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Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Brasilien
Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Brasilien
anlässlich der ECOGERMA vom 12.- 15. März 2009
„Nachhaltiges Wirtschaften muss auch heißen, über die lokalen Bedürfnissen vor Ort in Brasilien nachzudenken“, meint Gislaine Rossetti von BASF in Brasilien. BASF ist eines von vielen deutschen Unternehmen in Brasilien, das Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung entlang des Kerngeschäfts und im Umfeld des Unternehmens groß schreibt.
Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung ist gerade für deutsche Unternehmen aus dem Chemie- und Technologiesektor im Ausland ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Egal nämlich ob erneuerbare Energien, Biotreibstoffe und Bioenergie oder Themen wie ökologischer Landbau und green building: Deutsche Unternehmen sind Vorreiter im Thema „grüne Technologien“ und entdecken immer mehr Geschäftschancen auf dem Markt für nachhaltige Dienstleistungen und Produkte. So auch in Brasilien.
Um der zunehmenden Nachfrage in diesem Bereich in Brasilien nachzukommen, veranstaltete die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer mit Unterstützung der deutschen Regierung im März 2009 die ECOGERMA 2009 - Messe und Kongress zum Markt über nachhaltige Technologien in Brasilien und Deutschland. Etwa 200 Aussteller präsentierten sich vom 12. bis 15. März 2009 im Messezentrum in São Paulo. Über 30.000 Besucher interessierten sich für die neuesten Technologien für Umwelt, Landwirtschaft und Energie. Das Thema Corporate Social Responsibility bzw. gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen spielte dabei auf dem ECOGERMA Kongress eine zentrale Rolle.
„Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Brasilien ist stark durch philanthropische Maßnahmen geprägt“, sagt Marcos Kisil vom Institute for the Development of Social Investment (IDIS) und ist einer derjenigen, der auf dem ECOGERMA Kongress zum Stellenwert von Corporate Social Responibility in Brasilien sprach. In den letzten Jahren ist aber Bewegung in das Thema „Unternehmensverantwortung“ gekommen. Immer mehr Unternehmen kommen von philanthropischen Einzelprojekten zur einer gesellschaftlichen Verantwortung, die sich an den Kriterien der Nachhaltigkeit messen lassen muss.
Ein Grund hierfür hat mit den Problemen Brasiliens zu tun: In einem Land, das sowohl wirtschaftlich wie sozial derart unterschiedlich entwickelt ist wie Brasilien, gehen die Erwartungen an die Rolle der Unternehmen in der Gesellschaft über Spenden und wohltätige Gaben weit hinaus. Weltweit weist Brasilien einen der schlechtesten Werte hinsichtlich der Verteilungsfrage auf. In dem wenig entwickelten Norden und Nord-Osten des Landes, dessen Entwicklungsniveau teilweise dem Ugandas entspricht, wird erwartet, dass Unternehmen zu fairen Bedingungen Arbeitsplätze schaffen. Die Metropolen des Südens sind hingegen sehr viel weiter entwickelt und stehen gänzlich anderen Problemen wie beispielsweise einem drohenden Verkehrskollaps gegenüber. Gislaine Rossetti von BASF bringt es auf den Punkt: „Wir haben mehrere Brasilien innerhalb von Brasilien“.
Die Frage, für welche gesellschaftlichen Probleme ein Unternehmen sich einsetzen soll, kann daher für Brasilien nicht generell beantwortet werden. Nachhaltige Ansätze unternehmerischen Engagements zur Armutsbekämpfung, zur besseren Teilhabe an Bildung und zum Schutze der Umwelt sind gefragt. Laut Joa Gilberto vom Ethos Institut, einem der wichtigsten CSR Treiber in Brasilien, bietet Brasilien einen guten Rahmen für Geschäftsmodelle zur Armutsentwicklung – ein Gebiet, in dem gerade deutsche Unternehmen aufgrund ihrer Vorreiter-Rolle in Sachen Nachhaltigkeit und als Exportweltmeister noch mehr Tatendrang und Neugierde zeigen könnten.
Dass es bei der Übernahmegesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen in Brasilien – egal ob es sich um deutsche Unternehmen oder heimische handelt – nicht nur darauf ankommt, die lokalen Begebenheiten im Blick zu haben, weiß Katia Zander vom Kompetenzzentrum Mercosur für Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Sao Paulo: „Dialog und die Kooperation zwischen den drei Sektoren sind essentiell. Alle drei Akteure (Unternehmen, Politik, Gesellschaft) müssen ihre Rolle erfüllen.“ Deutschen Unternehmen in Brasilien ist das zur AHK gehörende Kompetenzzentrum daher bei der Vermittlung von Partnern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft zur Umsetzung gesellschaftlicher Verantwortung gerne behilflich.
Erfahren Sie mehr zum Thema Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Brasilien in den Audiofiles oder ausführlichen Interviews:
• Brasilianisches Profil von Corporate Social Respsonisbility
• Erwartungen an das Engagement deutscher Unternehmen
• Handlungsfelder für gesellschaftliches Engagement
• Experten und Kontakte für das gesellschaftliche Engagement deutscher Unternehmen
Interviews
Interview with Gislaine Rossetti, Head of South America Corporate Communications, BASF Brazil (english)
Interview with João Gilberto Azevedo dos Santos, Ethos Institute Brazil (english)
Interview with Marcos Kisil, Institute for the Development of Social Investment (IDIS) Brazil (english)
Interview mit Kátia Zander, Leiterin des Kompetenzzentrum Mercosur für Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, Sao Paulo (deutsch)
Weiterführende Links
- BASF Brasilien Bereich Nachhaltigkeit
- ECOGERMA 2009 - Messe und Kongress zum Markt über nachhaltige Technologien in Brasilien und Deutschland
- Ethos Institute
- Institute for the Development of Social Investment (IDIS)
- Kompetenzzentrum Mercosur für Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen
- Kraft Foods Deutschland GmbH - Nachhaltiger Kaffeeanbau in Kooperation mit der Rainforest Alliance
- Bayer AG - Strategische Partnerschaft mit United Nations Environment Programme im Bereich Jugend und Umwelt
- BSH Bosch und Siemens Hausgeräte: Austausch von veralteten und energieineffizienten Kühlschränken in brasilianischen Armenvierteln
- Siemens Stiftung - Discovery Box - Experimentierkasten für die Vorschule
