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Japan
CSR-Stellenwert
Das gesamtgesellschaftliche Ziel einer umfassenden Harmonie gilt auch für die japanischen Unternehmen. Unternehmensentscheidungen sind deshalb das Ergebnis eines in der Regel sehr langwierigen Konsultationsprozesses, in den Mitarbeiter aller Ebenen und zunehmend auch „Stakeholder“ außerhalb des Unternehmens eingebunden werden. Dabei wird versucht, konsensuale Lösungen zu erarbeiten. Interessant ist in diesem Zusammenhang die relativ geringe Rolle der Gewerkschaften, die i. d. R. auf Unternehmensebene organisiert sind.
Ähnliches gilt für die politische Entscheidungsfindung. Zwischen den Unternehmerverbänden und der Regierung auf allen Ebenen besteht ein intensiver Dialog. Die Einbindung von NGOs steckt im Vergleich zu anderen entwickelten Volkswirtschaften noch in den Kinderschuhen. Das hängt auch damit zusammen, dass japanische NGOs im Gegensatz zu ihren westlichen Gegenstücken im Allgemeinen konfrontative Ansätze vermeiden und Unternehmen gegenüber keinen Druck aufbauen. In den vergangenen Jahren haben die NGOs jedoch einen gewissen Bedeutungszuwachs erfahren und werden deshalb stärker als zuvor in Dialogprozesse eingebunden.
Eine Erhebung des Nippon Keidanren (Japan Business Federation) im Jahr 2005 ergab, dass 75 % aller japanischen Großunternehmen CSR-Komitees unterhalten und 80 % über ihre CSR-Aktivitäten berichten. Eine wichtige Rolle bei den CSR-Anstrengungen japanischer Unternehmen spielen internationale Umweltstandards, z. B. ISO 14001. Japan ist deutlich vor den westlichen Industrieländern das Land mit den meisten ISO 14001 Zertifizierungen. Unternehmen haben ein lebhaftes Interesse daran, sich in Bereichen zu engagieren, in denen die Anstrengungen numerisch messbar sind. Im Gegensatz dazu ist das Interesse, sich mit der sozialen Dimension von CSR zu befassen, deutlich geringer ausgeprägt als in anderen Industrieländern. Dies wird mit unklarem Auswirkungen für das Betriebsergebnis sowie geringem Druck der Stakeholders, insbesondere der NGOs, der Öffentlichkeit und der Investoren, erklärt.
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
CSR-Verständnis
Japanische Unternehmen haben eine soziale Verantwortung ihren festangestellten Mitarbeitern gegenüber. Sie ist Gegenleistung für das vom Arbeitgeber erwartete hohe Maß an Loyalität, das sich z. B. in hohen Überstunden, Verzicht auf Urlaub u. ä. ausdrückt. Häufig ist stellt in Japan der Arbeitgeber neben einem Gehalt seinen festangestellten Mitarbeitern auch eine stark subventionierte Wohnung zur Verfügung. Ferner übernehmen Unternehmen häufig die Übernahme von Beiträgen zur Sozialversicherung, die Bereitstellung von Kinderbetreuung, Freizeitgestaltung usw.
Traditionell ist das Thema CSR vornehmlich mit Fragen des Umweltschutzes und der Energieeffizienz assoziiert. Das starke Engagement in den Bereichen Arbeit und Soziales wird jedoch verstärkt auch aus dem Blickwinkel der CSR betrachtet. An Bedeutung gewinnen Bereiche, die durch Skandale die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen haben, z. B. Lebensmittelsicherheit und Korruption.
Das philantropische Engagement japanischer Unternehmen hält sich in deutlich engeren Grenzen als z. B. in den angelsächsischen Ländern. Auch das Bewusstsein für die Übernahme von Verantwortung für gesellschaftliche Auswirkungen in der Wertschöpfungskette ist noch nicht so stark ausgeprägt wie in anderen entwickelten Volkswirtschaften.
Die japanischen Großunternehmen verfügen über beträchtlichen Einfluss im politischen Ordnungsprozess, sowohl durch das politische Engagement einzelner Unternehmer, insbesondere innerhalb der langjährigen Regierungspartei LDP, als auch über den Unternehmensverband Keidanren und die Unternehmervereinigung Keizai Doyukai.
Nach anfänglich erheblicher Skepsis gegenüber dem Konzept sind es in erster Linie die Unternehmen und ihre Standesvertretungen selbst, die CSR mit Rücksicht auf die Exportmöglichkeiten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen vorantreiben, d.h. der Unternehmensverband Keidanren und die Unternehmervereinigung Keizai Doyukai. Wirtschaftliche Interessen bilden die Grundlage für die Schwerpunktsetzung beim CSR-Engagement japanischer Firmen.
Darüberhinaus kommt den Medien eine wichtige Rolle zu, insbesondere deren teilweise mit der Regierung eng abgestimmte Berichterstattung über Umweltprobleme oder mangelnde Lebensmittelsicherheit.
Ausländische NROs, die international eine führende Rolle in der CSR-Diskussion spielen, haben einen größeren Einfluss auf japanische Firmen als einheimische Organisationen.
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
Erwartung an Unternehmen
In der japanischen Gesellschaft ist der Arbeitsplatz ein zentraler Bezugspunkt für das Individuum. Er hat häufig eine größere Bedeutung als die Familie. Insbesondere Männer verbringen den weitaus größten Teil ihrer verfügbaren Zeit am Arbeitsplatz oder gemeinsam mit Kollegen. Auch wenn inzwischen fast ein Drittel der japanischen Beschäftigten nicht mehr als Festangestellte, sondern in flexiblen Arbeitsverhältnissen tätig ist, bleibt das traditionelle Leitbild der lebenslangen Beschäftigung prägend. Deshalb kommt Unternehmen und Unternehmern nach wie vor eine tragende Rolle in der japanischen Gesellschaft zu. Die Bevölkerung erwartet von ihnen deutlich mehr als „nur“ die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen. An die Unternehmen werden weitgehende Erwartungen gerichtet, u. a. bei der sozialen Absicherung ihrer Mitarbeiter, bei der Einhaltung ihrer Verpflichtungen gegenüber Staat, Gesellschaft und Konsumenten sowie bei der Erhaltung und dem Ausbau der Stellung der japanischen Volkswirtschaft.
Diese herausgehobene Rolle japanischer Unternehmen, in erster Linie der Großunternehmen, hat ihre Wurzeln in der späten Tokugawa-Zeit, als große Handelshäuser eine immer wichtigere Rolle bei der Finanzierung der herrschenden Samurai-Klasse spielten. Die Unternehmen haben ihre gesellschaftliche Stellung während der Meiji-Reformation ausgebaut, als sie eine tragende Rolle beim Umbau Japans in ein industrialisiertes, auch militärisch starkes Gemeinwesen (Fukoku kyohei) spielten, das auch den westlichen Großmächten gewachsen war. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es wiederum die international erfolgreichen Großunternehmen in enger Abstimmung mit der Regierung, die dem Land ermöglichten, wieder eine aus japanischer Sicht angemessene Stellung in der internationalen Gemeinschaft einzunehmen.
Nachdem die administrative Lenkung der Unternehmen durch die Regierung (gyosei shido) nicht mehr die Rolle wie früher spielt, sind die Erwartungen an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen eher noch gestiegen. Auffällig in Japan ist, dass traditionell in der japanischen CSR-Diskussion Aspekte im Vordergrund stehen, die die japanische Gesellschaft direkt betreffen. Ursprünglich war dies insbesondere der Umweltschutz. Jetzt rücken Produktsicherheit und Vermeidung von Korruption in den Vordergrund. Die Betrachtung der Aktivitäten japanischer Unternehmen mit Auslandbezug aus dem CSR-Blickwinkel ist relativ neu und noch nicht stark ausgeprägt. So spielen das Konzept des „socially responsible investment“ oder die Überwachung der Produktionskette aus CSR-Blickwinkel bisher eine untergeordnete Rolle.
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
Rahmenbedingungen
Staatliche Regulierungen - Umsetzung übergeordneter Referenztexte
Es gibt keine Bestimmungen, deren expliziter Zweck die Regelung von CSR-Aktivitäten von Unternehmen ist. Von großer Bedeutung ist jedoch das Gesetz zur Förderung nicht gewinnorientierter Aktivititäten (Law to Promote Specified Non-Profit Activities) von 1988, das die Durchführung nicht gewinnorientierter Aktivitäten erleichtert. Davon abgesehen müssen in Japan tätige Unternehmen selbstverständlich die für sie einschlägigen Rechtsnormen beachten.
Wichtige Normen, in denen die gesellschaftlichen Pflichten von Unternehmen geregelt sind und die einen Bezug zu CSR-Aktiväten haben, sind u. a.
- das Handelsgesetzbuch (Commercial Code)
- das Strafgesetzbuch (Penal Code)
- das Umweltbasisgesetz (Basic Einvironment Law)
- das Basisgesetz über Lebensmittelsicherheit (Food Safety Basic Law)
- das Gesetz über die Gewährleistung gleicher Möglichkeiten und Behandlung zwischen Männern und Frauen im Arbeitsverhältnis (Law on Securing etc. of Equal Opportunity and Treatment between Men and Women in Employment)
- sowie Vorschriften über die Abwicklung öffentlicher Ausschreibungen.
Neben den im Gesellschaftsrecht festgelegten Berichtspflichten erstellen viele japanische Unternehmen auf freiwilliger Basis bzw. aufgrund von nicht verbindlichen Berichtsstandards, z.B. der Global Reporting Initiative, Berichte über ihre CSR-Aktivitäten. Während dabei vor wenigen Jahren der Schwerpunkt eindeutig auf Umweltschutz lag, gewinnen nachhaltige Entwicklung und ein umfassenderes Verständnis von CSR an Raum.
OECD Japan
Ratifizierung: 28. April 1964
Ansprechpartner vor Ort
Director
OECD Division
Economic Affairs Bureau
Ministry of Foreign Affairs
2-2-1 Kasumigaseki
Chiyoda-ku
Tokyo
Tel: +81 3 5501 8348
Fax: +81 3 5501 8347
Web: www.mofa.go.jp/mofaj/gaiko/oecd/
Director
International Affairs Division
Ministry of Health, Labour and Welfare
1-2-2 Kasumigaseki
Chiyoda-ku
Tokyo
Tel: +81 3 3595-2403
Fax: +81 3 3501-2532
Web: www.mhlw.go.jp
Director
Trade and Investment Facilitation Division
Ministry of Economy, Trade and Industry
1-3-1 Kasumigaseki
Chiyoda-ku
Tokyo
Tel: +81 3 3501-6623
Fax: +81 3 3501-2082
Web: www.meti.go.jp/policy/trade_policy/oecd/index.html
Wirtschaftsinitiativen - CSR-Instrumente der Wirtschaft
Die japanischen Wirtschaft, insbesondere der Nippon Keidanren (Japan Business Federation), stand ursprünglich dem Konzept CSR skeptisch gegenüber. Man war der Meinung, dass japanische Unternehmen ohnehin einen umfassenderen Ansatz verfolgen, der neben den Interessen der Aktionäre auch die Interessen der Mitarbeiter, der Konsumenten und der Gesellschaft im Auge behält. Um das Feld nicht vollständig anderen Akteuren, insbesondere bei der ISO-Standardsetzung in diesem Bereich zu überlassen, hat sich der Keidanren 2004 entschlossen, sich aktiver als bisher mit dieser Aufgabe zu befassen. Bereits im Jahr 1991 hatte der japanische Unternehmerverband Nippon Keidanren eine „Charter of Corporate Behaviour“ veröffentlicht, in der Elemente zu „Corporate Citizenship“ und „Corporate Giving“ enthalten sind. Diese Charter wurde im Jahr 2004 novelliert. Im Jahr 2003 gründete der Keidanren einen „Unterausschuss für gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung“. Weitere Organisationen, z. B. das „Council for Better Corporate Citizenship“, das dem Keidanren nahesteht, widmet sich ebenfalls diesem Thema.
Auch die Keizai Doyukai (Japan Association of Corporate Executives) widmet sich dem Thema. In seiner „21st Century Declaration“ aus dem Jahr 2000 setzt er sich für CSR ein. Ferner hat er im Jahr 2003 eine Unternehmensumfrage zum Thema CSR durchgeführt.
Die Anzahl japanischer Unternehmen, die sich mit CSR beschäftigen, nimmt schnell zu. Seit 2003 gibt es ein lokales Netzwerk des Global Compact, in dem Ende 2005 40 der führenden japanischen Unternehmen vertreten waren. Bisher spielt es jedoch nur eine untergeordnete Rolle als Forum zur Etablierung von CSR-Standards.
Das Japanese Industrial Standards Committee, eine nachgeordnete Behörde des japanischen Wirtschaftsministeriums, arbeitet aktiv an der Erstellung von ISO 26000 mit.
GLOBAL COMPACT-Netzwerk
Ansprechpartner vor Ort
UNIC (United Nations Information Centre)
globalcompact (at) untokyo (dot) jp
http://www.unic.or.jp
Contact:
Ms. Hiroko Enomoto
hiroko.enomoto (at) fujixerox.co (dot) jp
WORLD BUSINESS COUNCIL FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT
Netzwerk vor Ort seit 2003
Ansprechpartner vor Ort
Nippon Keidanren (Japan Business Federation)
Mr. Kiyotaka Morita
Principal Administrator
Industrial Affairs Bureau III
1-9-4 Otemachi
Chiyodu-ku
100-8188 Tokyo, Japan
Tel: +81 3 5204 1677
Fax: +81 3 5255 6257
E-mail: morita (at) keidanren.or (dot) jp
Website: www.keidanren.or.jp
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
Handlungsfelder
Bildung
Eckdaten
- Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 3,5% (2005)
Schulpflicht: 6 – 15 Jahre - Einschulungsquote: 99% der schulpflichtigen Kinder (2004)
- Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 99%; Männlich: 99 %; Weiblich: 99% (2002)
- HDI Education Index; Rang 8 von 177: 0,946 (1 = max., 0 = keine Bildung)
- Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 15 Jahre; Männlich: 15 Jahre; Weiblich: 15 Jahre (2006)
Als hochentwickeltes Industrieland verfügt Japan über ein voll differenziertes Bildungssystem, das den Vergleich mit anderen entwickelten Industrienationen nicht zu scheuen braucht. Deutsche Unternehmen engagieren sich insbesondere bei der Förderung der Naturwissenschaften. Ferner können ausländische Unternehmen einen Beitrag zur weiteren Internationalisierung des vergleichsweise sehr auf das eigene Land orientierten Bildungswesens leisten.
Akteure
Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.
Keidanren japanischer Wirtschaftsverband.
http://www.keidanren.or.jp/
Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan
http://japan.ahk.de
Unternehmensvereinigung
http://www.doyukai.or.jp/en
Konrad-Adenauer-Stiftung - Auslandsbüro Japan
http://www.kas.de/proj/home/home/131/1
Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology
http://www.mext.go.jp
CE Kyogikai
CE Kyogikai ist eine gemeinnützige Organisation, die 2004 auf Initiative einiger japanischer Großunternehmen gegründet wurde und die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen unterstützt.
http://ce-kyogikai.main.jp/summary.htm
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Bildung
Das Engagement deutscher Firmen im Bildungsbereich zeigt, dass es sich hierbei um ein dankbares Arbeitsfeld mit großen Spielräumen handelt. Japanische Bildungseinrichtungen wissen um die Notwendigkeit einer weiteren Internationalisierung des japanischen Bildungssystems und stehen einer Zusammenarbeit mit ausländischen Uternehmen sehr aufgeschlossen gegenüber.
Unternehmensbeispiele
Bayer Holding Ltd.
Bayer-Mitarbeiter bringen japanischen Schülern im Rahmen des Projekts „Making Science make Sense“ durch interessante Experimente die Naturwissenschaften näher (www.bayer.co.jp/bg/english/sus/contribution.html).
CSR WeltWeit-Fallstudie: „Fushigi kara hajimaru science“ – Making Science Make Sense
Das Projekt „Mainichi Shimbun Student Reporters“ ist ein Schreibwettbewerb für Schüler zur Förderung des Interesses an naturwissenschaftlichen Themen, das in Kooperation mit der Tageszeitung Mainichi Shimbun durchgeführt wird (www.bayer.co.jp/bg/english/sus/contribution.html).
Mit InWEnt engagiert sich die Bayer AG zudem im Praktikantenaustausch.
Bayer, BASF, Degussa, LANXESS, Merck
Die Unternehmen organisierten die Road show “Chemistry Element of Life”, die aus Fachsymposien an Universitäten in Tokyo, Nagoya und Osaka bestand.
Daimler AG
Im Rahmen des „Takenoko-FondsBay“ unterstützt die Daimler AG den Schüleraustausch zwischen Japan und Deutschland (www.jdzb.de).
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
Gesundheit
Eckdaten
- Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 6,3% (2004)
- Medizinische Versorgung: 198 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
- Säuglingssterblichkeit: Total: 2,8 Tote/1000 Geburten; Männlich: 3 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 2,58 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
- Müttersterblichkeit: 8 Tote/100 000 Geburten (1990-2004)
- HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): < 0,1% (2003 est.)
- HIV/AIDS Erkrankte: 12 000 Erkrankte (2003 est.)
- HIV/AIDS Tote: 500 (2003 est.)
- Lebenserwartung: Gesamt Population: 82,07 Jahre; Männlich: 78,73 Jahre; Weiblich: 85,59 Jahre (2008 est.)
Neben der Gesundheit der eigenen Mitarbeiter ist die Gewährleistung von Lebensmittelsicherheit das Thema, das im Mittelpunkt der japanischen CSR-Diskussionen und -Anstrengungen steht.
Akteure
- Ministry of Health, Labour and Welfare
www.mhlw.go.jp - Welfare and Medical Service Agency
Die Welfare and Medical Service Agency ist eine staatliche Einrichtung zur Verwaltung und Durchführung von Programmen im Gesundheitswesen.
http://www.wam.go.jp/wam/ - Japan Consumers Union
Die Japan Consumers Union ist eine 1969 gegründete gemeinnützige Organisation, die im Konsumentenschutz und im Bereich der Lebensmittelsicherheit tätig ist (vergleichbar mit Stiftung Warentest).
http://www1.jpa.apc.org/nishoren - National Consumer Groups Union
National Consumer Groups Union ist ebenfalls eine gemeinnützige Organisation, die im Konsumentenschutz und im Bereich der Lebensmittelsicherheit tätig ist.
www.shodanren.gr.jp - Japan Housewives Association
Die Japan Housewives Association ist eine 1948 gegründet Organisation, die im Konsumentenschutz und im Bereich der Lebensmittelsicherheit tätig ist.
www.shufuren.gr.jp - Green Purchasing Network
Das gemeinnützige Green Purchasing Network wurde 1996 gegründet, um Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit zu propagieren.
www.eco.goo.ne.jp/gpn
Unternehmensbeispiele
Siemens AG
Im Rahmen des Projekts „Siemens Caring Hands“ besuchen professionelle Baseballspieler Kinder in Krankenhäusern
Bayer AG
- Die Bayer AG engageiert sich im Rahmen des “Bayer Hemophelia Awards Program“ im Bereich der Blutkrebsforschung (http://www.bayer.co.jp/bgj/english/sus/contribution.html).
- Außerdem werden im Programm „Support for Children with Type I Diabetes” gemeinsam mit dem Partner Tsubomi no Kai Erholungsmöglichkeiten für Kinder mit Diabetes finanziert. (http://www.bayer.co.jp/bgj/english/sus/contribution.html).
- Gemeinsam mit der Kimura Memorial Heart Foundation unterstützt Bayer Forschungsaktivitäten im Bereich der Herzforschung (http://www.bayer.co.jp/bgj/english/sus/contribution.html).
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
Teilhabe
Eckdaten
- Frauenanteil unter den Arbeitnehmern: 46% (1994-2005)
- Ethnische Gruppen: Japaner 98,5 %, Koreaner 0,5 %, Chinesen 0,4%, Andere 0,6% (2004)
In Japans hierarchisch geordneter Gesellschaft spielen Fragen der Teilhabe eine untergeordnete Rolle. Dennoch besteht erheblicher Handlungsbedarf bei der Förderung der Chancengleichheit von Frauen, aber auch von schon lange in Japan ansässigen Ausländern, z. B. Koreanern. Ein Thema, was vor allem in Westjapan nach wie vor eine Bedeutung hat, ist die Gleichbehandlung der sog. Burakumin, d. h. ethnischen Japanern, deren Vorfahren aus buddhistischer Sicht sog. unreine Berufe (Gerber, Schlachter usw.) ausübten.
Ein zunehmend wichtiges Thema, bei dem Handlungsbedarf besteht, ist der Abbau der großen Diskrepanzen bei der Behandlung regulärer Mitarbeiter einerseits und nichtregulärer Mitarbeiter andererseits.
Insbesondere bei der Gleichberechtigung der Geschlechter kommt ausländischen Unternehmen eine Vorreiterrolle zu.
Akteure
- Japan Trade Unions Council
Der Japan Trade Unions Council vertritt als Gewerkschaft die Interessen von Arbeitnehmern.
www.jtuc-rengo.or.jp - Gender Equality Bureau, Cabinet Office
Das Gender Equality Bureau fördert als Behörde die Chancengleichheit von Frauen und Männern.
http://www.cao.go.jp/index-e.html - Gaikokujin-Sogo-Shienkyoukai
Gaikokujin-Sogo-Shienkyoukai ist eine gemeinnützige Organisation, die Ausländer in Japan unterstützt.
http://www.gaishikyo.or.jp/ - Japan Civil Liberties Union
Japan Civil Liberties Union ist eine gemeinnützige Organisation zum Schutz der Menschenrechte, die 1947 mit amerikanischer Unterstützung gegründet wurde.
http://jclu.org/index_e.shtml
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Teilhabe
Mit einem Engagement für Teilhabe könnten ausländische Unternehmen sich als progressiv und innovativ darstellen, den Wert ihrer Marke in Japan steigern und neue Mitarbeiterpotentiale erschließen. Dies gilt insbesondere für Engagement im Bereich der Geschlechtergleichheit. Viele deutsche Unternehmen machen die Erfahrung, dass weibliche Mitarbeiter überdurchschnittlich motiviert sind, da ihnen ausländische Arbeitgeber Karrierechancen bieten, die in traditionellen japanischen Unternehmen eher selten sind. Ein Engagement in Bereichen, die von japanischer Seite als innere Angelegenheit verstanden werden, bringt jedoch das Risiko einer negativen Wahrnehmung mit sich.
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
Umwelt
Eckdaten
- Emission CO2: 4,3% vom Weltgesamtausstoß (2004)
- Emission CO2 pro Kopf: 9,9 t (2004)
- Energieverbrauch: 974,2 Millionen kWh (2005)
- Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 88,43 km3/Jahr (20%/18%/62%); Pro Kopf: 690 m3/Jahr (2000)
- Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalengerie: 2,0 % des Primärenergieverbrauchs (2005)
Bei der Ausprägung des japanischen CSR-Verständnisses haben Umweltfragen eine herausgehobene Rolle gespielt, insbesondere der nachhaltige Umgang mit Wasser und Luft. Der Stellenwert dieser Themen ist jedoch zurückgegangen. Jetzt stehen in der Diskussion der sparsame Umgang mit Energie und unternehmerisches Engagement zur Reduktion von Treibhausgasen im Vordergrund.
Akteure
- Ministry of the Environment
www.env.go.jp - WWF Japan
Der WWF Japan setzt sich für Umweltschutz und Artenschutz ein.
www.wwf.or.jp - ISEP Institute for Sustainable Energy Policies
Das ISEP ist ein Forschungsinstitut für nachhaltige Energienutzung.
www.isep.or.jp - Institute for Global Environmental Strategies
Das Institute for Global Environmental Strategies forscht im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
www.iges.or.jp - Global Environment Information Center
Der Global Environment Information Center koordiniert als öffentliche Institution Umweltaktivitäten und fungiert als Informationsstelle.
http://www.geic.or.jp/geic/intro/index.html - Biodiversity Center of Japan
Der Biodiversity Center of Japan koordiniert als öffentliche Institution Umweltaktivitäten und fungiert als Informationsstelle.
http://www.biodic.go.jp/
Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Umwelt
Deutschland und seine Unternehmen gelten als Vorreiter beim Umweltschutz. Ein Engagement in diesem Bereich würde auf großes Interesse der japanischen Öffentlichkeit stoßen und ist geeignet, diese Reputation weiter auszubauen.
Quelle: Deutsche Botschaft, Tokio
Daten & Fakten
Weiterführende Links
- Corruption Perceptions Index 2008 (CPI)
- Council for Better Corporate Citizenship
- Deutsche Botschaft Tokyo
- Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan
- Human Development Index - Japan
- Japanese Industrial Standards Committee
- Keidanren (japanischer Wirtschaftsverband)
- KEIZAI DOYUKAI (Japan Association of Corporate Executives)
- Länderinformationen Japan, Auswärtiges Amt
- OECD Japan
- UN Global Compact Japan
- UNDP Japan
Weiterführende Studien
- Nobuyuki DEMISE (Meiji University, Tokyo): CSR in Japan. A Historical Perspective, PDF 98 KB
- Nippon Keidanren: Charter of Corporate Behavior (05/2004), PDF 10 KB
- Jürgen Kahl, Länderanalyse: Japan zwischen Reformverdrossenheit und Veränderungsdruck (08/2008), PDF 489 KB
- GTZ, PPPreport: Asien — Zwischen Wiederaufbau und High-Tech-Zentren, PDF 1 MB
- GTZ, PPPreport: Asien - Neue Ideen für höhere Lebensqualität, PDF 1 MB
- RESIST - Ratgeber zur Korruptionsbekämpfung, PDF 729 KB
