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Kenia

CSR-Stellenwert

Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist ein relativ neues Thema in Kenia. Da staatliche Akteure nicht in der Lage sind, Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung alleine zu gewährleisten, sind internationale Organisationen, lokale NGOs sowie nationale und internationale Unternehmen gefordert, diese Anstrengungen zu unterstützen.

Einige Akteure der Vereinten Nationen sind Vorreiter bei der Verbreitung der CSR-Idee in Kenia. Dazu gehören der UN Global Compact, die UNDP Growing Sustainable Business Initiative oder das UNIDO-Projekt zur Elektrifizierung von ländlichen Gegenden (Lighting up Kenya).

Ausländische Großunternehmen setzen ihre internationalen Standards vor Ort um und sind damit Zugpferde in Sachen CSR. Auch deutsche Firmen engagieren sich umfassend, haben Stiftungen gegründet und unterstützen Initiativen ihrer Mitarbeiter. Die Unternehmen, die teilweise in der German Business Association organisiert sind, kooperieren oft mit UNEP und der Weltbank.

Doch auch kenianische Unternehmen engagieren sich aktiv für gesellschaftliche Anliegen. Sie müssen sich den Erwartungen ihrer ausländischen Handelspartner anpassen, beispielsweise in Bezug auf Arbeitsstandards und Umweltschutz. Fairtrade-Standards spielen eine zunehmend wichtige Rolle in den für Kenia bedeutenden Sektoren Kaffee, Tee, Blumen und Nahrungsmittel. Andere Unternehmen bedienen Menschen mit niedrigem Einkommen mit innovativen Produkten. So bietet der Telekommunikationsanbieter Safaricom seinen Kunden mit „M-Pesa“ einen Service für bargeldlose Geldtransaktionen über das Mobiltelefon an. Für kleinere Unternehmen und den großen informellen Sektor ist das Thema CSR quasi ohne Bedeutung.

Politik und Gesellschaft nehmen die sich wandelnden Strukturen zur Kenntnis, ohne CSR stark zu thematisieren. Auch für kenianische Medien spielt CSR bisher noch eine untergeordnete Rolle.

CSR-Verständnis

In Kenia wird CSR vor allem als Philanthropie und als Dienst an lokalen Gemeinden verstanden. Ein Projekt, das viel Aufmerksamkeit erhält, ist „Adopt-A-Light“. Die Organisation errichtet durch Firmenwerbung finanzierte Straßenlaternen, insbesondere in den Slums von Nairobi, wodurch die Sicherheit in den Straßen erhöht wird. Diese Kampagne und die damit assoziierten Unternehmen werden regelmäßig in der Presse vorgestellt.

Es gibt jedoch auch Unternehmen, die CSR in ihr Kerngeschäft integriert haben (auch wenn sie dies oft nicht als „CSR“ benennen). Dazu gehören die mobilen Bankdienstleistungen von M-Pesa, die es Menschen ohne Bankkonto ermöglichen, mit Hilfe ihres Mobiltelefons Geld bargeldlos zu transferieren oder die Equity Bank, die erfolgreich Bankkonten für Menschen in Armut anbietet. Segera Conservancy, die private Rinder- und Wildtier-Ranch eines deutschen Eigentümers, hat sich als erstes Unternehmen Kenias freiwillig einem Audit der „Fair Labour Association“ unterzogen.

Erwartung an Unternehmen

Von Unternehmen in Kenia wird erwartet, dass sie Investitionen tätigen, Arbeitsplätze schaffen und Ausbildungsplätze anbieten. Gerade das Engagement im Bereich Berufsausbildung ist in Kenia wichtig, da kenianische Arbeitskräfte oft nicht über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügen.

Über diese Unternehmertätigkeit hinaus werden soziales Engagement und Hilfsleistungen erwartet. Die Regierung bringt diesen Anspruch ausdrücklich gegenüber der Botschaft und anderen deutschen Organisationen vor. Örtliche Behörden treten meist in einen direkten Dialog mit den Unternehmen.

Insbesondere wird von ausländischen Unternehmen erwartet, dass sie sich in ihrem unmittelbaren Einflussbereich engagieren, etwa indem sie ihre Mitarbeiter und deren Familienangehörigen mit Wohnungen, Transportangeboten, Gesundheitsdienstleistungen, sowie Renten- und Krankenversicherungen versorgen. Auch Bildung ist ein wichtiges Aufgabengebiet. Insbesondere im ländlichen Bereich sind die Leistungen des öffentlichen Bildungssystems oft nicht ausreichend, während Privatschulen für große Teile der Bevölkerung unerschwinglich sind. Zur Umsetzung ihres Engagements gründen Unternehmen häufig Stiftungen oder Hilfsfonds.

Rahmenbedingungen

Staatliche Regulierungen - Umsetzung übergeordneter Referenztexte

ILO
Kenia hat 7 von 8 Kernarbeitsnormen ratifiziert (Forced Labour C.29/C.105; Freedom of Association C.98; Discrimination C.100/C.111; Child Labour C.138/C.182). Lediglich C.87 zur Organisationsfreiheit ist darin nicht enthalten.

Dennoch gibt es in Kenia bei der Umsetzung nach wie vor Probleme, da Unternehmen häufig auf kurzfristige Gewinne setzen. Gewerkschaften, soweit überhaupt vorhanden, sind schwach aufgestellt, korrupt und haben daher kaum Einfluss. Von einer Umsetzung der ILO-Arbeitsnormen in ländlichen Gebieten ist nicht auszugehen.

Kinderarbeit ist in der Hauptstadt Nairobi eher die Ausnahme, in ländlichen Regionen aber der Normalzustand. Vor allem in der Erntezeit helfen viele Kinder und Jugendliche auf dem Feld, statt in die Schule zu gehen.

Gesetzliche Mindestlohnvorschriften bestehen - ihre Einhaltung ist jedoch fraglich. Insbesondere Tagelöhner, Frauen und Kinder profitieren üblicherweise nicht von diesen Vorschriften. Generell erhalten Frauen für vergleichbare Arbeit häufig einen geringeren Lohn als Männer und finden oft nur im informellen Sektor Arbeit.

Die kenianische Firma Cirio Delmonte tritt öffentlich für eine Umsetzung der ILO-Arbeitsnormen ein. Um ein Vorbild für andere Firmen zu sein, hat sie das Social Accountability Abkommen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen unterschrieben.

Wirtschaftsinitiativen

CSR-Instrumente der Wirtschaft

GLOBAL COMPACT-Netzwerk
Das Global Compact-Netzwerk hat 59 Mitglieder in Kenia. Ansprechpartner vor Ort ist die Kenya Association of Manufacturers, die das Netzwerk 2009 vom UNDP übernommen hat.

Ansprechpartner:
Ms. Damaris Kimilu
damaris (dot) kimilu (at) kam (dot) co (dot) ke

Handlungsfelder

Armut

Kenia ist ein Niedriglohnland mit hoher Arbeitslosigkeit, zirka 40 Prozent. Mehr als 50 Prozent seiner Einwohner leben unter der nationalen Armutsgrenze, vor allem in ländlichen Gebieten. Die Regierung hat die Armutsbekämpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen als wichtige Regierungsziele definiert. Eine wirkungsvolle Umsetzung entsprechender Maßnahmen ist jedoch nicht erkennbar. Die aktuelle Wirtschaftskrise, die anhaltende Ineffizienz der Verwaltung und der schlechte Zustand im Gesundheits- und Bildungssektor haben die Armutssituation im Land noch verschärft. Zudem sind auf Grund von Trockenheit im Sommer 2009 und einer Inflationsrate von über 20% die Preise für Grundnahrungsmittel stark gestiegen, was die Bevölkerung mit niedrigem Einkommen besonders trifft.

Eckdaten

  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamte Bevölkerung: 57,9 Jahre, Männer 57,5 Jahre, Frauen 58,2 Jahre (2009 est.)
  • Säuglingssterblichkeit: Gesamt: 54 Tote bei 1.000 Geburten, Jungen 58/1.000 Geburten, Mädchen 51/1.000 Geburten (2009 est.)
  • Unterernährung (bei Kindern unter 5 Jahren): 18% (2000)
  • Zugang zu sauberem Wasser: 49% (Land), 85% (Stadt, 2006)
  • Zugang zu sanitären Einrichtungen: 41% (Land), 46% (Stadt, 2004)
  • Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 55% (2008)
  • Human Poverty Index: Rang 60 von 108 (2007/2008)
  • GINI Index: 42,5% (2006)

Die staatliche Grundversorgung in den Bereichen Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung ist in Kenia nicht ausreichend. Von ausländischen Unternehmen wird daher erwartet, für ihre Mitarbeiter zu sorgen und hier Vorbild für kenianische Unternehmen zu sein. Dazu gehören neben regelmäßigen Gehaltszahlungen über dem Mindestlohn auch Zusatzleistungen wie Krankheitsversorgung, Fortbildung und Rücklagen zur Altersvorsorge.

Akteure

Als deutsche Partner für Unternehmen kommen zunächst die Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, DED, KfW) oder die German Trade and Invest GmbH in Frage.

GTZ Office Nairobi
Hendrik Linneweber (Leiter)
Email: hendrik (dot) linneweber (at) gtz (dot) de
Tel: +254 20 4228 000

German Development Service (DED)
Email: ken (at) ded (dot) de
Tel: +254 20 422 8 151

KfW Office Kenya
Piet Kleffmann (Leiter)
Email:  kfw (dot) nairobi (at) kfw (dot) de
Tel.:  +254 20 422 8 200

Germany Trade and Invest
Katrin Weiper
Email: katrin (dot) weiper (at) gtai (dot) de
Tel.: +49 221 2057 492 

UNDP
Auch das Entwicklungsprogramm der UN (UNDP) steht mit seiner Growing Sustainable Business Initiative im Dialog mit Unternehmen und kooperiert mit ihnen in Projekten zur Armutsbekämpfung
http://www.undp.org/partners/business/gsb/kenya.shtml

CARE International
CARE Kenya ist seit 1968 im Land tätig. Die Organisation kooperiert eng mit Unternehmen, der Regierung und anderen NGOs in Projekten der Notversorgung und Armutsbekämpfung http://www.careinternational.org/

Kenya Federation for Alternative Trade (KEFAT)
KEFTA ist der Dachverband von Fair Trade Organisationen in Kenia. Ziel ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern zu verbessern und ihnen den Marktzugang zu erleichtern
http://www.cofta.org/en/en/countrynetworks.asp?countrynetworkid=1

Eastern African Farmers Federation
Eastern African Farmers Federation ist eine Vereinigung von Bauern in Ostafrika, die sich für die Interessen ihrer Mitglieder einsetzt und durch Trainings und Kongresse zum Wissensaustausch beiträgt
http://www.eaffu.org/go

Komaza
Komaza arbeitet in armen ländlichen Gemeinden, um Ursachen von Armut zu adressieren und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Das größte Projekt der NGO ist ein Aufforstungsprogramm, das von lokalen Bauern getragen wird
http://www.komaza.org/

The Maralink Eco-Volunteers
The Maralink ist eine Organisation, die freiwillige Hilfe aus dem Ausland koordiniert und in verschiedenen Projekten in Kenia organisiert. Die Programme haben eine Vielzahl von Themenschwerpunkten: Entwicklungsarbeit und Gesundheit in der Gemeinde, Schule und Lehre (auch Masai Lehre), Gesundheit und Masai Medizin,  Sommercamps, Programme für ein freiwilliges soziales Jahr, Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte, Umwelt-Touren und Safaris in und um Kenia, Abenteuer und Sport, sowie Projekte in Waisenheimen und Behindertenschulen. In allen Programmen wird die freiwillige Hilfe mit Spaß und Abenteuer verbunden. http://www.themaralink.com/

Unternehmen können auch Einkommensmöglichkeiten für Menschen in Armut schaffen, etwa durch die Einbindung von Kleinbauern als Produzenten. Unternehmen müssen zu diesem Zweck häufig erst die logistische Infrastruktur schaffen und die Effektivität der Bauern durch Trainings oder der Bereitstellung ertragreicheren Saatgutes erhöhen. Dies geschieht oft in Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Bereich der NGOs oder der öffentlichen Hand.

Unternehmensbeispiele

Bayer CropScience

Bayer CropScience hat im Rahmen seiner „Food Chain Partnership“ ein Schulungsprogramm für Kleinbauern aufgesetzt, das dazu beitragen soll, ihre Produktivität und die Qualität ihrer Produkte zu erhöhen. Die Inhalte des „Green World“-Projekts sind Informationen über Risiken von nicht zugelassenen Substanzen, produktiver Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz sowie landwirtschaftliche Methoden. http://www.bayercropscience.com/bcsweb/cropprotection.nsf/id/
DE_Das_Green_World-Projekt_in_Kenia

Auch der Zugang zu Energie kann zur Armutsbekämpfung beitragen. Sowohl Biogas als auch Solaranlagen haben in Kenia großes Potenzial, gerade in ländlichen Gegenden. Die GTZ unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit dem Projektentwicklungsprogramm Ostafrika - kurz: PEP Ostafrika - deutsche Unternehmen bei ihrem Schritt in die Energie-Märkte Ostafrikas.

Bildung

Eckdaten

  • Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung: (Anteil am BIP) 8,1% (2006)
  • Schulpflicht: 6 – 14 Jahre
  • durchschnittliche Verweildauer: 6 Jahre
  • Alphabetisierung (Definition: über 15-jährige können lesen und schreiben): Gesamte Bevölkerung: 85,1%; Männlich: 90,6%, Weiblich: 79,9%
  • HDI Education Index 2008/2009: Rang 144 von 179

Die kenianische Regierung hat Ende der achtziger Jahre das sogenannte 8-4-4-Bildungssystem eingeführt: acht Jahre verpflichtende Grundschule („Primary School“) vier Jahre freiwillige weiterführende Schule („Secondary School“) und vier Jahre College beziehungsweise Universität. Seit 2003 ist der Besuch der Grundschule kostenlos, was zu einem steilen Anstieg der Schülerzahlen und sehr großen Klassen geführt hat. Auch ein Teil der weiterführenden Schulen ist inzwischen kostenlos. Die besten Schüler der weiterführenden Schulen erhalten an den sieben staatlichen Universitäten kostenfrei Studienplätze. Alle anderen Studenten können kostenpflichtige Privatuniversitäten besuchen, wenn sie sich die Studiengebühren leisten können.

Akteure

Konrad-Adenauer-Stiftung
Email: info (dot) nairobi (at) kas (dot) de
Tel.: +254 20 2725957
Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich dafür ein, dass an den Schulen Staatsbürgerkunde unterrichtet wird und hat mit einer Partnerorganisation einen Lehrplan und Lehrmaterialien entwickelt. Staatsbürgerkunde wurde so zum festen Bestandteil des Unterrichts in Primar- und Sekundarschulen.
http://www.kas.de/proj/home/home/31/2/index.html

Badilika
Badilika ist ein deutscher Verein, der Bildungs- und Sozialprojekte für Kinder in Kenia unterstützt. Badilika berät und finanziert Kinderzentren mit Lehrkräften und Personal in Vikwatani/Mombasa, in Ngong-Hills bei Nairobi und in Nyabeda, Bezirk Nyanza. Hauptziel ist es, Kindern aus diesen Bezirken eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Darüber hinaus sollen Weiterbildungsangebote eingeführt werden.
http://www.badilika.org/

Ein generelles Problem besteht im Bereich der Lehrkräfte. Einerseits gibt es nicht genügend qualifizierte Lehrkräfte, andererseits kommt es immer wieder zu Streiks von Lehrkräften, die ihre ohnehin geringen Gehälter nicht regelmäßig bezahlt bekommen.

Unternehmensbeispiele

Viele deutsche Unternehmen in Kenia engagieren sich im Bildungsbereich, hauptsächlich in folgenden Bereichen:

  • Unterstützung lokaler Schulen mit Lehrmaterial und Mobiliar. Die Berlitz-Stiftung baute beispielsweise Toilettenanlagen für Vorschulen, stattete diese mit Möbeln aus und sorgt für die Weiterbildung der Lehrkräfte.
    http://www.berlitz.de/de/berlitz_company/berlitz_stiftung/projekte/
    aktuelles_in_kenia.html
  • Aus- und Weiterbildungsangebote für Angestellte wie etwa Computerkurse oder fachspezifische Weiterbildung in Mutterkonzernen in Deutschland. So haben 19 führende deutsche Unternehmen wie Bosch, Daimler, SAP, E.ON und BASF die „AFRIKA KOMMT!-Initiative" der Deutschen Wirtschaft für Führungsnachwuchs aus Subsahara-Afrika“ gestartet. Das Pilot-Programm richtet sich an insgesamt 20 junge Führungskräfte unter anderem aus Kenia, die in Deutschland ihr persönliches Netzwerk ausbauen, das Land kennen lernen, die Sprache erlernen und an fachlichen Weiterbildungen teilnehmen können.
    http://www.afrika-kommt.de

Henkel Kenia

Etwa 40 Prozent der Angestellten absolvieren ein Arbeitssicherheitstraining. Erste-Hilfe-Maßnahmen und Notfallpläne sind Teil des Unterrichts.
http://www.henkel.com/sustainability/occupational-safety-12087.htm

Im Bereich der Berufsausbildung liegt die Verantwortung hauptsächlich bei den Unternehmen, da es keine staatlichen Systeme der Berufsausbildung gibt.

Gesundheit

Die Gesundheitsversorgung in Kenia ist kostenpflichtig und gleichzeitig völlig unzureichend. Nur etwa ein Viertel der kenianischen Bevölkerung verfügt über eine Krankenversicherung. Für den Großteil der Kenianer ist ein Arztbesuch nicht oder nur unter großen Entbehrungen bezahlbar. Bei ausländischen Unternehmen und internationalen Organisationen ist es daher inzwischen üblich, dass Angestellte Gruppenverträge für eine Krankenversicherung angeboten bekommen.

Eckdaten

  • Öffentliche Gesundheitsausgaben: 4,6% (Anteil am BIP, 2006)
  • Medizinische Versorgung: 27,6 Ärzte pro 100.000 Einwohner (2007), 121,9 Krankenschwestern pro 100.000 Einwohner (2007)
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamte Bevölkerung: 57,9 Jahre, Männer 57,5 Jahre, Frauen 58,2 Jahre (2009 est.)
  • Säuglingssterblichkeit: Gesamt: 54 Tote bei 1.000 Geburten, Jungen 58/1.000 Geburten, Mädchen 51/1.000 Geburten (2009 est.)
  • Müttersterblichkeit: 560 Todesfälle pro 100.000 Geburten (2005)
  • HIV/Aids-Infizierte zwischen 15-49 Jahren: zwischen 7,1% und 8,5% (2007 est.)
  • HIV Erkrankte: 1,5 – 2 Millionen Personen (2007 est.)
  • HIV Tote: zwischen 85.000 und 130.000 Personen (2007 est.)

Vor allem die hohe Mütter- und Säuglingssterblichkeit sind eine Herausforderung in Kenia. Angebote der Familienplanung gibt es nicht. Viele Mütter bringen ihre Kinder unter schlechten hygienischen Bedingungen ohne ärztliche Betreuung zur Welt, so dass schon kleine Komplikationen das Leben von Mutter und Kind gefährden. Die KfW unterstützt ein Programm, das Vouchers für subventionierte Geburtsbegleitung in Gesundheitsstationen verkauft.

Der Anteil der HIV-Infizierten in Kenia ist einer der höchsten der Welt. Schätzungen gehen von bis zu 2 Millionen Personen aus, die mit dem HI-Virus infiziert sind. Die Zahl der AIDS-Waisen wird mit bis zu 1,4 Millionen beziffert. Hier engagieren sich Akteure der Entwicklungszusammenarbeit in Aufklärung und Vorbeugung (etwa das Verteilen von Kondomen) sowie in der Versorgung der Infizierten.

Akteure

National Empowerment Network of People Living with HIV/AIDS in Kenya (NEPHAK)
NEPHAK ist eine NGO, die HIV-Infizierte unterstützt, um mit den Folgen der Krankheit zurechtzukommen und um deren Lebensqualität zu verbessern.
http://www.nephak.org

The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria
Der Global Fund ist ein Finanzierungsmechanismus, der zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria eingerichtet wurde. Er finanziert Projekte und setzt sich unter anderem für die Verbreitung von Generika ein.
Fund Portfolio Manager Kenia:
Victor Bampoe
Victor (dot) Bampoe (at) TheGlobalFund (dot) org
http://www.theglobalfund.org/en

Unternehmen können auch Forschungsaktivitäten unterstützen. Wichtige Bereiche sind Tropenkrankheiten oder Veterinärmedizin. Mögliche Partner sind das Kenya Medical Research Institute (KEMRI), das Kenya Agricultural Research Institute – Veterinary Vaccines Production Centre (KARI) oder das Kenya Polytechnic University College.

Chancen und Risiken
Ein Engagement deutscher Unternehmen ist dann nicht mit Risiken verbunden, wenn auf örtlich angebotene Krankenversorgung zurückgegriffen wird. Sollte ein Betriebskrankenhaus gebaut werden, ist mit schwierigen Genehmigungsprozessen zu rechnen. Es empfiehlt sich daher, kenianische Krankenstationen und lokale Krankenhäuser entsprechend zu unterstützen.

Unternehmensbeispiele

Die deutsche Botschaft Nairobi ist Sitz der Regionalarztstelle für Süd- und Ostafrika. Der Regionalarzt arbeitet eng mit den für Gesundheit zuständigen Ministerien zusammen. Bei dieser Kooperation wird das Gesundheitssystem in Kenia evaluiert, Unterstützung angeboten und über Präventionspläne bei Ausbruch von Seuchen und ansteckenden Krankheiten beraten. Weitere Kooperationen zu Verbesserung und Ausbau des Gesundheitssystems unterhält der Regionalarzt mit internationalen Organisationen wie z.B. UN und WHO.
Internationale und nationale Organisationen (UN, WHO, UNICEF, US-Aid, DFID, GTZ) unterstützen in Zusammenarbeit mit NGOs und internationalen Firmen bedürftige Kenianer insbesondere in der Krankenversorgung und der HIV-Prävention.
Henkel Kenya
Henkel hat ein Programm entwickelt, um seine Angestellten über HIV/AIDS aufzuklären und infizierte Angestellte mit wirksamen Medikamenten zu versorgen. Dazu gehört auch eine Politik der Nicht-Diskriminierung und Nicht-Stigmatisierung.
http://www.henkel.com/sustainability/health-12086.htm

Politische Mitwirkung

Eckdaten

Wahlrecht in Kenia besteht ab 18 Jahren.

Für deutsche Unternehmen ist es grundsätzlich nicht ratsam, sich in auf dem Gebiet der politischen Mitwirkung zu engagieren. Dies wird als Einmischung in innere Angelegenheiten gewertet. Die deutschen politischen Stiftungen jedoch sind in Kenia mit eigenen Projekten aktiv, um die Zivilgesellschaft zu stärken. Unternehmen können als Netzwerkpartner dieser Stiftungen beispielsweise in Gemeindeprojekten auftreten.

Akteure

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) engagiert sich hier vorwiegend auf zwei Gebieten:

  1. Die FES führt regelmäßig Bürgerversammlungen in prekären Wohngebieten gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und lokalen Verwaltungen durch. Bewohner können sich dadurch an der Lösung von Versorgungsproblemen im Bereich Wohnen und Infrastruktur beteiligen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich über Verhaltensweisen zu einigen und ein Interessenausgleich zwischen unterschiedlichen Parteien (zum Beispiel zwischen Mietern und Vermietern) zu finden. Konflikte können so gelöst oder vermieden werden. Für Unternehmen gibt es hier möglicherweise Ansatzpunkte, diesen Prozess mit materiellen Leistungen zu unterstützen.
  2. Nachwuchsführungskräfte in Politik, Medien, Gewerkschaften und NGOs werden durch mehrere Trainings- und Alumniprogramme gefördert. Ziel ist, eine neue Generation von politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern durch Vermittlung spezifischen Wissens und ethischer Werte zu unterstützen. Unternehmen könnten zum Beispiel durch Stipendien die Programme unterstützen. Auf die Programminhalte kann jedoch kein Einfluss genommen werden.
    http://kenya.fes-international.de

Die Heinrich Böll Stiftung in Kenia engagiert sich vorwiegend auf folgenden Gebieten:

  1. Frauen werden bei der Teilhabe am politischen Prozess unterstützt. So stehen Bildungsmaßnahmen für Kandidatinnen für politische Ämter zur Verfügung. Öffentliche Diskussionsveranstaltungen thematisieren die Gender-Dimension aktueller politischer Debatten (zum Beispiel zu aktuellen Reformprozessen). Ausgewählte staatliche Institutionen werden bei der Aufnahme der Gender-Dimension in Planungs- und Monitoring-Prozesse unterstützt.
  2. Zivilgesellschaftliche Akteure wie Umwelt- und Jugendgruppen und interessierte Akteure aus Politik und Wirtschaft werden geschult, um das gesellschaftliche Bewusstsein für die Problematik des Klimawandels zu stärken, dazu Handlungsstrategien zu entwickeln oder Einfluss auf politische Entscheidungsträger zu nehmen.
  3. Zivilgesellschaftliche Gruppen werden bei der Aufarbeitung der sozialen und ökologischen Folgen der Rohstoffgewinnung unterstützt. In Kenia liegt der regionale Schwerpunkt auf den Salzfarmen nördlich von der Küstenstadt Malindi.
    http://www.boell.or.ke

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) engagiert sich auf drei Gebieten:

  1. Das Länderprogramm Kenia widmet sich vor allem der politischen Aufklärung durch den Staatsbürgerkundeunterricht an Schulen und der entsprechenden Fortbildung der Lehrer, der Zusammenarbeit mit lokalen Bürgervereinigungen zur Überwachung der Verwendung öffentlicher Gelder, der Begleitung der Verfassungsreform durch Publikationen und Konferenzen sowie der Zusammenarbeit mit dem Parlament und einzelnen Parteien.
  2. Das Rechtsstaatsprogramm der KAS ist für ganz Subsahara-Afrika zuständig und setzt sich für demokratische staatliche Verfassungen ein, für Gewaltenteilung und Unabhängigkeit der Justiz, Rechtsschutz gegenüber staatlichem Handeln und für den Zugang der Bürger zur Gerichtsbarkeit.
  3. Ein durch die EU gefördertes Projekt der KAS will lokale NGOs in den Bereichen der Konflikterkennung, Mediation und Konfliktprävention fortbilden, um Krisensituationen wie nach den Wahlen im Dezember 2007 vorzubeugen.
    http://www.kas.de/proj/home/home/31/2/index.html

Die Hanns-Seidel-Stiftung engagiert sich in drei Bereichen:

  1. Politische Bildung und Staatsbürgerkunde:
    Im Rahmen von Seminaren werden jährlich über 10.000 ausgewählte Vertreter der Zivilgesellschaft aus- und weitergebildet. Durch gezieltes Training werden die Teilnehmer befähigt, ihre politischen Rechte wahrzunehmen und sich verstärkt an politischen und gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Inhaltliche Schwerpunkte sind: Demokratieförderung, Menschenrechte, Umweltschutz und Konfliktprävention.
  2. Korruptionsbekämpfung:
    Bürgervertreter in ausgewählten Wahlkreisen und Städten werden über Möglichkeiten zur Kontrolle öffentlicher Haushalte und nationaler Entwicklungsfonds informiert.
  3. Sicherheitspolitik:
    Förderung des sicherheitspolitischen Dialogs zwischen dem Sicherheitssektor, dem Parlament und der kenianischen Wissenschaft. Ziel ist unter anderem, die Diskussion über notwendige Reformen zu forcieren.
    http://www.hss.or.ke/index.htm

Pact Kenya
Pact Kenya ist eine regionale NGO und unterstützt Akteure der Zivilgesellschaft durch Trainings, Organisationsaufbau und finanzielle Hilfen, um den Lebensstandard in Gemeinden zu erhöhen.
http://www.pactkenya.org/

 

 

Teilhabe

Durch gezielte Unterstützungen insbesondere im ländlichen Bereich kann die gesellschaftliche Stellung der Frau gestärkt werden. Die Beschäftigungsquote von Frauen in Unternehmen liegt bei rund 50 Prozent. Frauen nehmen in Kenia durchaus auch Führungspositionen ein, in der Breite der Managerebene sind sie jedoch unterrepräsentiert. Im politischen Bereich werden Frauen zunehmend aktiver. In ländlichen Gebieten gibt es jedoch große kulturelle und religiöse Hindernisse für eine Gleichstellung der Frau.

Eckdaten

  • Frauenanteil unter den Arbeitnehmern: 47,1% (2005)
  • Ethnische Gruppen: Kikuyu 22%, Luhya 14%, Luo 13%, Kalenjin 12%, Kamba 11%, Kisii 6%, Meru 6%, andere afrikanische Ethnien 15%, sonstige 1%

Behinderte sind prinzipiell gleichberechtigt, die Umsetzung dieser Auffassung gelingt jedoch nur teilweise. Unternehmen kommen ihrer Verantwortung durch die Beschäftigung von Behinderten nach. Dennoch ist das Leben für Menschen mit Behinderung in Kenia schwierig, da spezielle Förderungen fehlen. Dies führt oft zu einer schlechten Ausbildung und damit in die Armut.

Akteure

Neben der GTZ, KfW, DED sind in auch die deutschen politischen Stiftungen wie Konrad-Adenauer-Stiftung oder Heinrich-Böll-Stiftung in diesem Bereich tätig.

Coalition on Violence Against Women
Coalition on Violence Against Women ist eine NGO, die sich für die Rechte von Frauen und gegen Gewalt gegen Frauen einsetzt.
http://www.covaw.or.ke

Sightsavers International
Sightsavers International ist eine NGO, die sich dafür einsetzt, vermeidbare Erblindungen zu verhindern und gleiche Rechte für Blinde zu erreichen. http://www.sightsavers.org/default.html

Die Geschichte und Zusammensetzung der Bevölkerung Kenias ist gekennzeichnet durch die ständige Interaktion verschiedener Ethnien und damit verbundener Auseinandersetzungen. Es überrascht daher nicht, dass sich die meisten Kenianer zuerst mit ihrer Ethnie identifizieren, erst dann mit der Nation. Dies kam sehr deutlich bei den gewalttätigen und blutigen Auseinandersetzungen nach den Präsidentschaftswahlen Ende 2007 zum Ausdruck. Eine Unterstützung von einzelnen Ethnien ist daher nicht ratsam.

Umwelt

In Kenia entwickelt sich zunehmend ein Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Dies liegt daran, dass Kenia Sitz des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und damit regelmäßig Gastgeber wichtiger Konferenzen im Umweltbereich ist. Zudem hat die Verleihung des Friedensnobelpreises 2004 an die Umweltaktivistin Prof. Wangari Maathai ("Mutter der Bäume") das Thema "Umwelt“ in Kenia in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Im Juni 2009 wurde Kenia Vertragspartner von IRENA (International Renewable Energy Agency).

Eckdaten

  • CO2-Emission: 12.151 t (Rang 88 von 212 Ländern)
  • CO2-Emission pro Kopf pro Jahr: 0,31 t (2005)
  • Wasserverbrauch pro Kopf pro Jahr: 46 m3 (2000)
  • Elektrizitätsproduktion: 5,223 Mrd. kWh (2008 est.)
  • Elektrizitätsverbrauch: 4,863 Mrd. kWh (2008 est.)

Eines der größten Probleme in Kenia ist die Landknappheit, die durch das Bevölkerungswachstum und die ungleiche Verteilung der Landnutzung verstärkt wird. Folgen hiervon sind Übernutzung von Böden, illegale Landnutzung und Abholzung von Wäldern. Diese Verhaltensweisen führen zu Erosion, Verlust von Biodiversität und wachsendem Wassermangel, welcher durch die Auswirkungen des globalen Klimawandels noch verschärft wird. Dazu kommen die typischen Umweltprobleme urbaner Räume wie mangelnde Abfallbeseitigung sowie Luft- und Wasserverschmutzung. Die kenianische Regierung ist sich dieser Gesamtproblematik zwar bewusst, agiert umweltpolitisch jedoch wenig wirkungsvoll.

Akteure

Als kenianische Kooperationspartner bieten sich für Unternehmen vor allem die Umweltbehörde (National Environment Management Authority, kurz NEMA, www.nema.go.ke), die Waldbehörde (Kenya Forestry Research Institute, http://www.kefri.org/) und insbesondere der Kenya Wildlife Service (http://www.kws.org/) an.

UNEP
Auf internationaler Ebene ist einer der ersten Ansprechpartner in Nairobi das Umwelt-Programm der Vereinten Nationen (UNEP).
http://www.unep.org

Winrock International Institute for Agricultural Development
Winrock International Institute for Agricultural Development ist eine weltweit tätige NGO, die 1985 gegründet wurde und sich auf die Erhaltung der Umwelt und natürlicher Ressourcen fokussiert.
http://www.winrock.org

Kenya Organisation for Environmental Education
Die Kenya Organisation for Environmental Education ist in der Umweltbildung aktiv.
http://www.koee.org/koee

African Conservation Centre
African Conservation Centre ist eine NGO, die sich um die Bewahrung der Biodiversität in Afrika und um die Förderung des Umweltschutzes bemüht.
http://www.conservationafrica.org/en/about-us.html

East African Wildlife Society
East African Wildlife Society fördert die Bewahrung und die nachhaltige Nutzung der Tierwelt in Ostafrika. Hierfür macht die NGO Lobbyarbeit, unterstützt Umweltbildung und Bewusstseinsbildung sowie Naturschutzprojekte.
http://eawildlife.org

Green Belt Movement
Green Belt Movement ist eine NGO, die sich auf Umweltschutz, die Entwicklung von Gemeinden und Wissensaufbau fokussiert. Die Gründerin Prof. Wangari Maathai erhielt für ihr Engagement 2004 den Friedensnobelpreis.
http://greenbeltmovement.org/w.php?id=61

The Maralink Eco-Volunteers
The Maralink ist eine Organisation, die freiwillige Hilfe aus dem Ausland koordiniert und in verschiedenen Projekten in Kenia organisiert. Die Programme haben eine Vielzahl von Themenschwerpunkten: Entwicklungsarbeit und Gesundheit in der Gemeinde, Schule und Lehre (auch Masai Lehre), Gesundheit und Masai Medizin,  Sommercamps, Programme für ein freiwilliges soziales Jahr, Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte, Umwelt-Touren und Safaris in und um Kenia, Abenteuer und Sport, sowie Projekte in Waisenheimen und Behindertenschulen. In allen Programmen wird die freiwillige Hilfe mit Spaß und Abenteuer verbunden. http://www.themaralink.com/

Aufgrund der großen Probleme im Wasser-, Forst- und Energiebereich bieten sich für deutsche Unternehmen umfangreiche Handlungsoptionen im Bereich Umwelt an, etwa durch Bereitstellung erneuerbarer Energiequellen. Auch sollten alle Schritte in der Wertschöpfungskette auf Umweltverträglichkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die schlechte Wasserversorgung und die geringe Regenmenge stellen eine große Herausforderung für Kenia, insbesondere für die Landwirtschaft, dar. Das Auffangen und die Wiederverwertung von Regenwasser ist noch kaum ausgeprägt. Auf diesem Gebiet bieten sich für deutsche Unternehmen gute Aktionsmöglichkeiten.

Auch in der Wiederaufforstung können sich deutsche Unternehmen engagieren. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass mit Aufforstungen fast immer Umsiedlungsprogramme verbunden sind, die nur mit großer Vorsicht und unter Beteiligung aller Stakeholder umgesetzt werden können.

Unternehmensbeispiele

Osram

Mit einem Pilotprojekt in Kenia hat OSRAM ein Programm für eine umweltschonende Lichtversorgung ohne Stromnetze gestartet. An einer eigens dafür gebauten Energiestation können die Anwohner Akkus für energiesparende Lampen und andere Elektrogeräte preisgünstig aufladen. Die Lampen dazu werden auch von OSRAM vertrieben.
http://www.siemens.com/responsibility/de/entwicklung/off_grid.htm

Die Unterstützung von Forschungsaktivitäten kann ebenfalls ein Handlungsfeld sein: Wichtige Bereiche sind die agrarwissenschaftliche Forschung etwa zur Entwicklung besonders geeigneter und qualitativ hochwertiger Saaten oder Pflanzen (Aufforstung) zum Beispiel mit dem Kenya Forestry Research Institute (KEFRI).

Sonstiges

Korruption
Ein Thema, das sich als Herausforderung durch alle Bereiche der Gesellschaft, der Regierung und der Geschäftswelt zieht und große Verantwortung von Unternehmen verlangt, ist die Korruption. Im Corruption Perception Index von Transparency International nimmt Kenia Rang 147 von 182 Ländern ein. In- und ausländische Firmen werden täglich mit Korruption konfrontiert; Medien berichten regelmäßig und ausführlich über Korruptionsfälle und agieren bereits erfolgreich als Whistleblowers. Der Druck auf die kenianische Regierung steigt, Korruptionsfälle schnell, effektiv und öffentlichkeitswirksam zu bekämpfen. Sichtbare Ergebnisse sind bislang jedoch nicht zu verzeichnen.

Daten & Fakten

Land: Kenia
Hauptstadt: Nairobi
Fläche: 582.646 qkm
Bevölkerung: 39 Mio.
Wirtschaftssystem: freie Marktwirtschaft
Politisches System: Präsidialdemokratie
Arbeitslosenquote: 40% (2008 est.)
Inflationsrate (CPIX): 20,5% (2009 est.)
BIP: 30,57 Mrd. USD (2009 est.)
BIP/Kopf: 1.600 USD (2009 est.)
Religionen: Protestanten 45%, Katholiken 33%, Muslime 10%, indigene Glaubensrichtungen 10%, sonstige 2%
HDI: Rang 147 (von 182)
CPI: Rang 146 (von 180)
BTI: Status Index: Rang 80 von 128; Management Index: Rang 90 von 128 (2010)