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Indonesien
CSR-Stellenwert
Die deutsche Botschaft verzeichnete in den Medien und bei Veranstaltungen schon vor der Verabschiedung des neuen Firmengesetzes vermehrt ein Interesse am Thema CSR . Das neue Firmengesetz vom 20. Juli 2007 verpflichtet die Mehrzahl der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors zu CSR-Aktivitäten. Nach Artikel 74 sind nicht nur Rohstoff- und Plantagenbetriebe sondern alle Unternehmen, deren Aktivitäten die Umwelt beeinflussen, zu CSR-Programmen verpflichtet. Die Kosten sind steuerlich absetzbar. Ausführungsbestimmungen sollten noch erlassen werden.
Der Gesetzgeber erhofft sich durch die CSR-Regelung innerhalb des neuen Firmengesetzes das bislang gering ausgeprägte Bewusstsein indonesischer Unternehmen für CSR zu erhöhen. Kritiker weisen darauf hin, dass Verantwortung für die Umwelt in anderen Gesetzen wie z.B. dem Umweltgesetz geregelt ist.
Die nationale indonesische Industrie- und Handelskammer KADIN sowie andere Unternehmensvereinigungen haben in gemeinsamer Stellungnahme verkündet, das die CSR-Verpflichtung die Prinzipien guter Regierungsführung verletze und dem Freiwilligkeitsansatz von CSR entgegen stehe.
Die Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer EKONID fördert das Thema CSR in Indonesien in erheblichem Umfang:
Die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) unterstützt die CSR-Aktivitäten unserer Mitgliedsunternehmen, indem sie beispielsweise in ihren Publikationen (SOROTAN, Website) darüber berichtet, an Festakten teilnimmt oder Anfragen mit möglichen Spendern in Kontakt bringt.
Darüber hinaus betreibt die Kammer eigene CSR-Aktivitäten, wie z.B. die alle zwei Jahre stattfindende Charity Gala (das letzte Mal wurde eine NGO unterstützt, die sich den Straßenkindern von Jakarta widmet). Davor gab es eine Spendenaktion, mit deren Erlösen die Gebäude von zwei Schulen in Vororten von Jakarta renoviert wurden. Es fanden auch Mitarbeiterspendenaktionen für die Yogya-Erdbebenopfer statt.
Aufgrund der positiven INDOGERM-direct-Erfahrungen ist die AHK von verschiedenen Unternehmen angesprochen worden, ob sie nicht eine Art CSR-Department betreiben wollen, welches sich im Auftrag der UN um die Implementierung und Abwicklung von deren CSR-Aktivitäten oder Spenden kümmere. Bei INDOGERM handelt es sich um ca. 30 verschiedene CSR-Projekte mit einem Volumen von EUR 6.500.000, die in den letzten vier Jahren im Auftrag von Firmen wie BASF (1.500 TEUR) , BAYER (550 TEUR), SIEMENS (500 TEUR), MERCEDES BENZ (300 TEUR), DEUTSCHE BANK (300 TEUR), PORSCHE (400 TEUR), SCHERING (365 TEUR), u.a.m. durchgeführt wurden. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen, und auf Wunsch der Firmen, wird EKONID ein CSR-Department weiterführen. Die Bundesregierung unterstützt das EKONID Vorhaben durch die (Weiter-) Finanzierung des Projektleiters durch CIM.
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
CSR-Verständnis
Die überwiegend familäre, ländliche Struktur auf der einen Seite und die industrielle Produktion auf der anderen Seite, die in der Vergangenheit, in ihrer Entwicklung entweder durch Staats- oder ausländische Unternehmen geprägt wurde, hat dazu geführt, dass sich keine eigenen staatlichen Sicherungssysteme entwickelt haben. Die gesamte soziale Verantwortung (Pensionen, Krankenversicherung, etc.) wurde den Familien oder Industrieunternehmen übertragen.
Staatsunternehmen kennzeichnen sich durch Ressourcenausbeutung (Pertamina) oder monopolartige Marktsituation in Produktion (Krakatau Steel) oder Services (Staatlicher Stromkonzern PLN). Diese Unternehmen haben die Möglichkeit und Verpflichtung ihre Arbeitnehmer und deren Familien abzusichern und auch im Umfeld dieser Unternehmen verantwortlich zu agieren und z.B. Hospitäler, Schulen, etc. einzurichten.
Ausländische Unternehmens sind entweder ebenfalls im Ressourcenabbau tätig (Öl, Gas, Gold) oder sie werden als „reiche Ausländer“ angesehen, die z.B. Luxusgüter produzieren (Mercedes) und es sich leisten können (müssen), Verantwortung zu übernehmen (auch finanziell).
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
Erwartung an Unternehmen
Politik und Gesellschaft sehen Unternehmen in der moralischen Verpflichtung, sich gesellschaftlich zu engagieren.
Von ausländischen Unternehen wird zum einen erwartet, dass sie sich um die soziale Absicherung ihrer Mitarbeiter kümmern, zum anderen, dass sie sich im Umweltschutz engagieren. Indonesien ist in der Eigenwahrnehmung (noch) nicht auf der wirtschaftlichen Entwicklungsstufe, wo es sich Umweltschutz leisten will. Wenn ein Thema wie etwa der Schutz der Regenwälder von internationalen Akteuren vorangetrieben wird, dann sollen diese auch für die Finanzierung sorgen.
Beim Thema Bildung wird Hilfe aus dem Ausland nicht unbedingt erwartet, aber gerne angenommen, solange keine allzu starke Bevormundung damit einhergeht.
Auch beim Wiederaufbau und der regionalen Entwicklung (wie etwa auf Aceh) sowie Katastrophenvorsorge und humanitärer Nothilfe wird Hilfe gerne angenommen.
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
Rahmenbedingungen
Umsetzung übergeordneter Referenztexte
Durchführung und Umsetzung der vier ILO-Kernarbeitsnormen
1) Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, 2) Beseitigung der Zwangsarbeit, 3) Abschaffung der Kinderarbeit, 4) Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
Indonesien hat alle Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO ratifiziert, die sich auf die vier fundamentalen ILO Kernarbeitsnormen beziehen. Diesbezügliche nationale Gesetzgebung und Regulierung wurde in der Vergangenheit in Indonesien geschaffen und bilden nun den Rahmen zur Durchsetzung dieser Arbeitsrechte.
Das Nationale Aktionskomitee zur Eliminierung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit hat einen Nationalen Aktionsplan (NAP) vorbereitet, in der die Ziele der nächsten 5 Jahre formuliert werden:
1. Erhöhung der öffentlichen Wahrnehmung
2. Erfassung der aktuellen Lage
3. Entwicklung und Umsetzung eines Programms zur Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit mit Priorität in fünf Bereichen: Handel von Kinder zu Zwecken der Prostitution, Einsatz von Kindern in der Produktion und beim Handel von Drogen und suchterzeugenden Substanzen, Einsatz von Kindern im „Off-shore“-Fischen und Tauchen, bei der Arbeit im Bergbaubereich und in der Lederwarenindustrie.
Die ILO hat sich in ihrem „Decent Work Country Programm 2006-2010“ für Indonesien das Vorgehen gegen die fünf schlimmsten Formen der Kinderarbeit als eine Form der Ausbeutung am Arbeitsplatz zum Ziel gesetzt. Ferner arbeitet die ILO mit der indonesischen Regierung und NGOs zusammen, um sicherzustellen, dass ehemalige Kinderarbeiter nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Leitlinien sind die Erreichung des indonesischen Millennium Development Ziels „Bildung für Alle“ und der nationale strategische Erziehungsplan 2005-2009.
Initiativen der Wirtschaft
GLOBAL COMPACT - Netzwerk
Ansprechpartner vor Ort
Indonesian Global Compact Network Coordinator
Mr. Y. W. Junardy
President
Indonesia Marketing Association
Mr. Jason Pronyk
Assistant Resident Representative
UNDP
Email: jason.pronyk (at) undp (dot) org
Tel: +62 21 314 1308, ext 430
Mr. Yogi Y. Adjie
Program Director
Indonesia Marketing Association
Email: yogi.adjie (at) gmail (dot) com
Tel: +62 21 5761 369, 5761 355
GC Office Country Coordinator
Nessa Whelan, e-mail: whelan (at) un (dot) org
Handlungsfelder
Armut
Indonesien hat durch breitenwirksames Wachstum und Investitionen im Bildungs- und Gesundheitssektor große Fortschritte im Bereich der Armutsbekämpfung gemacht. Im März 2008 lag der Anteil der Bevölkerung in absoluter Armut (nationale Definition 1,55 US$ am Tag = 1,22 Euro) bei 15,4% (16,6% im März 2007). Allerdings lebt fast die Hälfte der Bevölkerung am Rande der Armut und hat weniger als 2 US$ (= 1,57 Euro) am Tag zur Verfügung (49%; ca. 110 Mio. Menschen). Die hohe Inflation (11% in 2008) ist auf steigende Lebensmittel- und Brennstoffpreise zurückzuführen und trifft damit insbesondere arme Haushalte. Die Stadt-Land- und regionalen Unterschiede insbesondere zwischen Zentraljava und entlegeneren Inseln wie bspw. Papua sind nach wie vor sehr groß.
Eckdaten
- Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamt Population: 70,46 Jahre; Männlich: 67,98 Jahre; Weiblich: 73,07 Jahre (2008 est.)
- Säuglingssterblichkeit: Total: 31,04 Tote/1000 Geburten; Männlich: 36,14 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 25,68 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
- Unterernährung: 6% (2002/04)
- Zugang zu sauberem Wasser: 77% (2004)
- Zugang zu sanitären Einrichtungen: 55% (2004)
- Human Poverty Index: Rang 47 von 108 (2007/2008)
- Gini Index: 36,3(2005)
- Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 17,8% (2006)
Beschäftigung und Einkommen von 88% der indonesischen Bevölkerung hängen von der KKMU Entwicklung ab. Deutsche aber auch lokale sowie andere internationale Unternehmen können dazu beitragen, Einkommen und Beschäftigung zu schaffen und die Produktivität lokaler Unternehmen zu stärken. Handlungsfelder für deutsche Unternehmen im Bereich Armut sind daher: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen durch Know-how- und Technologietransfer, Beitrag zur Erhöhung der Jugendbeschäftigung durch Existenzfördertraining und Engagement im Bereich der berufliche Bildung (Ausbildung, Stipendien, Work Experience Schemes); Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur Förderung von ökologischem Wirtschaften durch Förderung von Öko- und Sozialstandards; Sensibilisierung des indonesischen Privatsektors für entwicklungspolitische Themen und CSR, sowie Beitrag zur Verbesserung der Versorgung in ärmeren Gebieten mit Wasser und Energie.
Akteure
Public-Private Partnership (PPP) als Umsetzungsinstrument für CSR: PPPs sind formalisierte Kooperationen zwischen dem privaten Sektor (z. B. Unternehmen, Banken) und dem öffentlichen Sektor (z. B. GTZ). Ziel einer PPP ist es, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung eines Landes zu leisten. Die Projekte werden gemeinsam vom privaten und öffentlichen Projektpartner geplant, finanziert und umgesetzt. Ein PPP Engagement fällt nicht in das Kerngeschäft eines Unternehmens, dient aber dessen Geschäftsinteressen (d.h. nicht gemeinnützig). Weitere Partner können Bildungsinstitutionen, Zertifizierungsinstitute und kommunale Einrichtungen sein.
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Armut
Die Chancen von einem Engagement im Bereich der Armutsbekämpfung umfassen insbesondere die Erschließung neuer Märkte durch Kooperation mit lokalen Unternehmen oder Berufsbildungseinrichtungen und die Bindung von Kunden bzw. die Verbesserung des Images durch Engagement im Bereich CSR. Gleichzeitig können deutsche Unternehmen die Qualität ihrer Zulieferungsstrukturen etwa durch Verbesserung von Rahmenbedingungen und Produktionsprozesse lokaler Unternehmen (bspw. Qualitätsstandards) positiv beeinflussen.
Risiken ergeben sich insbesondere durch Nichtbeachtung kultureller Werte und Normen bei der Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und der hohen Korruptionsrate in Indonesien.
Unternehmensbeispiele
TÜV Rheinland
Anwendung eines web-basierten Qualitätsmanagement Instruments nach internationalen Standards zur Förderung eines effektiven und kundenorientierten Qualitätsmanagement.
Allianz
Im Bereich Mikroversicherung zur Verbesserung und Ausweitung des Zugangs zu privaten Versicherungen. Zielgruppe sind insbesondere arme Bevölkerungsgruppen.
Siemens AG
Berufsbildung im Bereich Automatisierung, Steuerung und Mechatronik; Dies beinhaltet in erster Linie die Qualifizierung von technischen Fachkräften in Unternehmen sowie Ausbildern und Dozenten an öffentlichen Einrichtungen
Yayasan German Garment Training Centre (GGTC)
CSR WeltWeit-Fallstudie: Ausbildung von unterprivilegierten Schülern
Randstad Deutschland GmbH & Co.KG
CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
Bildung
Im Schulwesen klaffen weiterhin eklatante Lücken, die mit dem derzeitigen Haushaltsansatz für Bildung nicht ausgeglichen werden können. Für den Haushalt 2009 ist nunmehr ein Anteil der Bildungsausgaben von 20% geplant, was zumindest einen Schritt in die richtige Richtung bedeuten würde. Zwar ist das Schulgeld in Indonesien besonders hoch, so dass angesichts der derzeitigen Erhöhung der Lebenshaltungskosten (v.a. Lebensmittelpreise und Benzin) bereits viele Kinder ihre Schulen verlassen mussten, da ihre Eltern das Schulgeld nicht weiter aufbringen können. Lehrer werden dennoch sehr schlecht bezahlt. Teilweise ist es an Schulen üblich, dass Kinder ihren Lehrern Geld zahlen und dafür u.U. besser gefördert werden.
Eckdaten
- Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 3,6% (2006)
- Schulpflicht: 7 – 15 Jahre
- Einschulungsquote: 94% der schulpflichtigen Kinder (2004)
- Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 90,4%; Männlich: 94 %; Weiblich: 86,8% (2004 est.)
- HDI Education Index: Rang 107 von 177: 0,830 (1 = max., 0 = keine Bildung)
- Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 11 Jahre; Männlich: 12 Jahre; Weiblich: 11 Jahre (2005)
Studiengebühren sind ebenfalls hoch, häufig können sich gute Schüler ein Studium daher nicht leisten. Derzeit wirbt die Regierung verstärkt für SMKs (Berufsschulen) als Alternative zum Studium.
Die Swiss German University (SGU) ist eine erfolgreiche indonesische Bildungseinrichtung mit guten Kontakten zu deutschen Hochschulen und der deutschen Wirtschaft. Aufgrund der hohen Bewerberzahl wird die SGU Anfang 2009 auf einen größeren neuen Campus umziehen. Geplant ist zudem eine Erweiterung des Studienangebotes, um für die Wirtschaft besonders interessante, in Indonesien bisher nicht vorhandende Studiengänge wie Disaster Management, Airport Management, BA in Flight and Aereonautical Management oder Geothermie, anbieten zu können. Auch eine Zusammenarbeit in der Nahrungsmittelwissenschaft (life-science and agriculture) auf dem überregional relevanten Gebiet der Reisforschung könnte im Rahmen eines Netzwerkes regionaler Universitäten (besteht noch nicht) möglich werden. Die SGU wird im Rahmen ihrer Erweiterung in eine neue Struktur überführt, an der die Indonesien Sinar-Mas-Gruppe in hohem Maße beteiligt sein wird (vss. ist dieses Engagement nach neuem indonesischem Recht steuerlich absetzbar). Die Finanzierung liegt dabei derzeit zu hundert Prozent in indonesischer Hand.
Akteure
Kultur-Mittler (Goethe-Institut, DAAD, Deutsche Internationale Schule Jakarta (DIS)), die noch zu benennende indonesischen Partnerschulen (die Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amtes wurde 2008 ins Leben gerufen) sowie das Bildungsministerium.
Potentielle Handlungsfelder für ausländische Unternehmen im Bereich der Bildung sind folgende:
- Sponsoring von ausgewählten guten (Mittel-)Schulen (z.B. Partnerschulen, www.auswaertiges-amt.de/SchulenPartnerderZukunft)
- Angebot von Schnupper-Praktika für Schüler
- Unterstützung der Berufsausbildung (z.B. Berufsschulen)
- Surplace-Stipendien für Sprachkurse des Goethe-Instituts, Studienkolleg oder Universitäten
- Ausschreibung von Preisen (ähnlich Deutsch-Olympiade - Pädagogischer Austauschdienst)
Unternehmen beabsichtigen durch Aktvitäten im Bereich Bildung einen Werbeeffekt zu erzielen und u.U. besonders gute Absolventen an sich zu binden.
Unternehmensbeispiele
Die deutsche Wirtschaft ist an der Deutschen Internationalen Schule (DIS) engagiert, v.a. über Sponsoring-Leistungen und Vermittlung von Praktika:
Beispiele für die Unterstützung der Wirtschaft sind:
- Einweihung der Photovoltaik-Anlage (dena/sunset) im Februar 2008
- Siemens-Informatik-Räume
- Regelmäßige Vermittlung von Praktikanten an verschiedene Unternehmen, z.B. Schenker, Merck
- Ausgabe von Stipendien für bedürftige Schüler, finanzielle Unterstützung von Sportanlagen und Schulfesten
International Garment Training Centre (IGTC): Die Stiftung German Garment Training Centre (GGTC) unterhält das Training Center, das jungen Indonesiern eine Ausbildung zu qualifizierten Arbeitern und Fachkräften der Bekleidungsindustrie gibt. Zur Zeit ist eine CIM-Kraft im IGTC tätig. Hauptsponsoren sind die S.Oliver Group, Rottendorf und die DEG sowie 142 weitere Sponsoren (März 2005) aus 13 Ländern.
Yayasan German Garment Training Centre (GGTC)
CSR WeltWeit-Fallstudie: Ausbildung von unterprivilegierten Schülern
Merck KgAa / PT Merck Tbk
CSR WeltWeit-Fallstudie: Fight anemia, increase learning achievement!
PT Asuransi Allianz Indonesia
CSR WeltWeit-Fallstudie: Wiederaufbau einer Schule in Tibang, Banda Aceh
Randstad Deutschland GmbH & Co.KG
CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
Gesundheit
Die staatlichen Dienste im Gesundheitswesen sind teilweise qualitativ und/oder quantitativ lückenhaft. Das Engagement der Wirtschaft kann helfen, den Ausgleich im Privatsektor zu schaffen, ohne das staatliche System zu belasten. Die Sicherung der medizinischen Versorgung der Angestellten und ihrer Familien kann durch die Zahlung von Beiträgen zur Krankenkasse, durch Grundversorgung, Prävention und Aufklärung sowie Arbeitsmedizin und –sicherheit geschehen. In diesem Zusammenhang empfiehlt sich eine Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden, dem staatlichen Versicherungsträger JAMSOSTEK und den Strukturen des Arbeitsministeriums.
Eckdaten
- Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 1,0% (2004)
- Medizinische Versorgung: 13 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
- Säuglingssterblichkeit: Total: 31,04 Tote/1000 Geburten; Männlich: 36,14 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 25,68 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
- Müttersterblichkeit: 310 Tote/100 000 Geburten (1990-2004)
- Kinderunterernährung: 28% der unter 5jährigen (1996- 2005)
- HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): 0,1 % (2003 est.)
- HIV/AIDS Erkrankte: 110 000 Erkrankte (2003 est.)
- HIV/AIDS Tote: 2 400 (2003 est.)
- Lebenserwartung: Gesamt Population: 70,46 Jahre; Männlich: 67,98 Jahre; Weiblich: 73,07 Jahre (2008 est.)
Weitere Handlungsfelder im Bereich der Gesundheit können sein:
- Trägerschaft für private gesundheitliche Zusatzversicherungen für Klein- und Mittelverdiener
- Rückversicherung für lokale Sozialversicherungssysteme
- Förderung des Gesundheitspersonals.
Akteure
- Verband der Ärzte für Public Health
- Universität Gadjah Mada, in Yogyakarta, Medizinische Fakultät, School of Public Health, Professor Laksono Trisnanataro (macht zahlreiche Studien zum Thema und engagiert sich in lokalen Versuchen)
- Staatlicher Versicherungsträger für Angestellte JAMSOSTEK
- Lokale Regierungen und Gesundheitsbehörden
- Lokale Arbeitgeberverbände
- Gewerkschaften
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Gesundheit
Im Rahmen von Demokratisierung und Dezentralisierung entwickeln sich rasch, aber unkontrolliert private Gesundheitsdienste. Daraus ergibt sich eine Chance, dass die staatlichen Dienste sinnvoll ergänzt, in einigen Bereichen sogar durch effizientere private Bewirtschaftung ersetzt werden können.
Das Risiko besteht in einer funktionellen Trennung staatlicher und privater Dienste, welche zu ungesunder Konkurrenz führt. Dies kann zu Lasten der Qualität gehen und das Problem der ungleichen Abdeckung mit Diensten, geographisch wie sozioökonomisch, deutlich verschärfen.
Unternehmensbeispiele
MRK
Die Firma MRK (lokale Neugründung deutscher ehemaliger Merck-Mitarbeiter) engagiert sich in einer PPP im Bereich Krankenhaushygiene durch die Einführung systematischer Untersuchungen auf Kontamination und Fortbildung des Laborpersonals in mehr als 100 Krankenhäusern.
Siemens AG
CSR WeltWeit-Fallstudie: Safe Water Kiosk – mobile Filteranlagen für eine nachhaltige Wasserversorgung
Merck KgAa / PT Merck Tbk
CSR WeltWeit-Fallstudie: Fight anemia, increase learning achievement!
Randstad Deutschland GmbH & Co.KG
CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
Politische Mitwirkung
Wichtig ist vor allem die Korruptionsbekämpfung.
Akteure sind in diesen Bereich die Korruptionsbekämpfungsbehörde (KPK) und Organisationen wie Tansparency International.
Eckdaten
- Wahlrecht: 17 Jahre; universell, alle verheirateten Personen, unabhängig vom Alter
- Rangliste der Pressefreiheit: Rang 100 von 169 (2007)
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Politische Mitwirkung
Die Chancen von einem Engagement gegen Korruption sind erheblich größer als die Risiken. Die Nachwirkungen des Siemens-Skandals sind derzeit allerdings ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem.
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
Umwelt
Eckdaten
- Emission CO2: 1,3% vom Weltgesamtausstoß (2004)
- Emission CO2 pro Kopf: 1,7 t (2004)
- Energieverbrauch: 108 Millionen kWh (2006 est.)
- Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 82,78 km3/Jahr (8%/1%/91%); Pro Kopf: 372 m3/Jahr (2000)
- Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalengerie: 3,7 % des Primärengerieverbrauchs (2005)
Klimaschutz in mittelgroßen Städten, insbesondere Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Öffentlicher Personennahverkehr, Abfallmanagement, Küstenschutz, Aufforstung, Wassermanagement, etc., Nachhaltige Entwicklung
Akteure
- PT Indocement
http://www.indocement.co.id/new/index.asp - Stengelin-Specker Kläranlagen GmbH
http://www.stengelin-specker.de - PT Merck
http://www.merck.de - Ecosecurites
http://www.ecosecurities.com - South Pole
http://www.southpolecarbon.com/german.htm - PT Holcim
http://www.holcim.com/ - PT Indocement
http://www.indocement.co.id/new/index.asp - HACH LANGE GmbH
http://www.hach-lange.de/ - PT Bayer Indonesia
http://www.bayer.de
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Umwelt
Die Chancen von einem Engagement liegen im vor allem in folgenden Bereichen:
- Lokale Verwaltungen auf die Problematik aufmerksam machen
- Bevölkerungsbeteiligung mobilisieren (gute Beispiele und Instrumente vorhanden)
- EcoMinds-Projekt: Förderung des Umweltbewusstseins u. Werbeeffekt
Das Risiko ist lediglich, dass nationale Behörden ein geringes Interesse an dem Thema zeigen.
Unternehmensbeispiele
Bayer AG
CSR WeltWeit-Fallstudie: Bayer AG - Strategische Partnerschaft mit United Nations Environment Programme im Bereich Jugend und Umwelt
Siemens AG
CSR WeltWeit-Fallstudie: Safe Water Kiosk – mobile Filteranlagen für eine nachhaltige Wasserversorgung
Yayasan German Garment Training Centre (GGTC)
CSR WeltWeit-Fallstudie: Ausbildung von unterprivilegierten Schülern
Randstad Deutschland GmbH & Co.KG
CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas
Weitere Informationen:
Laufende PPP-Maßnahmen
- Entwicklung von Richtlinien für Abfall „Co-processing“ in der Zementindustrie; In dieser integrierten PPP werden internationale Richtlinien, die von einem internationalen PPP Projekt (GTZ Holcim) erstellt wurden, an die indonesischen Gegebenheiten angepasst. Firma: PT Holcim & Pt Indocement; Laufzeit: 1.11.06 – 31.12.2008.
- Installation einer Messanlage und Capacity Development von Umweltbehörden in Zentral Java; Diese PPP-Maßnahme unterstützt lokale indonesische Partner (in Provinz und regionalen Umweltbehörden), Pilotprojekte zur Wasserqualitätsanalyse umzusetzen. Firma: Hach-Lange GmbH; Laufzeit: 02. – 12. 2008
Capacity Development für häuslichen und industriellen Entsorgungstechnologien. Das Ziel dieser PPP war es, pilothaft angepasste und günstige Technologien für Kläranlagentechnologien in Zentral und Ost Java vorzustellen. Firma: Stengelin-Specker Kläranlagen GmbH; Laufzeit: 1.05.2007 – 15.1.2009
Abgeschlossene PPP-Maßnahmen
- Entwicklung eines "Clean Development Mechanisms-Bundling"-Projektes (CDM-Bundling) in kleinen und mittelständigen Unternehmen (SME) und die Verbreitung von Ökoeffizienz in kleinen und mittelständigen Unternehmen; Das Projekt unterstützte Capacity Buidling und Training in dem Instrument CDM-Bundling und Ökoeffizienz und untersuchte durch eine Studie die Nutzbarkeit dieses Instruments im Bereich Tofu Herstellung in Indonesien. Firma: Ecosecurites und South Pole; Laufzeit: 1.1.2007 – 31.12.2007
- Sicheres Chemikalienmanagement, Biomaterialien und anderen Abfallstoffen in Indonesien; Durch geeignete Trainingsmassnahmen soll das Bewusstsein von indonesischen Firmen, Labors und Verantwortlichen geweckt werden sicher und umweltfreundlich mit gefährlichen Chemikalien umzugehen. Firma: PT Merck; Laufzeit: 15.12.05-14.7.2008
- Nachhaltiges Überwachen von Emissionen von den Verbrennungsanlagen von der indonesischen Zementindustrie. Das Ziel dieser Maßnahme war es die Angestellten der Universität „Institute of Technology Bandung (ITB)“ und wichtige Entscheidungsträger innerhalb von Umweltbehörden zu schulen notwendige Emissionsmessungen bei der Verbrennung von Abfallsubstanzen in Zementkilns umsetzen zu können. Firma: PT Indocement; Laufzeit: 1.12.2005 – 31.3.08
- Förderung von Nachwuchsforschern zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“: In Zusammenarbeit mit UNEP (United Nations Environment Programme) hat Bayer das Jugendumweltforum „Eco-Minds 2007“ veranstaltet. 138 Nachwuchsforscher aus Indonesien reichten in diesem Rahmen interdisziplinäre, kreative Konzepte zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“ ein. Die Landesbesten qualifizierten sich für das „Eco-Minds“ Forum in Thailand vom 31. Mai bis 3. Juni 2007, welches Bayer alle 2 Jahre für Studenten aus den Ländern Australien, Neuseeland, China, Korea, Indien, Thailand, Philippinnen, Indonesien und Singapur anbietet. Junge Denker setzen sich in diesem Programm mit globalen Umweltproblemen interdisziplinär auseinander. Bayer hofft, dass deren Konzepte im Sinne nachhaltigen Wachstums wirken können.
Quelle: Deutsche Botschaft, Jakarta
Sonstiges
Tsunami Soforthilfe und Wiederaufbau (siehe auch www.indogerm-direct.org )
Als Reaktion auf die Tsunami Katasrophe im Dezember 2004 haben sich ca. 50 in Indonesien ansässige, überwiegend grosse deutsche Unternehmen und Einzelpersonen zur INDOGERM-direct Initiative zusammengeschlossen. Die rechtliche Trägerschaft und Durchführung hat die deutsch-indonesische Industrie- und Handelskammer (AHK / EKONID) übernommen.
Anfänglich wurde unmittelbare Katastrophenhilfe geleistet, z.B. durch Essens- & Medikamenten-spenden, Installation von Wasserwiederaufbereitungsanlagen, Bereitstellung von Zeltunterkünfte. In der darauffolgenden Hauptphase wurden ca. 30 Wiederaufbau- und Selbsthilfeprojekte in den Bereichen Erziehung, Fischerei, Gesundheit, Kindesfürsorge und Community-Entwicklung konzepiert und implementiert, insgesamt mit einem Spendenvolumen von EUR 6,5 Millionen.
Als weitere Handlungsfelder sind generell Maßnahmen der Katastrophenvorsorge und humanitären Hilfe zu nennen, wobei hier bereits die großen deutschen Hilfsgesellschaften (Deutsches Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter, Diakonie, Arbeiter-Samariter-Bund - bis zum Jahr 2008 mit einem Gesamtprojektvolumen von ca. 830.000 € - in IDN landesweit tätig sind ).
Engagementbeispiele INDOGERM:
Erziehungsbereich: Mit ca. EUR 3,5 Mio. Finanzierungsvolumen ist das Hauptprojekt in Banda Aceh der Wiederaufbau und parallel dazu Neubau und die Ausstattung eines grossen Berufsschulkomplexes für ca. 3.700 Schüler sowie Bau und Ausstattung eines Aus- und Weiterbildungszentrums auf dem ehemaligen Berufsschulgelände.
Kindesfürsorge: Konstruktion und Ausstattung von zwei Waisenhäusern in Lhoksumawe (64 Kinder) und auf der Insel Nias (200 Kinder); Rehabilitation von 14 Kindergärten; ein Programm zur Traumabewältigung von betroffenen Kindern und insbesondere von Eltern.
Fischerrei: Bau von insgesamt sieben Schiffen (15 & 25m) sowie dazugehöriger Eisfabrik mit Wasseraufbereitungsanlagen und Stromversorgung an zwei Standorten (Biren, Meulabo).
Gesundheitswesen: Bau einer Nachbarschaftsklinik in Banda Aceh; Training von 150 Krankenschwestern; Spenden: ein Krankenwagen, 2 mobile Röntgengeräte, Laborausstattung sowie 50 Prothesen.
Community-Entwicklung: Trainingscenter für Kakoabauern (organic farming & fair trade) in Sigli; Solarstromanlagen für 43 Häusen und Strassenbeleuchtung; Bau der Wasserversorgung (Solarpumpen, Reservois, Leitungssystem) in Lamreh und Muarabatu.
Akteure im Bereich der Katastrophenhilfe:
- Ca. 50, überwiegend deutsche und in Indonesien ansässige Unternehmen wie beispielsweise BASF, BAYER, KfW, Deutsche Bank, DaimlerChrysler, SIEMENS, Schering, Henkel, MAN Ferrostahl, u.a.m. sowie die „Wirtschaft Hilft“ Aktion des BDI und Handelblatts und Spendengelder, die durch die Deutschen Schulen eingesammelt wurden
- Trägerschaft und Implementierung durch die Deutsch – Indonesische Industrie- und Handelkammer (AHK / EKONID)
Chancen und Risiken von Engagement in der Katastrophenhilfe:
Den geholfenen Menschen eröffnen sich Chancen über die Katastrophe hinweg zukommen und sich durch die Erfahrung menschlicher Anteilnahme und Hilfe sowie den materiellen Gaben weiter zu entwickeln. Man kann heute, nach 3 ½ Jahren feststellen, dass der Bürgerkrieg in Aceh durch den Tsunami und die sich daran anschließende Welle von Hilfsprojekten zum Erliegen gekommen ist und sich der Friedensprozess durchgesetzt hat.
Die grössten allgemeine Risiken liegen darin, dass es wieder zu Gewalthandlungen kommen kann und dass die Menschen Schwierigkeiten haben werden, wenn die ganzen Aufbauprojekte abgeschlossen sind und die in- und ausländischen Hilfsorganisationen abziehen (Stichwort Marktverzerrung).
Daten & Fakten
Weiterführende Links
- Asien Kurier: Indonesien - Soziale Verantwortung von Unternehmen verpflichtend
- Bertelsmann Transformation Index - Indonesien
- BMZ Länderinformation - Indonesien
- Corruption Perceptions Index 2008 (CPI)
- DEG Indonesien
- Deutsch-indonesische Handelskammer
- Deutsche Botschaft Jakarta
- GTZ Indonesien
- Human Development Index - Indonesien
- Indonesien - Anti-Korruptions-Informationen
- KfW Indonesien
- KfW Länderinformationen Indonesien
- Länderinformationen Indonesien, Auswärtiges Amt
- Nationale indonesische Industrie- und Handelskammer KADIN
- UN Global Compact Indonesia
- UN Indonesia
- UNDP Indonesia
- UNISA Centre for Corporate Citizenship
Weiterführende Studien
- Emergia Institute, Entwicklungsgeschäfte - Geschäfte machen gegen Armut, PDF 4 MB
- Melody Kemp, Corporate Social Responsibility in Indonesia: quixotic dream or confident expectation? (2001) , PDF 877 KB
- GTZ, PPPreport: Asien — Zwischen Wiederaufbau und High-Tech-Zentren, PDF 1 MB
- GTZ, PPPreport: Asien - Neue Ideen für höhere Lebensqualität, PDF 1 MB
