht gestattet ist sich gewerkschaftlich zu organisieren. Zum anderen werden im konventionellen Bananenanbau Wurm, Pilz-, Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel eingesetzt, was zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen kann. Die Gewässerverschmutzung ist ebenfalls ein großes Problem. Sie kann Fischsterben und Erkrankungen bei den Menschen in der Region zur Folge haben.

Der weltweit größte Exporteur von Bio-Bananen – neben der Dominikanischen Republik – ist Peru. Dort werden Bananen zwar ohne Pestizide angebaut, aber die Arbeitsbedingungen sind sehr hart und die Kleinproduzenten leiden unter dem Preisdruck großer Konzerne.

Pirua zum Beispiel ist die nördlichste Provinz von Peru. In diesem Landstrich ist die Wasserversorgung eine Katastrophe, es ist staubig, überall liegt achtlos in die Natur geworfener Müll herum, die Stromversorgung ist mangelhaft, es fehlt Trinkwasser und die Straßen sind sehr schlecht. Für Gesundheitsversorgung und Schulbildung bleibt kaum Geld.

Bezug zum Kerngeschäft

Der Hamburger Familienbetrieb Port Internation mit über 130-jähriger Tradition existiert mittlerweile in der fünften Generation. Pionierarbeit hat das Unternehmen dabei regelmäßig geleistet, sei es durch den Import der ersten Bananen nach Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts, die Verpackung der Bananen in Kartons für den Seetransport nach dem zweiten Weltkrieg, durch den Import der ersten Fairnando-Bananen 1998 oder der ersten Fairtrade-Ananas seit Herbst 2005.

Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, für den Fairen Handel aktiv zu werden“, berichtet Inhaber Mike Port. „Als Importeur, der Waren aus allen Teilen der Erde nach Europa holt, weiß ich genau, in welchem Wohlstand wir leben dürfen und wie viel Nachholbedarf in den Ländern herrscht, aus denen unsere Waren kommen. Mit der Unterstützung der Fairtrade-Aktion leiste ich gerne meinen bescheidenen Beitrag."

Ziel des Engagements

Beschreibung der Aktivität

Port International importiert jährlich über 600.000 Fairtrade-Bananen aus Peru und Ecuador und beliefert damit verschiedene Supermarktketten, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die hierdurch anfallende Fairtrade–Prämie in Höhe von 1 US$ pro 18,4 kg-Kiste, wird an die Genossenschaften der Bananenbauern überwiesen. Von den Mitgliedern der Genossenschaften wird dann demokratisch entschieden, für welche Projekte die Mehrerlöse aus dem Fairen Handel verwendet werden sollen.

Zielgruppe

Zielgruppe sind natürlich in erster Linie Kleinproduzenten und Arbeiter auf den Fairtrade Bananenplantagen, deren Arbeits- und Lebensverhältnisse verbessert werden.

Auf der Konsumentenseite bemühen wir uns um Information und Aufklärung: So haben wir eines unserer Firmenfahrzeuge - ein authentischer Landrover Defender - im "Fairtrade-Design" gestaltet und sind damit täglich in Hamburgs Straßen unterwegs. Für die Schülerinnen und Schüler einer Hamburger Grundschule gab es anlässlich der "Fairen Woche 2008" gratis Fairnando-Bananen. Zum Banana–Day 2008 wurde eine Million Faitrade-Bananen bundesweit verteilt. Aktionen, die Konsumenten und vor allem auch die junge Generation früh für die Idee des fairen Handels begeistert.

Implementierung

Strategie

„Was die Strategie betrifft, hat mich das Konzept des Fairtrade-Standards, also die Berücksichtigung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung im Engagement für eine nachhaltige Entwicklung beeindruckt. Außerdem ist über die Jahre deutlich geworden, wie wichtig der Faire Handel für ganze Anbauregionen sein kann. Zum Beispiel werden immer wieder Bananenplantagen durch Naturkatastrophen wie El Nino und Hurrikans zerstört. Hier hat Fairtrade in den letzten Jahren einen wichtigen Beitrag zum Aufbau geleistet.“

Die Fairtrade – Strategie kombiniert „fördern“ und „fordern“. Es wird allen an Fairtrade Labelling beteiligten Lizenznehmern, Produzenten, Händlern und Importeuren deutlich, wozu man sich verpflichtet und gleichzeitig sind Ressourcen für die Entwicklung vorhanden.

Außerdem garantiert der Fairtrade-Standard und seine Überprüfung durch FLO Cert, einem nach ISO 65 akkreditiertem Zertifizier, dass ILO – Kernarbeitsnormen, WHO Richtlinien und Umweltkonventionen berücksichtigt werden. Das gibt eine Sicherheit die Lieferkette bei Port International in sozial verantwortlicher Weise zu führen.

Ressourcen

Alle Mitarbeiter, sei es der Import, der Verkauf, die Qualitätskontrolle, das Marketing oder die Abwicklung, sind in den Fairtrade-Handel involviert.

Partner

Wir kooperieren mit TransFair Deutschland und Max Havelaar Schweiz sowie FlO-Cert in Bonn. Wir sind die Verbindung mit Fairtrade eingegangen, weil uns das System von Fairtrade Labelling überzeugt. Auf der Produzentenseite werden die Arbeits- und Lebensbedingungen verbessert und zwar nicht über ein Spendensystem, sondern indem ein fairer Preis für die Waren gezahlt wird.

Für den fairen Bananenhandel gelten Mindestpreise, die von FLO und ihren nationalen Mitgliedsorganisationen in Abstimmung mit den Produzenten festgesetzt werden. Sie sind unabhängig von den Preisschwankungen auf den Märkten zu bezahlen und enthalten in jedem Fall einen Aufschlag von 1 US$ pro 18,4 kg-Kiste, und zwar für Investitionen in die Infrastruktur, in Bildung, Gesundheit und ökologische Verbesserungen. Außerdem decken sie alle Produktionskosten ab, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen.

Herausforderungen

Da man es bei Fairtrade mit Kleinbauern zu tun hat, die in der Regel über eine sehr schlechte Infrastruktur verfügen, ist jeder Anfang einer Zusammenarbeit schwer. Auch die Tatsache, dass die einzelnen Produzenten auf Grund oft sehr winziger Plantagen nur ganz geringe Mengen an Ware schicken können, macht deren Koordination sehr aufwändig. Uns ist es den höheren Aufwand jedoch wert.

Ergebnisse

Wir arbeiten mit Fairtrade-Kooperativen in verschiedenen Ländern Lateinamerikas zusammen. Als Beispiel möchte ich hier den peruanischen Kleinbauernverband CEPIBO anführen, der 1600 Bio-Bananen-Produzenten in Nordperu vertritt und nicht zuletzt durch den Fairen Handel ein enormes jährliches Wachstum verzeichnet. Der Norden von Peru ist trocken und damit gut geeignet für den Anbau von Bio-Bananen. Mit großen Anstrengungen im Bereich der Ausbildung von Kleinbauern im organischen Anbau, Wassermanagement und Ressourcenschutz ist viel erreicht worden.
Der Entwicklungszuschlag, das Fairtrade Premium wurde für Trinkwasserprojekte, Stromversorgung, den Bau sanitärer Anlagen, medizinische Versorgung, Bildungsmaßnahmen und die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere der Straßen genutzt.

Über das Fairtrade Premium hinaus engagieren wir uns zusätzlich mit eigenen Mitteln. So haben wir im Jahr 2005 der Bau eines Kindergartens in Kolumbien unterstützt und in 2006 den Bau von sanitären Einrichtungen für einen Kindergarten unterstützt.

Lessons Learned

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Port International Organics GmbH

Geschäftsbereiche: Import von frischem Obst und Gemüse
Mitarbeiter: 23
Länder: Peru
Zeitraum der Aktivität: 1997 - andauernd

Ansprechpartner

Tobias Siesmayer

Telefon: +49 (0) 40 30100053

Weiterführende Links