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Bulgarien

CSR-Stellenwert

Die Bedeutung von CSR ist in Bulgarien deutlich schwächer ausgeprägt als z.B. in Deutschland. Der bulgarische Mittelstand tut zu wenig, Großunternehmen noch weniger. Das zivilgesellschaftliche Engagement ist im Allgemeinen gering, es beschränkt sich etwa auf SMS-Aktionen zu Feiertagen. Ausländische Unternehmen engagieren sich dann, wenn gesellschaftliches Engagement Teil der Firmenpolitik ist. Dies trifft auf Großunternehmen allerdings nur bedingt zu.

Es gibt jedoch erste Anzeichen einer Entwicklung im Bereich CSR. So existiert eine Initiative des bulgarischen Präsidialamtes mit der Aufforderung an Unternehmen, im Rahmen der "Bulgarischen Weihnachten" vor allem für Kinder zu spenden. Die bulgarischen Oligarchen engagieren sich in ihren Städten, um dort durch Spenden eine positive Außenwirkung zu erzielen. Weitere Beweggründe des Engagements sind unklar.

Im Jahr 2006 fand erstmal eine Konferenz zum Thema CSR für KUMs und beratende Institutionen statt, die unter Beteiligung des Arbeit- und Sozialministeriums organisiert und von der GTZ gefördert wurde.

Derzeit sind es daher vor allem die internationalen Organisationen, NGOs sowie Verbände, die CSR in Bulgarien thematisieren und Projekte realisieren.

Beispiele für CSR-Projekte sind:

1. Internationale Organisationen:
- Entwicklungsprogramme der UN (Lebensstandard erhöhen, Zusammenarbeit mit privatem Sektor und bulgarische Wirtschaftsverbänden)
- Bulgarische Vertretung von Transparency International aktiv (unter anderem Publikation „Unternehmen gegen Korruption“ 2006 ins Bulgarische übersetzt)
- GTZ initiiert und fördert ein dreijähriges Projekt in Bulgarien (Prinzip der öffentlich-privaten Partnerschaft in 11 Ländern: Organisation nationaler runder Tische und andere Veranstaltungen zur "Anwendung des internationalen Standards für soziale Verantwortung SA 8000 – soziales Engagement von Lieferanten von Konsumgüterherstellern")
- AAMP verfasst alle 6 Monate regionale Berichte bzgl. Verbindungen zu potentiellen Investoren und sozialer Verantwortung (Partners for Financial Stability Program)

2. Bürgerliche Vereine und NGOs. Z.B.:
- Stiftung „Hilfe für die Wohltätigkeit in Bulgarien“ (Dienstleistungen für Spender, Aus-/Weiterbildung, Informationszentrum)
- bulgarisches Spenderforum (Werbung)
- Stiftung „Werkstatt für bürgerliche Wohltätigkeitsaktionen“ (finanziert Bürgeraktionen auf regionaler Ebene, Seminare)
- Balkaninstitut der Arbeit und Sozialpolitik (Runde Tische, Preisverleihungen, mit Schwerpunkt KMUs)
- Stiftung „Großzügiges Herz“ (Spendenaktionen für Schulen, Bau von Sanatorien und Krankenzentren)

3. Wirschaftsverbände:
- DBIHK (Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer)
- KRIB (bulgarische Arbeitgeber- und Industriellenvereinigung)
- bulgarische Wirtschaftskammer
- bulgarisches Forum der Business Entscheidungsträger

Quelle: Deutsche Botschaft, Sofia

CSR-Verständnis

500 Jahre türkische Besetzung (bis 1878) und die dadurch bedingte Unterentwicklung sowie die Jahre des Kommunismus (1944 - 1990)  prägen die Einstellung der Bürger zum Staat: Der Bürger partizipiert nicht am Staat und erwartet wenig von ihm, so dass soziale Verantwortung von Unternehmen ausgehen müsste. 

Das kommunistische Regime unterband Eigeninitiativen jeglicher Art sowie religiöse oder karitative Überzeugungen. Somit fand keine Entwicklung statt, die sich positiv auf CSR-Tätigkeiten ausgewirkt hätte. Erst der EU-Beitritt des Landes hat über den gesetzlichen Zwang zu mehr sozial- und umweltverantwortlichem Handeln der Unternehmer geführt.
Das Einwirken von Seiten der Religion auf das Verhalten der Unternehmer wird nicht erwartet, da deren soziale Tätigkeiten sich in Grenzen halten.

Quelle: Deutsche Botschaft, Sofia

Erwartung an Unternehmen

Das Verständnis für CSR ist in Bulgarien wenig ausgeprägt. Gesellschaft und Politik erwarten von Unternehmen hauptsächlich, dass sie profitabel wirtschaften und mit ihren Produkten der Gesellschaft dienen.

Von deutschen Unternehmen wird gesellschaftliches Engagement durchaus erwartet - eine Erwartung die in vielerlei Hinsicht erfüllt wird (z.B. Hilfe bei Naturkatastrophen, Integration von Minderheiten (Metro), Berufsbildung, Kultur)

Aktiv für Mitarbeiter, Wertschöpfung, Philanthropie und Bürgerschaftliches Engagement sind in folgenden Bereichen z.B.
1. Bildung (z.B. Wall, Metro, WAZ Media Group, Festo Bulgarien)
2. Öffentliche Leistungen, bürgerschaftliches Engagement (z.B. Pirin Tex)
3. Religion (z.B. Kraiburg Bulgarien, Aquachim, Evrokamion)
4. Sozialhilfe (z.B. Festo Bulgarien, Evrokamion, Metro, Balkan Star Automotive)
5. Kultur (z.B. Wall, Metro, Balkan Star Automotive)
6. Sport (z.B. Pirin Tex, Wall, Evrokamion)

Quelle: Deutsche Botschaft, Sofia

Rahmenbedingungen

Initiativen der Wirtschaft

GLOBAL COMPACT-Netzwerk

Ansprechpartner vor Ort
UNDP
Ms. Maya Nyagolova
UNDP Program Analyst
+359 2 96 96 167
maya.nyagolova (at) undp (dot) org

GC Office Country Coordinator
Ms. Nessa Whelan
E-mail: whelan (at) un (dot) org

Handlungsfelder

Armut

Ein Problem ist die Unterbezahlung von Lehrkräften, die zunehmend in die Privatwirtschaft abwandern.

Eckdaten

  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamt Population: 72,83 Jahre; Männlich: 69,22 Jahre; Weiblich: 76,66 Jahre (2008 est.)
  • Säuglingssterblichkeitsrate Total: 18,51 Tote/1000 Geburten; Männlich: 22 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 14,8 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Unterernährung: 8% (2002/04)
  • Zugang zu sauberem Wasser: 99% (2004)
  • Zugang zu sanitären Einrichtungen: 99% (2004)
  • Human Poverty Index: k. A.
  • Gini Index: 31,6 (2005)
  • Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 14,1 % (2003 est.)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ
http://www.gtz.de/de/weltweit/europa-kaukasus-zentralasien/652.htm

CIM Bulgarien
http://www.cimonline.de/de/weltweit/343.asp

DBIHK -  Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer
http://bulgarien.ahk.de/

Bulgarische Wirtschaftskammer
http://www.bia-bg.com/?lang=en&id_sess=18dpef0e5eptjhhgut4tmekm36

Auslandsbüro Bulgarien Konrad Adenauer Stiftung
http://www.kas.de/proj/home/home/43/1/index.html

Unternehmensbeispiele

Evrokamion

„Bulgarische Weihnachten – keine deutsche Firma, aber vertritt deutsches Unternehmen

Festo Bulgarien

„Bulgarische Weihnachten“, SOS Kinderdörfer

Kraiburg Bulgarien

„Bulgarische Weihnachten“, Kinder- und Altersheime

Metro

„Bulgarische Weihnachten"

Balkan Star Automotive

„Bulgarische Weihnachten", SOS Kinderdörfer

 

Quelle: Deutsche Botschaft, Sofia

Bildung

Eckdaten

  • Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 4,5% (2005)
  • Schulpflicht: 7 – 16 Jahre
  • Einschulungsquote: 95% der schulpflichtigen Kinder (2004)
  • Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 98,2 %; Männlich: 98,7 %; Weiblich: 97,7 % (2001 census)
  • HDI Education Index: Rang 53 von 177: 0,926 (1 = max., 0 = keine Bildung)
  • Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 14 Jahre; Männlich: 13 Jahre; Weiblich: 14 Jahre (2006)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ
http://www.gtz.de/de/weltweit/europa-kaukasus-zentralasien/652.htm

CIM Bulgarien
http://www.cimonline.de/de/weltweit/343.asp

DBIHK -  Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer
http://bulgarien.ahk.de/

Bulgarische  Wirtschaftskammer
http://www.bia-bg.com/?lang=en&id_sess=18dpef0e5eptjhhgut4tmekm36

Auslandsbüro Bulgarien Konrad Adenauer Stiftung
http://www.kas.de/proj/home/home/43/1/index.html

Unternehmensbeispiele

  • Balkan Star Automotive, Betz und Liebherr engagieren sich in Projekten zur Berufsbildung
  • BMW, Metro, Balkan Star Automotive und Wall engagieren sich für Deutsche Schule in Sofia
  • Aquachim (keine deutsche Firma aber vertritt deutsches Unternehmen), Kraiburg Bulgarien und Festo Bulgarien engagieren sich für Kindergärten, Schulen und Universitäten

Quelle: Deutsche Botschaft, Sofia

Gesundheit

Eckdaten

  • Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 4,6% (2004)
  • Medizinische Versorgung: 365 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
  • Müttersterblichkeit: 6 Tote/100 000 Geburten (1990-2004)
  • HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): <0,1 % (2001 est.)
  • HIV/AIDS Erkrankte: 346 Erkrankte (2001 est.)
  • HIV/AIDS Tote: 100 (2001 est.)
  • Lebenserwartung: Gesamt Population: 72,83 Jahre; Männlich: 69,22 Jahre; Weiblich: 76,66 Jahre (2008 est.)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ
http://www.gtz.de/de/weltweit/europa-kaukasus-zentralasien/652.htm

CIM Bulgarien
http://www.cimonline.de/de/weltweit/343.asp

DBIHK - Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer
http://bulgarien.ahk.de/

Bulgarische Wirtschaftskammer
http://www.bia-bg.com/?lang=en&id_sess=18dpef0e5eptjhhgut4tmekm36

Auslandsbüro Bulgarien Konrad Adenauer Stiftung
http://www.kas.de/proj/home/home/43/1/index.html

Unternehmensbeispiele

  • Aquachim und Metro engagieren sich für Krankenhäuser und medizinische Zentren
  • Aquachim, Balkan Star Automotive und Wall engagieren sich für kranke und gelähmte Kinder und Stiftungen, die kranke Kinder unterstützen
  • Einige Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitern private Zusatzkrankenversicherung.

Quelle: Deutsche Botschaft, Sofia

Umwelt

Eckdaten

  • Emission CO2 : 0,1% vom Weltgesamtausstoß (2004)
  • Emission CO2 pro Kopf: 5,5 t (2004)
  • Energieverbrauch: 37,4 Millionen  kWh (2006)
  • Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 6,92 km3/Jahr (3%/78%/19%); Pro Kopf: 895 m3/Jahr (2000)
  • Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalengerie: 2,0 % des Primärengerieverbrauchs (2005)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ
http://www.gtz.de/de/weltweit/europa-kaukasus-zentralasien/652.htm

CIM Bulgarien
http://www.cimonline.de/de/weltweit/343.asp

DBIHK - Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer
http://bulgarien.ahk.de/

Bulgarische Wirtschaftskammer
http://www.bia-bg.com/?lang=en&id_sess=18dpef0e5eptjhhgut4tmekm36

Auslandsbüro Bulgarien Konrad Adenauer Stiftung
http://www.kas.de/proj/home/home/43/1/index.html

Unternehmensbeispiele

Naturkatastrophen (z.B Überschwemmungen) - EON

Quelle: Deutsche Botschaft, Sofia

Sonstiges

  • Entwicklung der Infrastruktur – Aquachim, Liebherr
  • Religion (Unterstützung von Kirchen und Klöstern) – Kraiburg Bulgarien, Aquachim, Evrokamion
  • Kultur (z.B. Gemeindefesttage, Kulturförderstiftungen, Volkstanzunterricht, Kultur-/Informationszentren, Aufbau von Denkmälern, Publikationen, Museen) – Wall, Aquachim, Evrokamion, Metro
  • Sport (Training im Vorschulalter, Fußballmannschaften, Tennisförderung, Spenden für Sportbekleidung) – Pirin Tex, Evrokamion, Wall

Daten & Fakten

Land: Republik Bulgarien
Hauptstadt: Sofia
Fläche: 110 099 km²
Bevölkerung: 7,7 Mio. Einwohner (Stand: 2006)
Wirtschaftssystem: Freie Marktwirtschaft
Politisches System: Parlamentarische Republik
Arbeitslosenquote: 7,7 % (2007 est.)
Inflationsrate (CPIX): 7,6 % (2007 est.)
BIP: 39,61 Mrd. USD (2007 est.) = 31,36 Mrd. Euro
BIP/Kopf: 11 300 USD (PPP, 2007 est.) = 8 936,32 Euro
Religionen: ca. 6,8 Mio. bulgarisch-orthodox, ca. 790.000 muslimisch, ca. 50.000 katholisch, ca. 20.000 protestantisch, ca. 5.000 jüdisch (Stand: Dezember 2003)
HDI: Rang 53 von 177 (2007/2008)
CPI: Rang 64 von 179 (2007)
BTI: Status Index: Rang 15 von 125; Management Index: Rang 13 von 125 (2008)