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Brasilien
CSR-Stellenwert
Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen blickt in Brasilien auf eine lange Tradition zurück. Bereits in den 60er Jahren wurde hierüber ein Diskurs geführt und zahlreiche Unternehmen engagierten sich – in unterschiedlichster Ausprägung - gesellschaftlich und sozial. Das heute als Corporate Social Responsibility bezeichnete Engagement von Unternehmen ist in Brasilien somit keineswegs ein erst in jüngerer Zeit auftretendes Phänomen. Auch wenn der Begriff Unternehmensverantwortung zwischenzeitlich einen Wandel ausgehend von philantropischen Ansätzen hin zu Aktivitäten vollzieht, die an den Kriterien der Nachhaltigkeit gemessen werden. Zahlreiche deutsche Unternehmen investieren bereits seit langem in gesellschaftliche Initiativen und Projekte. Die in Brasilien tätigen großen Unternehmen beschäftigen in der Regel eigene CSR-Beauftragte oder greifen auf die Kapazitäten ihrer Stiftungen zurück. Bei dem regelmäßig von der Global Reporting Initiative ausgelobten Leserpreis für Nachhaltigkeitsberichterstattung erzielten brasilianische Unternehmen 2008 acht von 24 Nominierungen sowie zwei von acht Preisen.
Erst in jüngerer Zeit gewinnt das Thema Unternehmensverantwortung jedoch über eine aufgeklärte Elite und bereits sozial engagierte, meist staatliche und international orientierte Unternehmen hinaus an Bedeutung. Dieser Impuls geht in Brasilien jedoch weniger von der Politik als von den Unternehmen selbst aus. Hierzu trägt sicherlich auch das vergleichsweise starke Engagement der zahlreichen deutschen Unternehmen im Lande bei.
Die meisten großen Unternehmen haben inzwischen eine Abteilung zur Corporate Social Responsibility und versuchen ihre gesellschaftliche, soziale und umweltpolitische Verantwortung in ihr jeweiliges Kerngeschäft hineinzutragen.
Das Kompetenzzentrum Mercosur für CSR der AHK in Sao Paulo wird von Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit als Ansprechpartner und Katalysator für CSR unterstützt.
Zivilgesellschaft und Medien greifen das Thema Unternehmensverantwortung auf, jedoch vor allem in ihrer Überwachungsfunktion. Schlechte Arbeitsbedingungen oder Umweltskandale werden öffentlich angeprangert. Die Politik nimmt sich des Themas erst in jüngerer Zeit zunehmend an, allerdings nicht systematisch im Sinne einer expliziten Politik.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Diskussion über die Verantwortung von Unternehmen weiter fortgeschritten ist als das (an Nachhaltigkeitskriterien gemessene) verantwortungsvolle Handeln selber. Rühmliche Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia; BMZ, Bonn.
CSR-Verständnis
Traditionell ist die Unternehmenskultur in Brasilien eher patriarchalisch geprägt. Hierzu beigetragen hat auch der Staatskorporatismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der Gewerkschaften zum Anhängsel der Staatsmacht degradierte und einen innerbetrieblichen sozialen Dialog (in großen Teilen bis heute) verhinderte. Durch den hohen Grad informeller Beschäftigung und die extrem hohe soziale Ungleichheit in Brasilien ist die wohl größte Erwartung an die Unternehmen die Hoffnung auf Einkommen so wie einen gesicherten und geregelten Arbeitsplatz. All diese Faktoren haben zu dem traditionell eher philanthropisch geprägten Ansatz vieler brasilianischer Unternehmen beigetragen.
Mit der Demokratisierung des Landes nach der Militärdiktatur fanden jedoch zahlreiche Interessen eine institutionalisierte Form in Nichtregierungsorganisationen oder staatlichen Stellen. Auch die Kirche besitzt hier einen hohen Stellenwert und Einfluss. Soziale Missstände und Umweltbelange finden somit eine Stimme in der Gesellschaft.
Auch die Präsenz deutscher verantwortungsvoller Unternehmen im Lande hat sicherlich zu einer Verschiebung des sozialen Engagements weg von philanthropischen hin zu nachhaltigen Ansätzen beigetragen. In Zeiten der Öffnung hin zu internationalen Märkten, in denen CSR zum Wettbewerbsvorteil werden kann, gewinnen die großen deutschen, aber auch die brasilianischen staatlichen Unternehmen zunehmend an Vorbildcharakter.
Im Jahre 2005 gründeten AHK, GTZ und InWent das Kompetenzzentrum Mercosur für Corporate Social Responsibility. Zielsetzung des Kompetenzzentrums ist es, Unternehmen der Privatwirtschaft bei der Konzeption und Umsetzung ihrer CSR-Aktivitäten zu unterstützen. Hierzu bietet es interessierten Unternehmen diverse Veranstaltungen, Kurse und Beratung an. Das Kompetenzzentrum ist bereits vernetzt mit anderen auf diesem Gebiet tätigen Institutionen. Ein Beispiel hierfür ist der Austausch mit dem Instituto Ethos, das zu den bekanntesten und größten brasilianischen Einrichtungen auf dem Gebiet der Unternehmensverantwortung zählt. Das Kompetenzzentrum kooperiert zudem mit dem Institut der Weltbank (WBI) im Bereich des e-learning. InWent arbeitet zudem mit der UNESCO und CEFIR (Centro de Formación para la Integración Regional) zum Themengebiet Unternehmensverantwortung.
Zudem verleiht jedes Jahr die AHK, gefördert von den Unternehmen Faber-Castell, Henkel, Petrobras und Tetra Pak, einen Nachhaltigkeitspreis (Prêmio von Martius de Sustentabilidade) an Projekte in den Bereichen Menschlichkeit, Natur und Technik, die sich durch Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein auszeichnen. Unterstützt wird diese Initiative u.a. vom brasilianischen Umweltministerium, vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen, dem WWF und inWent (http://www.premiovonmartius.com.br).
Weiterhin ist die Interamerikanische Entwicklungsbank (IADB) gemeinsam mit dem Multilateralen Investitionsfonds (MIF) und dem Instituto Ethos aktiv im Bereich der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit kleinerer und mittlerer Unternehmen.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt Gewerkschaften in ihren Diskussionsprozessen zu dem in Brasilien (noch) wenig ausgeprägten sozialen Dialog und unterstützt diese in der Gründung von Netzwerken auf nationaler wie internationaler Unternehmensebene. Derartige Gewerkschaftsnetzwerke bestehen beispielsweise bei Unternehmen wie Bayer, BASF und Volkswagen.
Das Thema CSR wurde schon mehrfach im Rahmen der vom BDI und CNI organisierten Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage aufgegriffen. CSR wird auch im Rahmen der Ecogerma 2009 thematisiert. Zudem sind die CSR-Aktivitäten deutscher Unternehmen regelmäßig Bestandteil von Besucherprogrammen, um die Projekte sichtbar zu machen und ihnen entsprechende Anerkennung beizumessen.
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia
Erwartung an Unternehmen
Wie bereits dargestellt ist das Thema Unternehmensverantwortung in Brasilien keineswegs ein neues Thema. Auch viele der im Land schon lange tätigen deutschen Unternehmen engagieren sich sozial. Nachhaltiges Wirtschaften ist Bestandteil der Regierungsagenda. Vor dem Hintergrund all dieser Faktoren darf eine Erwartungshaltung an die Unternehmen vorausgesetzt werden, auch wenn es hierzu keinerlei Regulierungen gibt. Deutsche Unternehmen werden in der Regel als sozial verantwortlich angesehen.
In einem Land, das sowohl wirtschaftlich wie sozial derart unterschiedlich entwickelt ist wie Brasilien, dürften wohl auch die Erwartungshaltungen entsprechend divergieren. Mit einem Gini-Koeffizienten von 57,0 weist Brasilien einen der schlechtesten Werte hinsichtlich der Verteilungsfrage weltweit auf. In dem wenig entwickelten Norden und Nord-Osten des Landes, dessen Entwicklungsniveau teilweise dem Ugandas entspricht, dürfte die größte Hoffnung darin bestehen, dass Unternehmen gute Arbeitsplätze schaffen. Nicht ohne Grund treiben Armut und Hunger die Menschen hier auch in sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse. Das brasilianische Arbeitsministerium führt eine Art „schwarze Liste“. Hier werden Unternehmen, in denen derartige Arbeitsverhältnisse durch die mobile Arbeitsinspektion aufgedeckt werden, aufgelistet.
Die Metropolen des Südens sind hingegen sehr viel weiter entwickelt und stehen gänzlich anderen Problemen wie beispielsweise einem drohenden Verkehrskollaps gegenüber. Die Frage, für welche gesellschaftlichen Probleme ein Unternehmen sich einsetzen soll, kann daher für Brasilien nicht generell beantwortet werden. Verbesserungen in den Bereichen Armutsbekämpfung und Bildung/Qualifizierung, Chancen(-gleichheit) für Frauen, Afro-Brasilianer, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen gehören neuerdings ebenso zu den Erwartungshaltungen wie der Umweltschutz.
Laut einer Umfrage des Kompetenzzentrums Mercosul aus dem Jahre 2007, bei der 31 überwiegend deutsche Unternehmen mit Sitz im Bundesstaat São Paulo befragt wurden, sind die zentralen Themen von CSR Umwelt (58,1%), Bildung (51,6%), Unterstützung für (staatliche) Stellen (41,9%), Kultur (29,0%), Gesundheit (22,6%) und Arbeitsschutz (9,7%). (Mehrfachnennungen möglich)
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia / Centro de Competência Mercosul para Responsabilidade Social Empresarial (inWent, GTZ, AHK): Responsabilidade Social Empresarial. Caminhos e Desafios. Pesquisa qualitativa sobre a atuação das empresas em RSE.
Rahmenbedingungen
Umsetzung übergeordneter Referenztexte
ILO-Kernarbeitsnormen
Brasilien hat im Hinblick auf die Umsetzung der Kernarbeitsnormen erhebliche Defizite zu verzeichnen. Die Regierung hat sich der Problematik in vielen Bereichen durch konkrete Politiken und Maßnahmen angenommen, auch wenn sie in der Durchführung teilweise noch konsequenter agieren könnte. Zu Gute gehalten werden muss ihr in jedem Fall, dass sie sich öffentlich zu den Problemen im Lande bekennt.
1) Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
Nach dem Gesetz wird regional lediglich eine Gewerkschaft zugelassen. Diese finanziert sich aus einer Zwangsabgabe, die von allen Arbeitnehmern einbehalten und in Teilen an die Gewerkschaften weiter geleitet wird. Diese beiden Faktoren befördern eine völlig zersplitterte Gewerkschaftslandschaft mit geschätzten 18.000 Organisationen, die oftmals nur auf dem Papier zum Zwecke der persönlichen Bereicherung, dafür aber als Monopol bestehen. Die brasilianische Verfassung von 1988 sieht die Wahl eines Arbeitnehmervertreters in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten vor. Eine Gesetzgebung mit entsprechenden Durchführungsbestimmungen wurde nie erlassen, so dass Arbeitnehmervertreter in den Unternehmen bis heute quasi nicht existent sind. Dies erschwert seriösen Gewerkschaften die Erfüllung ihrer Aufgaben und führt dazu, dass die brasilianische Justiz mit ca. 2 Millionen arbeitsrechtlichen Konflikten pro Jahr befasst ist. Der Großteil der lediglich auf Unternehmensebene bestehenden Tarifverträge regelt - wenn überhaupt - lediglich den grundlegendsten Rahmen für Gehälter und Arbeitszeit. Die Verfassung garantiert das Recht auf Streik, ohne dies in irgendeiner Form gegen Willkür einzuschränken. Andererseits gibt es keine gesetzliche Regelung, die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zusichert (Nichtratifizierung der ILO-Konvention 151). Letztere werden unter der Regierung Lula lediglich toleriert.
Bereits während seiner ersten Amtsperiode setzte Präsident Lula ein sogenanntes Nationale Arbeitsforum (Fórum Nacional de Trabalho) ein, das in tripartiter Zusammensetzung Vorschläge zur Reform der brasilianischen Arbeitsbeziehungen erarbeitete. Die Umsetzung erfolgte bislang jedoch nur in Ansätzen.
2) und 3) Beseitigung der Zwangsarbeit und Abschaffung der Kinderarbeit
Kinder- und Zwangsarbeit sind Bestandteil der brasilianischen Arbeitswelt. Etwa 1,4 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 13 Jahren arbeiten, weitere 25.000 Menschen arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen. Die Regierung hat diese Problematik -im Gegensatz zu vielen andren Ländern- öffentlich anerkannt und Politiken entwickelt, gegen Kinderarbeit und sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen vorzugehen. Die staatliche Arbeitsinspektion kontrolliert dabei die meist in städtischen Gebieten angesiedelten Unternehmen sowie die landwirtschaftlichen Großbetriebe (Fazendas) auf dem Land. In 2007 wurden mehr als 350.000 Unternehmen kontrolliert, wo 32 Millionen Beschäftigte tätig waren. Dabei wurden unter anderem 8.000 Kinder im Alter von 0-16 Jahren aufgefunden. Die Zahl der 2007 aus sklavenähnlichen Bedingungen befreiten Personen belief sich 2007 auf 5.963.
Unternehmen, die sich selber oder innerhalb ihrer Zulieferkette durch Zwangsarbeit schuldig machen, werden von der Regierung auf einer öffentlichen schwarzen Liste geführt. Der Kampf gegen die Sklavenarbeit hat in Brasilien jedoch nicht nur Befürworter: die Arbeitsinspektion sieht sich regelmäßig gewaltsamen Angriffen und Drohungen ausgesetzt und im Nationalkongress finden sich Parlamentarier, die zur Verteidigung der Interessen der Großgrundbesitzer Gesetzesinitiativen zur Bekämpfung der Zwangsarbeit blockieren. Die ineffiziente Justiz führt zusätzlich zur Straflosigkeit der Täter. Erst jüngst wurde am 10. September 2008 der „Zweite Nationale Plan zur Auslöschung der Sklavenarbeit“ erlassen, der 66 Aktionen für eine effektivere Bekämpfung der Sklavenarbeit vorsieht.
Minen- und Stahlunternehmen engagieren sich gemeinsam mit dem Arbeitsministerium und der ILO zur Abschaffung der Sklavenarbeit.Die Kinderarbeit eindämmen soll auch das Sozialhilfeprogramm Bolsa Familia für die ärmsten Familien. Dieses wird nur ausgezahlt unter der Bedingung, dass die der Familie angehörenden Kinder regelmäßig die Schule besuchen. Zur Abschaffung der Kinderarbeit ist diese Konditionalität allein jedoch nur bedingt geeignet, denn vielfach gehen die Kinder vor oder nach der Schule Tätigkeiten nach.
4) Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
Die in Brasilien vorherrschende Diskriminierung von Frauen und Afro-Brasilianern in Beschäftigung und Beruf zeigt sich deutlich in der Einkommensungleichheit: Frauen erzielen beispielsweise lediglich 65 % Durchschnittseinkommen ihrer männlichen Kollegen, afro-brasilianische Frauen lediglich 1/3 des Einkommens von Männern mit weißer Hautfarbe. Noch viel gravierender entwickelt sich die Diskriminierung mit dem Grad der Qualifizierung: Ungeachtet regionaler Unterschiede erhalten Frauen mit gehobenem Bildungsniveau lediglich 60 % der männlichen Bezüge (bei gleichem Grad der Schulbildung). Dieses Ergebnis stellt sich trotz des gegenüber Männern besseren Bildungsniveaus dar: Im Januar 2008 verfügten 59,9 % der beschäftigten Frauen über 11 oder mehr Jahre Schulausbildung, bei den Männern erreichten lediglich 51,9 % dieses Niveau (Januar 2003: 51,3 % der Frauen gegenüber 41,9 % der Männer). Die Diskriminierung der Frauen am Arbeitsmarkt zeigt sich auch schon im Zugang zur Beschäftigung: Obwohl die brasilianischen Frauen zwar die Mehrheit der Bevölkerung darstellen, stellen sie jedoch mit 44,4 % bzw. 9,4 Millionen Beschäftigten die Minderheit am Arbeitsmarkt dar. Umgekehrt zeigt sich dieser Ausschluss der Frau vom Arbeitsmarkt in der Arbeitslosenquote, die deutlich über derjenigen der Männer liegt und im Januar 2008 mit 10,1 % gut 2 % über dem Durchschnitt und knapp 4 % über der Quote der Männer lag. Insgesamt beträgt der Frauenanteil an den Arbeitslosen 57,7 %.
OECD-Brasilien
Ratifizierung: Kein Mitglied
Ansprechpartner vor Ort
Mr. Alexandre Carneiro Pereira
Secretaria de Assuntos Internacionais
Ministério da Fazenda
Setor da Autarquias Sul, Quadra 03, Bloco “O”, Sala 1013
70079 – 900 Brasília – Distrito Federal Brazil
Tel: +55 61 3412 4025
Fax: +55 61 3412 4057
Email: pcn.ocde (at) fazenda.gov.bralexandre (dot) c
pereira (at) fazenda.gov (dot) br
Web: www.fazenda.gov.br/pcn
Initiativen der Wirtschaft
GLOBAL COMPACT Netzwerk
Ansprechpartner vor Ort
Ms. Sylvya D'Oliveira, ETHOS Institute
E-mail: soliveira (at) ethos.org (dot) br
GC Office Country Coordinator
Mr. Jonas Haertle
E-mail: haertle (at) un (dot) org
WORLD BUSINESS COUNCIL FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT
Netzwerk vor Ort seit 1997
Ansprechpartner vor Ort
BCSD Brazil - Conselho Empresarial Brasileiro para o Desenvolvimento Sustentável (CEBDS)
Fernando Almeida, Executive President
1155 Avenida das Américas 208
Barra da Tijuca - Rio de Janeiro
CEP 22631-000
Rio de Janeiro - RJ Brasil
Tel: +55 21 2483 2250
Fax: +55 21 2483 2254
E-mail: falmeida (at) cebds (dot) org
Website: www.cebds.org
Handlungsfelder
Armut
Link zum CSR WeltWeit-Dossier "Entwicklungsgeschäfte"
Eckdaten
- Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamt Population: 71,71 Jahre; Männlich: 68,15 Jahre, Weiblich: 75,45 Jahre (2008 est.)
- Säuglingssterblichkeit: 22,58 Tote/1000 Geburten; Männlich: 26,16 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 18,83 Tote/1000 Geburten (2009 est.)
- Unterernährung: 7% (2002/04)
- Zugang zu sauberem Wasser. 90% (2004)
- Zugang zu sanitären Einrichtungen: 75% (2004)
- Human Poverty Index: Rank 23 von 108 (2007/2008)
- Gini Index: 56,7 (2005)
- Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 31% (2005)
Auch wenn sich die soziale Lage vieler Brasilianer in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, gilt immer noch ein großer Teil der Bevölkerung als arm. 70,7 Prozent der Brasilianer leben von weniger als 3.000 Dollar im Jahr (gemessen in Kaufkraft). Das sind 124,5 Millionen Menschen. Davon haben rund 49,5 Millionen sogar weniger als 1.000 Dollar zur Verfügung. Die Mehrzahl der Armen (78,2 Prozent) lebt in Städten. Extrem arm sind die wüstenähnlichen Regionen im Nord-Osten des Landes.
Daher ist Armut ein wichtiges Betätigungsfeld in Brasilien.
Vielen Brasilianern mangelt es an elementaren Dienstleistungen: 10 Prozent haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 25 Prozent fehlen sanitäre Einrichtungen. Bankdienstleistungen sind sehr teuer, und nur 43 Prozent der Einwohner können Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen.
Akteure
Ministerium für Soziale Entwicklung
http://www.mds.gov.br/
Instituto Ayrton Senna
NGO mit dem Hauptziel, in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Regierungen, Ämtern, Schulen, Universitäten und NGOs Entwicklungsmöglichkeiten für brasilianische Kinder und Jugendliche zu schaffen.
http://senna.globo.com/institutoayrtonsenna/br/
GIFE - Grupo de Institutos Fundações e Empresas
Südamerikanischer Verbund, der Unternehmen, Institute und Stiftungen vereint, die private Mittel in soziale und kulturelle Projekte sowie den Umweltschutz investieren.
http://www.gife.org.br/
Rede Internacional de Ação Comunitária – Interação
NGO, die bedürftige Gemeinden im Umgang mit Regierungsinstitutionen und Unternehmen unterstützt
http://www.redeinteracao.org.br/
Kontakt: Ana Claudia Rossbach / Larissa Dantas, Diretora-Presidente, Tel.: 11 3159-2621 E-mail: anaclaudia@redeinteracao.org.br
Durch die Sozialpolitik der Regierung Lula, allen voran das Sozialhilfeprogramm „Bolsa Família“ und die kontinuierliche Anhebung des Mindestlohnniveaus, konnten extreme Armut und Hunger in jüngerer Zeit erfolgreich eingedämmt werden. Da die Zahlungen aus „Bolsa Família“ an Bedingungen geknüpft sind, wie beispielsweise Kinder regelmäßig impfen zu lassen und in die Schule zu schicken, konnten auch Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung und Schulbildung verbucht werden. Um zu verhindern, dass Jugendliche die Schule abbrechen und stattdessen zu arbeiten beginnen, sobald die Zahlungen durch „Bolsa Família“ ausbleiben, wurde das Höchstalter für eine Förderung von 15 auf 17 Jahre erhöht. Diese Sozialpolitik wird dennoch oftmals kritisiert, weil die reinen Transferleistungen die Situation der Betroffenen verfestigen und keine Anreize zum Ausstieg aus der sozialen Misere setzen.
Viele Projekte verfolgen daher einen Ansatz, die Ursachen der Armut zu bekämpfen. Hier spielen Unternehmen eine wesentliche Rolle: Ein Beispiel hierfür ist ein in Form von PPP-Maßnahmen von der GTZ (im Auftrage des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) begleitetes Projekt zur Armutsbekämpfung im Norden und Nordosten Brasiliens. Hier sollen Entwicklungspartnerschaften zwischen der deutschen Wirtschaft und brasilianischen Genossenschaften, Produzentengruppen und Klein- und Mittelunternehmen (KMU) der Agrar- und Ernährungswirtschaft dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit und die Integration von ausgewählten Genossenschaften in die Wertschöpfungskette zu steigern und damit Einkommen und Beschäftigung zu generieren.
Brasilien ist außerdem weltweit der größte Produzent von Biokraftstoff, dessen Produktion oft mit schlechten Bedingungen für die Erntearbeiter einhergeht. Hier Kleinbauern einzubinden und Mitarbeiter gut zu behandeln, kann für deutsche Unternehmen als Alleinstellungsmerkmal auf dem hart umkämpften Energiemarkt dienen.
Unternehmensbeispiele
Kraft Foods Deutschland GmbH
CSR WeltWeit-Fallstudie: Nachhaltiger Kaffeeanbau in Kooperation mit der Rainforest Alliance
Banco Mercedes-Benz
Mercedes-Benz leistet finanzielle Unterstützung für ein Heim für bedürftige (größtenteils obdachlose) Ältere in São Paulo, sowie zwei Kindergärten in São Paulo bzw. Belo Horizonte. Jugendliche werden durch berufsvorbereitende Kurse in den Bereichen Informatik, soziale Kompetenz, Unternehmertum und Sprachen angesprochen.
Internet:
http://www.bancomercedes-benz.com.br/C11/Responsabilidade%20Social/default.aspx
Kontakt:
Ana Carolina Costa, Ass. Kommunikation und CSR
Tel.: 11 4173-7557
E-mail: ana_carolina.costa (at) daimler (dot) com
ZF Sachs
Im Rahmen eines Freiwilligenprogramms unterstützen Mitarbeiter von ZF Sachs Hilfebedürftige dabei, Probleme zu identifizieren und Lösungen zu finden, mögliche Einnahmequellen zu finden oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Außerdem werden Programme zur Förderung der Bildung, zur Berufsvorbereitung, zur Ausbildung von Unternehmertalenten, zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Integration von Betrieb und Familie angeboten. ZF Sachs bietet des Weiteren eine Bibliothek mit 4.000 Titeln zur Benutzung an und ist mit einer Schule am Programm Formare der Fundação Iochpe beteiligt, das sich an benachteiligte Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren richtet und sie mit Kursangeboten für den Arbeitsmarkt qualifizieren soll (Dauer: 1 Jahr).
Internet:
http://www.sachs.com.br (Responsabilidade Social & Meio Ambiente)
Kontakt:
Heliana do Carmo, Assistente Social
Tel.: 11 3343 3164
Email: bettyna.beni (at) zf (dot) com
A.W.Faber-Castell S.A.
Faber-Castell spendete im Jahre 2006 nach eigenen Angaben Produkte im Wert von R$ 236.000 sowie Naturalien im Wert von 90 816,36 Euro, u.a. an Schulen und Krankenhäuser, und investierte 46 066,27 Euro in die sozialen Projekte Dritter. Außerdem wird ein Freiwilligenprogramm zur Unterstützung von Einrichtungen für Kinder und Ältere, Behandlungsgruppen für Suchtkranke, Schulen und öffentlichen Krankenhäusern unterhalten.
Internet:
http://www.ecomunidade.com.br/relatorio_socioambiental_2007.pdf (S. 31 – 35)
Kontakt:
Santina Marchetti, RH - Adm. de Pessoal
Tel.: 16 2106-1190
E-mail: santina.marchetti (at) faber-castell.com (dot) br
Robert Bosch Ltda.
Das Programm Peça por Peça (Stück für Stück) hat es sich zum Ziel gesetzt, mit kleinen Aktionen und Projekten die nachhaltige soziale Entwicklung der unterstützten Gemeinden zu fördern. Dabei werden zunächst eine „soziale Diagnose“ gestellt und Lehrer ausgebildet, die spezielle Probleme vor Ort identifizieren und darauf basierend passende Projekte ausarbeiten sollen. Im Zuge dieses Programms wurden u.a. Kinder und Jugendliche ärztlich untersucht und über Krankheiten, Hygiene und gesunde Ernährung aufgeklärt, Sportveranstaltungen durchgeführt, Karrieretraining für Jugendliche angeboten, ein Theater gebaut und weitere kulturelle Aktivitäten gefördert.
Das Programm Peça por Peça wird zur Zeit in den Gemeinden Vila Verde (Curitiba, PR) und Campinas (SP) durchgeführt.
weitere Projekte des Instituto Robert Bosch:
Mit der Ação Bosch Social soll seit 2004 in der Gemeinde Campo Grande (Campinas, SP) durch kulturelle und sportliche Aktivitäten, Unterhaltungsangebote, Nachhilfestunden, Informatikkurse, verschiedene Vorträge (z.B. zur Aufklärung über Geschlechtskrankheiten und Aids), Ausbildungsangebote (in der Hotel- und Restaurantbranche) die Entwicklung Jugendlicher gefördert werden.
Das Programm Só Solidariedade richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche in Curitiba und Campinas. Angeboten werden Schulungen und Praktika, finanzielle Unterstützungen für Transport, Mahlzeiten, medizinische Versorgung, Kurse in Englisch, Informatik, Ballett, Kochen, Fußball und Theater, gesundheitliche Aufklärung u.a.
Internet:
http://www.institutorobertbosch.org.br
Kontakt:
Lia Oliveira, RH
Tel.: 19 3745-2741
E-mail: lia.oliveira (at) br.bosch (dot) com, instituto.robertbosch (at) br.bosch (dot) com
Instituto Cravão Cidadão
Das von 15 Groß -und Mittelunternehmen der Metallbranche getragenen Instituto Cravão Cidadão kontrolliert Unternehmen in der Zulieferkette der Metallbranche auf sklavenähnliche Arbeitsbedingungen. In einem von der GTZ begleiteten und mit der International Labour Organization (ILO) durchgeführten Projekt wird die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung befreiter Sklavenarbeiter befördert.
Bosch Siemens Hausgeräte
CSR-WeltWeit Fallstudie: Austausch von veralteten und energieineffizienten Kühlschränken in brasilianischen Armenvierteln
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia, Hammond et al. 2007, Next 4 Billion
Bildung
Eckdaten
- Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 4 % (2004)
- Schulpflicht: 7 – 14 Jahre
- Einschulungsquote: 93% der schulpflichtigen Kinder (2004)
- Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 88,6%; Männlich: 88,4%; Weiblich: 88,8% (2004 est.)
- HDI Education Index: Rang 70 von 177: 0,883 (1 = max., 0 = keine Bildung)
- Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 14 Jahre; Männlich: 14 Jahre; Weiblich: 15 Jahre (2005)
Trotz spürbarer Verbesserungen im Sozial- und Bildungssektor ist das Land immer noch geprägt von gewaltigen sozialen Gegensätzen. Zwar hat sich der Zugang ärmerer Bevölkerungsschichten zu Kultur-, Medien- und Bildungsangeboten in den vergangenen zwei Jahrzehnten rapide verbessert. Fast alle Kinder im schulpflichtigen Alter besuchen tatsächlich eine Schule. Das Niveau der Ausbildung an vielen öffentlichen Schulen lässt jedoch vieles zu wünschen übrig. Hauptproblemfeld im Bildungsbereich ist somit nicht mehr die Durchsetzung der Schulpflicht, sondern die Erreichung von Qualitätsstandards in den staatlichen Schulen. Ausbildung und Vergütung von Lehrern sind vielerorts unzureichend. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder daher auf private Schulen. „Brasilien hat kein Problem der Unterentwicklung, Brasilien hat ein Problem mit sozialer Gerechtigkeit“, drückte es der frühere Präsident Cardoso aus.
Der Zugang zu höherer Bildung hat sich deutlich verbessert, die Anzahl der Studenten hat sich in zwanzig Jahren fast verdreifacht. Diese Ausweitung war jedoch nur möglich durch eine schnelle Expansion privater Universitäten. Anders als im Bereich der Schulen können die privaten Universitäten jedoch meist nicht die Qualität der staatlichen Bundesuniversitäten erreichen.
Akteure
Bildungsministerium
Regierungsorgan
http://portal.mec.gov.br/
Ministério do Trabalho e Emprego
Regierungsorgan
http://www.mte.gov.br/
Instituto Paulo Freire
Institut, das Unterstützung und Beratung für Projekte anbietet, die sich der Bildung widmen.
http://www.paulofreire.org/
Ação Educativa
NGO, deren Mission es ist, das Recht auf Bildung und die Rechte Jugendlicher in Hinblick auf soziale Gerechtigkeit, teilnehmende Demokratie und nachhaltige Entwicklung zu fördern.
http://www.acaoeducativa.org.br/
UNESCO
Organ der Vereinten Nationen
http://www.unesco.org.br/
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Bildung
Die öffentlich finanzierten Stellen zur Berufsausbildung im Industriellen Bereich (SENAI) und für den Handel (SENAC) gelten zwar als anerkannt. Neuerdings müssen Sie sich jedoch dem Vorwurf stellen, die gesellschaftlich benachteiligten Gruppen nur unzureichend zu berücksichtigen.
Unternehmensbeispiele
Fundação Volkswagen
Die 1979 gegründete Fundação Volkswagen verwaltet mehrere Projekte in den Staaten São Paulo und Rio de Janeiro:
Ziel des Projektes Ações em Rede ist es, zwischen den verschiedenen lokalen Akteuren im Bereich Bildung (Gemeinden, Behörden, NGO-Vertreter, Lokalpolitiker) ein Netzwerk zu etablieren und so eine einheitliche und gemeinsame Politik zur Sicherung der Bildung zu fördern. Die ausgewählten Regionen werden für 3 Jahre betreut und begleitet.
Das Projekt Brincar beschäftigt sich mit der Weiterbildung von Lehrern und der Verbesserung der pädagogischen Arbeit in den Schulen, wobei sich vor allem auf die Rolle von Spielen und spielerischen Aktivitäten konzentriert wird.
Durch das Projekt Entre na roda soll die Leselust von Jugendlichen und Erwachsenen gefördert und auch außerhalb der Schulen eine lesefreundliche Umgebung geschaffen werden. Es werden Aktionen in den Schulen durchgeführt, Lesezirkel gegründet und Arbeitsmaterialien ausgegeben.
Die Initiativen Estudar pra valer! - Língua Portuguesa bzw. Matemática möchten durch Weiterbildungsangebote für Lehrer (der ersten Klassen) und Erzieher die Qualität des Unterrichts in den Bereichen Portugiesisch und Mathematik verbessern, die Lehre effektiver gestalten sowie lokale Bildungsstrukturen stärken. Das Projekt Leitura e Escrita soll Lehrer sämtlicher Fächer der séries finais weiterbilden und sowohl die Lesegewohnheiten als auch die Textproduktion in allen Wissenschaftsbereichen fördern.
Das Projekt Univolks vergibt Stipendien an Jugendliche aus Familien der unteren Einkommensschichten. Unterstützt wurden im Jahr 2004 39 Studenten aus den Staaten São Paulo, Rio de Janeiro, Minas Gerais und Paraná.
Internet: Volkswagen
Kontakt:
Maria Tereza Andrade Nogueira, Assistente Social
Tel.: 11 4347 3797
E-mail: social (at) volkswagen.com (dot) br
Allianz Seguros S.A.
Die Associação Beneficiente e Assistencial dos Funcionários do Grupo AGF Brasil Seguros (ABA), seit 1994 zuständig für wohltätige Aktivitäten der Allianz Gruppe in Brasilien, engagiert sich mit drei Projekten in der Favela Caixa D'Água im Osten São Paulos. Das Centro de Educação Infantil AGF Júnior unterstützt und begleitet Eltern aus den unteren Einkommensschichten bei der Erziehung und Bildung von Kindern zwischen 0 und 5 Jahren, während sich das Projekt Vida Nova an die Gruppe der 6- bis 17-Jährigen wendet und ihnen außerschulische Aktivitäten in den Bereichen Sport und Kunst, sowie Informatikkuse, Englisch-Workshops und psychologische Betreuung anbietet. Der Núcleo de Alfabetização de Adultos kümmert sich seit 1996 um die Alphabetisierung und Bildung von Erwachsenen.
Internet: AGF Brasil Seguros
Kontakt:
Daniella Satake, Assist. de MKT / Eventos
Tel.: 11 3171-6686
E-mail: daniella.satake (at) allianz.com (dot) br
Mahle Metal Leve S.A.
Mahle unterhält Projekte in den verschiedensten Bereichen in den Randbezirken der Stadt Campinas (SP). Dazu gehören Ballettunterricht für bedürftige Kinder (Projekt Dança e Cidadania), Tanzprojekte zur Integration Behinderter, die Herausgabe von verschiedenen Kinderbüchern, ein Gemüsegarten-Projekt auf dem Gelände des Unternehmens sowie das Projekt Viva e Deixe Viver (Leben und leben lassen), das Kindern in Krankenhäusern unterhalten und bilden und ihren Aufenthalt dort angenehmer gestalten soll. Außerdem ist Mahle mit sechs Schulen am Programm Formare der Fundação Iochpe beteiligt.
Internet: Mahle Metal Leve S.A.
Deutsche Bank – Projeto Casulo
Die Deutsche Bank unterstützt zusammen mit 19 anderen Unternehmen, Stiftungen und Instituten das Projeto Casulo, das sich die Entwicklung und Stärkung der lokalen Strukturen in den Gemeinden Real Parque und Jardim Panorama, in der Südwestzone von São Paulo, zum Ziel gesetzt hat. Im Rahmen des Projektes werden Workshops zu Musik, Theater, Malerei und Brasilianischen Tänzen, Englisch- und Informatikunterricht angeboten sowie eine Bibliothek zur Verfügung gestellt. Außerdem gibt es ein Stipendienprogramm (Jovens Professores), das Jugendlichen aus den unteren Einkommensschichten den Besuch der Universität ermöglicht, sowie ein Projekt, dass den Unternehmergeist Jugendlicher fördern soll (Agente Jovem).
Internet: Projeto Casulo
Kontakt:
Thaís Bechir, Assistente MKT e Comunicação
Tel.: 11 2113-5495
E-mail: thais.bechir (at) db (dot) com, projetocasulo (at) projetocasulo.org (dot) br
Siemens AG
CSR-WeltWeit Fallstudie: Discovery Box - Experimentierkasten für die Vorschule
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia
Gesundheit
Brasilien verfügt über ein öffentliches und allgemein zugängliches Gesundheitssystem. Dieses ist jedoch in vielerlei Hinsicht prekär. Die materielle und räumliche Ausstattung lässt oftmals zu wünschen übrig, die Ärzte sind oft unterbezahlt und überlastet. In den ländlichen Regionen herrscht nicht selten eine völlige Unterversorgung an den medizinischen Hilfsposten des staatlichen Gesundheitsdienstes INPS, die Fahrtkosten bis hin zu dem nächstgelegenen Hilfsposten sind für die Ärmeren oftmals nicht aufzubringen. Wer nicht durch seinen Arbeitgeber zusätzlich krankenversichert ist und es sich leisten kann, versichert sich privat. Das öffentliche System wird größtenteils nur von den ärmeren Bevölkerungsschichten genutzt. Gesundheit stellt in Brasilien daher auf allen Ebenen noch ein potenzielles Handlungsfeld dar.
Eckdaten
- Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 4,8% (2004)
- Medizinische Versorgung: 115 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
- Säuglingssterblichkeit: Total: 23,33 Tote/1000 Geburten; Männlich: 26,16 Tote/1000 Geburten, Weiblich: 18,83 Tote/1000 Geburten (2009 est.)
- Müttersterblichkeit: 72 Tote/100 000 Geburten (1990-2004)
- Kinderunterernährung: 6% der unter 5jährigen (1996- 2005)
- HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): 0,7 % (2003 est.)
- HIV/AIDS Erkrankte: 660 000Erkrankte (2003 est.)
- HIV/AIDS Tote: 15 000 (2003 est.)
- Lebenserwartung: Gesamt Population: 71,71 Jahre; Männlich: 68,15 Jahre; Weiblich: 75,45 Jahre (2008 est.)
Auch auf dem Gesundheitssektor wird durch verschiedene Regierungsprogramme versucht, bestehende Probleme zu beheben. So konnte z.B. der Zugang zu Medikamenten und ärztlicher Behandlung in den letzten Jahren verbessert und das Vorkommen von Kindersterblichkeit und Unterernährung vermindert werden. Allerdings bestehen auch in diesem Bereich starke Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Regionen, Einkommensklassen und ethnischen Gruppen. Viele der auftretenden Probleme auf dem Gesundheitssektor könnten durch bessere Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen verhindert werden. Einer Untersuchung der WHO zufolge treten in Brasilien rund ein Drittel der Todesfälle unter werdenden Müttern in Lateinamerika auf, wovon 98% durch bessere Betreuung während der Schwangerschaft und Geburt vermeidbar wären. Unzulänglichkeiten im Bereich der Bildung wirken sich auch hier aus, da Brasilianer, die über keine grundlegende Schulausbildung verfügen, oft nicht über angemessene Vorbeugungsmaßnahmen Bescheid wissen oder schlichtweg Probleme haben, Erklärungen der Ärzte zu verstehen oder Packungsbeilagen zu lesen.
Akteure
Gesundheitsministerium
http://portal.saude.gov.br/saude
Panamerikanische Gesundheitsorganisation
Internationale Organisation
http://www.opas.org.br
Saúde Brasil
Projekt, das sich der gesundheitlichen Aufklärung widmet.
http://www.saudebrasilnet.com.br
FUNASA
Exekutives Organ des Gesundheitsministeriums, verantwortlich für die Verbesserung des Zugangs zu Gesundheit und Hygiene sowie für die Förderung und den Schutz der Gesundheit der indigenen Völker Brasiliens.
http://www.funasa.gov.br
Obwohl die Benutzung von Verhütungsmitteln zunimmt, gab es im Jahre 2005 landesweit mehr als 26.000 Geburten von 10- bis 14-Jährigen, sowie mehr als 634.000 von 15- bis 19-Jährigen. Auch AIDS stellt weiterhin ein Problem da: UNAIDS schätzt die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf 30.000 jährlich. Das Engagement Brasiliens sowohl in der Aufklärungsarbeit und bei der Betreuung AIDS-Kranker als auch bei der Etablierung eines transnationalen Netzwerkes zur HIV-Prävention ist jedoch beispielgebend. Problematisch ist hingegen der Zugang zu HIV/AIDS-Medikamenten der 2. Generation, die Brasilien nicht als Generika produzieren kann.
Unternehmensbeispiele
Bayer
Bayer beteiligte sich in Zusammenarbeit mit der Wohltätigkeitsorganisation Agência Mandala am Programm der brasilianischen Regierung zur Hungerbekämpfung (Programa Fome Zero) mit einem Projekt im Staat Paraíba, im Nordosten des Landes, das finanzielle und technische Hilfe für die Errichtung von Bewässerungssystemen leistet. Dadurch kann die Ernte, und somit auch die Lebensmittelversorgung, der mehr als 200 am Projekt teilnehmenden Familien gesichert werden. Langfristiges Ziel des Projektes ist es, Ernteüberschüsse zu erwirtschaften, die dann genossenschaftlich vertrieben werden sollen. Für die Übergangsperiode bis zur ersten Ernte unterstützte Bayer die Familien mit der Zahlung des Mindestlohns für einen Zeitraum von sechs Monaten.
Ebensfalls im Zuge des Programms Fome Zero verteilte Bayer auf Anfrage der Regierung im Jahre 2003 3,2 Millionen Aspirin-Tabletten und 186.000 Tabletten zur Wasseraufbereitung in 51 Gemeinden im Nordosten Brasiliens.
Internet: Bayer AG
Kontakt:
Paulo Pereira, Comunicação Corporativa
Tel.: 11 5694-5947
E-mail: paulo.pereira (at) bayerhealthcare (dot) com
Bayer Schering Pharma
Das Programm ATO – Atenção e Orientação à Saúde Sexual e Reprodutiva hat es sich seit 1993 zur Aufgabe gemacht, Jugendliche über Themen wie Sexualität, Schwangerschaft im Jugendalter, Verhütungsmethoden und Geschlechtskrankheiten aufzuklären. Dafür besucht ein Team von Gesundheitsexperten öffentliche und private Schulen in den Regionen São Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Curitiba und Porto Alegre und gibt Vorträge bzw. leitet Workshops und Aktivitäten zum Thema.
Internet: Programma ATO
Kontakt:
Álvaro Menezes, Gerente Fundação Schering
Tel.: 11 5694-8104
E-mail: alvaro.menezes (at) bayerhealthcare (dot) com
Siemens
Siemens unterstützt die Vereinigung zur Betreuung behinderter Kinder (Associação de Assistência à Criança Deficiente, AACD) durch finanzielle Mittel und die Anschaffung von medizinischen Geräten.
Das Programm Siemens Caring Hands umfasst Projekte zur Umwelterziehung von Kindern in São Paulo und Curitiba (Trilha Ecológica Hermann Wever und Voluntários das Tardes de Educação Ambiental) und zur Ausbildung sowie materieller Unterstützung benachteiligter Jugendlicher (Projeto Formare).
Im Rahmen des Programms Siemens Generation21 wurde eine „Discovery Box“ entwickelt, mit deren Hilfe Kinder von 3 bis 6 Jahren Themen wie Elektrizität, Umwelt und Gesundheit entdecken sollen. Zudem werden alle zwei Jahre Projekte brasilianischer Studenten und Forscher mit dem Prêmio Werner von Siemens de Inovação Tecnológica ausgezeichnet und mit 3 290,45 Euro bedacht.
Im Jahre 2006 investierte Siemens nach eigenen Angaben 1,5 Mio. Euro in Projekte im Bereich Kunst und Kultur.
Internet: Siemens AG
Kontakt:
Ariane Lopez, Comunicação
Tel.: 11 3908-2459, E-mail: ariane.lopez (at) siemens (dot) com, fundacao.br (at) siemens (dot) com
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia
Politische Mitwirkung
Eckdaten
- Wahlrecht: freiwillig zwischen 16-18 Jahre und über 70, verpflichtend zwischen 18-70 Jahre (militärische Rekruten wählen nicht)
- Rangliste der Pressefreiheit: Rang 84 von 169 (2007)
Vor allem in den urbanen Zentren des Landes stellt die Sicherheit eines der größten Probleme dar: Bandenkriminalität und Drogenhandel sind verbreitet, die Mordraten sind hoch, die Opfer meist junge Männer aus armen Verhältnissen. In vielen Gegenden, wie z.B. im Staat Rio de Janeiro wird versucht, der Kriminalität mit einer „Zero Tolerance“-Politik beizukommen, was jedoch dazu führt, dass auch viele Unschuldige der (oft korrupten und brutalen) Militärpolizei zum Opfer fallen.
Akteure
Die Akteure auf dem hier aufgezeigten Gebiet sind meist lokal verankert. Zu gewissem Ruhm hat es beispielsweise das mittlerweile landesweit agierende Straßenkinderprojekt Movimento Nacional dos Meninos e Meninas de Rua (Nationale Bewegung Mädchen und Jungen der Straße) gebracht. Nicht weniger erwähnenswert sind jedoch die zahlreichen Akteure vor Ort, die an dieser Stelle nicht aufgeführt werden können.
In dem von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und UNCTAD unterstützten Vorhaben "Vínculos" werden nachhaltige Business Linkages zwischen grossen Ankerunternehmen und kleinen und mittleren Zulieferern qualifiziert. Dabei spielt die CSR eine zentrale Rolle.
Minen- und Stahlunternehmen engagieren sich gemeinsam mit dem Arbeitsministerium und der ILO zur Abschaffung der Sklavenarbeit.
Das einflussreiche Institut ETHOS mit über 1.300 Mitgliedsunternehmen fördert ebenfalls die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung des Privatsektors, Erarbeitung und Umsetzung von CSR-Indikatoren, Kampagnen, Datenbanken zu erfolgreichen Beispielen und Diskussionsveranstaltungen.
Eine große Zahl von CSR-Programmen richtet sich an Jugendliche aus den Armenvierteln, soganannten Favelas und versucht, ihnen Alternativen zu einer kriminellen Lebensweise zu bieten.
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia
Teilhabe
Erst im Juli diesen Jahres sind einige namhafte Unternehmen anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Menschenrechte eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Förderung von Geschlechter- und Rassengleichheit bei der Arbeit, der Abschaffung der Sklavenarbeit in der Zulieferkette, der Integration von Personen mit Behinderungen sowie der Förderung der Rechte von Kindern und Jugendlichen eingegangen. Sie tun dies vor dem Hintergrund, dass der Handlungsbedarf auf diesen Gebieten in Brasilien mehr als geboten ist. Nur einige wenige Beispiele: Frauen verdienen in Brasilien etwa nur 70% dessen was Männer verdienen. Afro-Brasilianer verdienen etwa die Hälfte dessen, was ihre Kollegen mit weißer Hautfarbe verdienen. Schätzungen gehen davon aus, dass in Brasilien mindestens 25.000 Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen beschäftigt sind und ausgebeutet werden. Kinderarbeit ist noch immer Teil des brasilianischen Alltags. Obwohl laut brasilianischer Gesetzgebung das Arbeiten erst ab 14 Jahren zu Ausbildungszwecken erlaubt ist, arbeiteten 2006 etwa 1,4 Millionen Kinder im Alter von 5-13 Jahren.
Eckdaten
Frauenanteil unter den Arbeitnehmern: 52% (1994-2005)
Ethnische Gruppen: Weiße 53,7%, Mestizen 38,5%, Schwarze 6,2%, Andere (Japaner, Araber, Ureinwohner 0,9 %, Unspezifizierte 0,7% (2000 census)
Ein nicht unwesentlicher Bereich ist auch die Partizipation der Arbeitnehmer in den Betrieben. Von der Gesetzeslage her werden Arbeitnehmervertreter lediglich an den sog. Fabrikkommissionen beteiligt, deren Aufgabengebiet den Arbeits- und Gesundheitsschutz umfasst. Traditionell wurden (und werden) viele Gewerkschaften lediglich als Preisverfechter verstanden, deren einzige Aufgabe es ist, hohe Löhne zu erstreiken. Die Beteiligung der Arbeitnehmer an innerbetrieblichen Entscheidungs- und Veränderungsprozessen, sprich sozialer Dialog, war lange Zeit ein Fremdwort in Brasilien. Mittlerweile ist die Förderung des sozialen Dialogs einer von drei Bestandteilen der nationalen Decent-Work-Agenda.
Akteure
SEPPIR – Secretaria Especial de Politicas de Promocao da Igualdade Racial
Regierungsorgan
www.presidencia.gov.br
Instituto Socioambiental
Gemeinnützige Organisation, die sich der Integration und Verteidigung der Rechte indigener Gruppen widmet und sich für die Wertschätzung ihres Wissens im Umgang mit Natur und Umwelt einsetzt.
http://www.socioambiental.org
AVAPE – Associação para Valorização e Promoção de Excepcionais
NGO für die Integration und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt.
http://www.avape.org.br/
Kontakt: Eliana Oliveira Pinto Victor, Divisão de Reabilitação Profissional
Tel.: 11 3055 5000 E-mail: eliana.victor (at) avape.org (dot) br
CEERT - Centro de Estudos das Relações de Trabalho e Desigualdades
NGO, die Unternehmen und öffentliche Stellen bei der Einführung und Umsetzung einer Politik der kulturellen Vielfalt und Gleichberechtigung berät.
http://www.ceert.org.br/
Kontakt: Mércia Silva, Consultora
Tel.: 11 2978 8333 E-mail: merciaceert (at) uol.com (dot) br
CUT – Central Unica dos Trabalhadores
Brasiliens größter Gewerkschaftsdachverband
www.cut.org.br
Einige progressive Gewerkschaften und Unternehmen fördern beipielsweise die (freiwillige) Gründung gewerkschaftlicher Netzwerke auf nationaler und internationaler Unternehmensebene (z.B. Volkswagen, Bayer, BASF).
Unternehmensbeispiele
BASF – Projeto Crescer
Das Projeto Crescer wurde im Jahre 1982 ins Leben gerufen und richtet sich an Jugendliche aus einkommensschwachen Familien der Gemeinden São Bernardo do Campo und Guaratinguetá im Staat São Paulo. In Zusammenarbeit mit den Prefeituras der beiden Gemeinden bietet BASF berufsbildende Kurse an, übernimmt die monatlichen Schulgebühren und versorgt die Teilnehmer mit Lehrmaterial, Transportmitteln, Schuluniformen, bietet Englisch-, Theater- und Sportkurse an und stellt Unterrichts- und Computerräume sowie eine Bibliothek zur Verfügung. Im Jahr 2005 investierte BASF 231 798,89 Euro.
Internet: BASF
Kontakt: Ana Lucia Suzuki, Coordenadora RSC, Tel.: 11 3043-3936; 11 4343-2233, E-mail: ana-lucia.suzuki (at) basf (dot) com
Bayer – Programa Bayer Vai à Comunidade
Im Zuge des Programmes Bayer Vai à Comunidade führt Bayer in den benachbarten Gemeinden des Unternehmens im Staat Rio de Janeiro Vorträge und Vorführungen durch und verteilt Informationspakete, die über ansteckende Krankheiten wie Meningitis, Cholera, Dengue-Fieber, Leptospirose und Aids, Hygiene, Umweltschutz und Recycling aufklären sollen. In einer Fußballschule trainieren 300 Kinder unter der Voraussetzung, gute Noten im schulischen Bereich zu erzielen. Zudem verteilt Bayer als Teil des Programmes Fome Zero nach eigenen Angaben täglich 3060 Portionen Suppe an Schulen und Kinderkrippen. In São Paulo unterstützt ein Freiwilligenprogramm bedürftige Institutionen wie Waisenhäuser und Kinderkrippen.
Internet: Bayer
Kontakt: Julia Leite, RSE, Tel.: 11 5694 5385, E-mail: julia.leite.jl@bayer.com.br
Behr Brasil
Behr bemüht sich um enge Beziehungen zu den Menschen von Arujá (Firmensitz des Unternehmens im Staat São Paulo) und Umgebung und nimmt an Kampagnen für die Interessen der Gemeinde teil. Außerdem setzt Behr auf Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden (es wird z.B. das Feuerwehrauto des Unternehmens für Notfallsituationen zur Verfügung gestellt) und Aktionen im Bereich des Umweltschutzes.
Internet: Behr
Kontakt: Vaneska Messa, Gerente RH, Tel.: 11 4652-0448, E-mail: vaneska.messa@br.behrgroup.com
Fundação Voith
Die Fundação Voith verwaltet seit August 2004 die sozialen Investitionen der Voith Gruppe in Brasilien, die sich vor allem auf Erziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen jener Gemeinde in São Paulo konzentriert, in der Voith angesiedelt ist. Die Ziele des Engagements liegen in der Verbesserung der Lehre an öffentlichen Schulen, der Verminderung des Schulabbruchs und der Ermutigung zur Diskussion der Probleme der Gemeinde. Außerdem führt Voith Projekte im Bereich Theater und Umwelterziehung und nimmt mit der Leitung einer Schule am Programa Formare der Fundação Iochpe teil.
Internet: Voith Gruppe
Kontakt: Camila Coelho, Analista RH, Tel.: 11 3944 5139, E-mail: camila.coelho (at) voith (dot) com
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia
Umwelt
Eckdaten
- Emission CO2: 1,1% vom Weltgesamtausstoß (2004)
- Emission CO2 pro Kopf: 1,8 t (2004)
- Energieverbrauch: 368,5 Millionen kWh (2005)
- Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 59,3 km3/Jahr (20%/18%/62%); Pro Kopf: 318 m3/Jahr (2000)
- Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalenergie: 13,9 % des Primärengerieverbrauchs (2005)
In der öffentlichen Diskussion sowohl innerhalb als auch außerhalb Brasiliens steht die Zerstörung des Regenwaldes in Amazonien oder der Mata Atlantica im Vordergrund der umweltpolitischen Diskussion. Die Vernichtung des Regenwaldes als öffentliches Gut hat eine internationale Dimension. Zahlreiche Projekte und Initiativen stellen daher auf einen nachhaltigen Ressourcenumgang in diesem Bereich ab. Ziel ist es, mit zukunftsweisenden Raumordnungsstrategien Schutz- und Nutzkonzepte zu verwirklichen, welche sowohl den Erhalt der natürlichen Ressourcen als auch die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen ermöglichen.
Akteure
WWF Brasil
NGO für Umwelt- und Naturschutz
http://www.wwf.org.br
Greenpeace Brasil
NGO für Umwelt- und Naturschutz
www.greenpeace.org/brasil
Aus Sicht der Brasilianer stehen jedoch noch ganz andere Probleme aus dem Umweltbereich im alltäglichen Vordergrund. Dies sind vor allem die urbanen Umweltprobleme wie Wasserver- und entsorgung, der Luftverschmutzung auch durch teilweise kollabierende Verkehrssituationen in den Großstädten, der Entsorgung von Haus- und Sondermüll sowie Industrieabfällen.
Unternehmensbeispiele
Bayer AG
CSR WeltWeit-Fallstudie: Bayer AG - Strategische Partnerschaft mit United Nations Environment Programme im Bereich Jugend und Umwelt
BASF
In Zusammenarbeit mit der GTZ rief BASF im Jahre 2005 die Fundação Espaço ECO in São Bernardo do Campo (SP) ins Leben und gründete ein Lateinamerika-Zentrum zur Analyse von Ökoeffizienz, das neben der Forschung auf Projekte zur Aufklärung auf dem Gebiet des Umweltschutzes und zur Wiederaufforstung setzen. Es verfügt über ein 290.000m² großes Biosphärenreservat, in dessen Entwicklung bis 2009 990 000 Euro investiert werden sollen.
Internet: Fundação Espaço ECO
Kontakt:
Samuel Protetti (Educação Ambiental), Roberta Tubini (Reflorestamento)
Tel.: 11 4101-4410
Mercedes-Benz do Brasil
Durch die Nutzung von Wasseraufbereitungsanlagen und Wiederverwertung von Wasser für industrielle Zwecke, konnte Mercedes-Benz nach eigenen Angaben allein im Werk in Juiz de Fora 50.000 Liter Wasser pro Woche einsparen.
Internet: Mercedes-Benz do Brasil
Kontakt:
Alessandra Costa, Supervisora de Estratégia de Qualidade Ambiental
Email: alessandra.costa (at) daimler (dot) com
Volkswagen do Brasil
Seit dem Jahre 2002 investiert Volkswagen do Brasil in Techniken zur Wiederverwertung von Wasser und konnte seinen Wasserverbrauch somit innerhalb von 2 Jahren fast um die Hälfte reduzieren.
Internet: Volkswagen do Brasil
Bosch Siemens Hausgeräte
CSR-WeltWeit Fallstudie: Austausch von veralteten und energieineffizienten Kühlschränken in brasilianischen Armenvierteln
Quelle: Deutsche Botschaft, Brasilia
Daten & Fakten
Weiterführende Links
- Avina Stiftung
- BCSD Brazil - Conselho Empresarial Brasileiro para o Desenvolvimento Sustentável (CEBDS)
- Bertelsmann Transformation Index - Brasilien
- BMZ-Länderinformationen, Brasilien
- BoP Learning Lab Brasilien
- Brasilien - Anti-Korruptions-Informationen
- Corruption Perceptions Index 2008 (CPI)
- Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer
- Deutsche Botschaft Brasilia
- Friedrich-Ebert-Stiftung Brasilien
- GTZ Brasilien
- Humand Development Index - Brasilien
- IDIS - Institute for the Development of Social Investment
- Instituto Ethos
- Interamerican Developmet Bank - Publikationen und Konferenzen zu CSR
- InWent Brazil
- KfW Länderinformationen Brasilien
- Länderinformationen Brasilien des Auswärtigen Amts
- Nachhaltigkeitspreis Prêmio von Martius de Sustentabilidade
- New Ventures Brasilien
- Plano CDE
- UN Global Compact Brazil
- UNDP Brazil
- „Bolsa Família“
Weiterführende Studien
- Emergia Institute, Entwicklungsgeschäfte - Geschäfte machen gegen Armut, PDF 4 MB
- AHK & GTZ, Corporate Social Responsibility - CSR Mercosur, PDF 3 MB
- Kathy Lindert, Senior Economist, LCSHS - World Bank: Brazil: Bolsa Familia Program – Scaling-up Cash Transfers for the Poor (11/2005), PDF 64 KB
- GTZ/Rat für Nachhaltige Entwicklung, BRICS+G Sustainability and Growth. Brazil, Russia, India, China, South Africa and Germany in Dialogue on Sustainability Strategies (2008), PDF 2 MB
- Allianz der deutschen Auslandshandelskammern im Mercosur, Ecogerma 2009: Projektbeschreibung (2008), PDF 114 KB
- Forschungs- und Technologiekompetenz für eine Nachhaltige Entwicklung in den BRICS Staaten. Studie des Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung für den Rat für Nachhaltige Entwicklung (05/2008), PDF 1 MB
- José Luiz Rossi Júnior, What is the Value of Corporate Social Responsibility? An answer from Brazilian Sustainability Index (2008), PDF 184 KB
- GTZ, PPPreport: Lateinamerika - offen für neue Ideen, PDF 683 KB
