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Mexiko

CSR-Stellenwert

Das Thema „Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen“ ist in Mexiko von Bedeutung. Von staatlicher Seite wird dieses Engagement ausdrücklich durch die Vergabe von Preisen für herausragende Leistungen gewürdigt. Verantwortlich dafür ist das „Centro Mexicano para la filantropía“. In erster Linie große Unternehmen, sowohl nationale, als auch internationale stellen mittlerweile erhebliche Summen für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. Kleinere und mittlere Unternehmen treten dagegen als Akteure so gut wie nicht in Erscheinung. Die Aktivitäten der Unternehmen zielen vor allem auf folgende Bereiche: Armutsbekämpfung, Ausbildung, Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, Umweltschutz sowie allgemeine Philanthropie.

Die Gründe für das gesellschaftliche Engagement sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die staatlichen Maßnahmen in den genannten Bereichen als völlig unzulänglich empfunden werden. Letztlich ist es wenig verwunderlich, dass in dem Land mit der geringsten Steuerquote Lateinamerikas (ca. 11%) nicht genügend Mittel für diese Bereiche zur Verfügung stehen.

Die Presse greift das Thema regelmäßig auf und berichtet über herausragende Beispiele für gesellschaftliches Engagement von Unternehmen. Die Zeitschrift „ganar ganar“ (in Anlehnung an das englische „win-win“) widmet sich ausschließlich dem Thema.

Internationale Organisationen und Mittler spielen bei der Förderung des Themas eine untergeordnete Rolle. Die deutsche Außenhandelskammer hat zusammen mit InWent ein Seminar zu dem Thema vor allem für deutsche Unternehmen veranstaltet. Das Thema spielte auch beim Besuch des Bundesaußenministers Steinmeier in Mexiko im April 2007 eine wesentliche Rolle beim Gespräch des Ministers mit Unternehmern. Im Übrigen handeln die großen international tätigen Unternehmen aus eigener Motivation – sei es aus überzeugtem Handeln für das Gemeinwohl im Lande der wirtschaftlichen Aktivität oder sei es aus Gründen der Imagepflege.

Durch aktive Beteiligung im Rahmen von Public Private Partnerships fördert die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) gesellschaftliches Engagement, indem sie im Rahmen ihres Schwerpunktes (in Mexiko ausschließlich Umweltschutz) ihr Know-how Privaten zur Verfügung stellt und sie bei der Umsetzung von Projekten im Rahmen der CSR unterstützt. Beispielhaft ist die Zusammenarbeit der GTZ mit BASF und der Gemeinde Altamira zur Entwicklung eines Plans zur Abfallvermeidung und eines Konzepts für integriertes Abfallmanagement für die Gemeinde.

Quelle: Deutsche Botschaft, Mexiko-City

CSR-Verständnis

Mexiko hatte 70 Jahre lang ein de-facto 1-Parteien-System, in dem der regierende PRI (Partei der  institutionalisierten Revolution) sich um alle Belange der Gesellschaft kümmerte. In diesem stark paternalistisch geprägten System wurde nicht nur von den staatlichen Unternehmen erwartet, dass sie sich auch um die Belange der Bediensteten und ihrer Familien und darüber hinaus der Gemeinden kümmerten. Daraus hat sich von Seiten der Gesellschaft eine gewisse Erwartung an Unternehmen entwickelt, sich gesellschaftlich zu engagieren.

Entzögen Unternehmen sich dieser Erwartung gänzlich, könnte das der ohnehin bestehenden Kritik an der „neoliberalen“ Politik der letzten Regierungen Nahrung geben. Gleichermaßen besteht aufgrund des geringen finanziellen Spielraums der Regierungen eine sichtbare Notwendigkeit privaten Engagements zur Bekämpfung der Armut, Verbesserung des Zugangs zu Bildung und des Gesundheitswesens, sowie zum Schutz der Umwelt.

Religiöse oder sonstige kulturelle Gründe spielen keine erhebliche Rolle für die Erwartungen von Politik und Gesellschaft an die Unternehmen.

Quelle: Deutsche Botschaft, Mexiko-City

Erwartung an Unternehmen

Unternehmen sollen aus Sicht der mexikanischen Politik hauptsächlich profitabel wirtschaften und mit ihren Produkten der Gesellschaft dienen. Die gesellschaftlichen Akteure dagegen schreiben Unternehmen eine moralische Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft zu.

Es gibt keine speziellen Erwartungen, die sich in besonderer Weise an deutsche Unternehmen richten. Allenfalls kann man höhere Erwartungen an ausländische Unternehmen insofern feststellen, als bekannt ist, dass ausländische Unternehmen aus Europa und USA in ihren Heimatländern z.B. strengen Regeln zum Arbeits- und Umweltschutz Folge leisten. Eine gewisse Erwartung geht daher dahin, dass diese Unternehmen in diesen Bereichen ohnehin höhere Standards befolgen. Allerdings gelten diese Erwartungen in erster Linie für innerbetriebliche Maßnahmen. Hinsichtlich des Einsatzes für gesellschaftliche Belange außerhalb des Betriebs lässt sich nicht feststellen, dass für ausländische Unternehmen andere Erwartungen gelten als für mexikanische.

Die Einsatzfelder für deutsche Unternehmen sind vielfältig: Aufgrund des hohen Ansehens Deutschlands im Bereich des Umweltschutzes bieten sich Aktivitäten in diesem Bereich an. Daneben vor allem: Bildung, Gesundheit, allgemeine Armutsbekämpfung und Förderung der Kultur.

Quelle: Deutsche Botschaft, Mexiko-City

Rahmenbedingungen

Umsetzung übergeordneter Referenztexte

OECD Mexiko

Ratifizierung: 18. Mai 1994

Ansprechpartner vor Ort 
Secretaría de Economía
Alfonso Reyes # 30, Piso 18
Col. Condesa C.P. 06140
Mexico, D.F
Tel: +52 5 5729-9146
Fax: +52 5 5729-9352
Email: pcn-ocde (at) economia.gob (dot) mx
amoneeag (at) economia.gob (dot) mx
Web: www.economia-snci.gob.mx/

Initiativen der Wirtschaft

GLOBAL COMPACT-Netzwerk

Ansprechpartner
Ms. Diana Chávez
Coordinación del Pacto Mundial en México
Presidente Masaryk No. 29
Col. Chapultepec Morales
Tel. +52 55 5263-9756
Fax. +52 55 5255-0095
diana.chavez (at) undp.org (dot) mx

GC Office Country Coordinator
Mr. Jorge de Cardenas
cardenas2 (at) un (dot) org

WORLD BUSINESS COUNCIL FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT 

Netzwerk vor Ort seit 1994

Ansprechpartner vor Ort 
BCSD Mexico (CESPEDES)
Ing. Alejandro Lorea Hernández
Lancaster No. 15 – 4, Col. Juárez C.P.
06600 Mexico City, Mexico
Tel : +52 55 52291130 and 52291140
Fax : +52 55 52291133
E-mail: cespedes (at) cce.org (dot) mx
Website: www.cce.org.mx/cespedes

Handlungsfelder

Armut

Link zum CSR WeltWeit-Dossier "Entwicklungsgeschäfte"

Eckdaten

  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamt Population: 75,84 Jahre; Männlich: 73,05 Jahre; Weiblich: 78,78 Jahre (2008 est.)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 19,01 Tote/1000 Geburten; Männlich: 20,91 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 17,02 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Unterernährung: 5% (2002/04)
  • Zugang zu sauberem Wasser: 97% (2004)
  • Zugang zu sanitären Einrichtungen: 79% (2004)
  • Human Poverty Index: Rank 10 von 108 (2007/2008)
  • Gini Index: 50,9 (2007 est.)
  • Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 40% (2006)

Mexiko hat eine der am schnellsten wachsenden Mittelschichten der Welt - neben weit verbreiteter Armut. Als Mitglied der OECD hat Mexiko ein vergleichsweise hohes Entwicklungsniveau, hinter dem sich allerdings starke Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie deutliche Unterschiede in Einkommen und Lebenssituation innerhalb der Städte verbergen. Trotz der relativ hohen Wirtschaftsleistung leben drei von vier der Mexikaner von weniger als 3000 Dollar im Jahr.
Armutsbekämpfung ist daher ein wichtiges Handlungsfeld. Allerdings ist Armut in Mexiko nicht in erster Linie ein Problem des Fehlens von Ressourcen, sondern ein Problem der Verteilung und der gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten.
Deutsche Unternehmen können sich in Zusammenarbeit mit nationalen oder internationalen NGOs der Ernährungssicherung, der Gesundheit oder der Grundbildung widmen.

 

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ Mexiko
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/638.htm

CIM Mexiko
http://www.cimonline.de/de/weltweit/307.asp

Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer
http://mexiko.ahk.de

Konrad–Adenauer-Stiftung - Auslandsbüro Mexiko
http://www.kas.de/proj/home/home/57/1/index.html

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Armut

Als Land mit einer starken nationalen Wirtschaft und guten Rahmenbedingungen für Unternehmen ist Mexiko seit langen ein guter Markt für Unternehmen, die mit ihren Produkten Bedürfnisse von Menschen mit geringem Einkommen adressieren. Zielgruppe ist meist die städtische Bevölkerung. Güter und Dienstleistungen, die der aufstrebenden Niedrigeinkommensbevölkerung mehr Wohlstand versprechen, sind dabei besonders gefragt.

Unternehmensbeispiele

Kraft Foods Deutschland GmbH

CSR WeltWeit-Fallstudie: Nachhaltiger Kaffeeanbau in Kooperation mit der Rainforest Alliance

In kleinem Rahmen unterstützen deutsche Pharmaunternehmen durch Medikamentenspenden die Arbeit einer kleinen NGO in Mexiko-Stadt, die medizinische Versorgung kostenlos oder zu sehr geringen Kosten (orientiert an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Patienten) gewährleistet.

Quelle: Deutsche Botschaft, Mexiko-City

Bildung

Im Bereich der Allgemeinbildung hat Mexiko einen Überschuss an Lehrern. Wenn gleichwohl nicht jedes Kind Zugang zu einer allgemeinen Grundbildung hat, ist das eine Folge der mangelhaften Organisation und Kontrolle des Schulwesens einerseits und eine Folge der Armut andererseits. Unterstützung der Allgemeinbildung kann durch Spenden von Bildungsmaterialien und in dörflichen Gegenden durch Einrichtung oder Verbesserung von Lehreinrichtungen erfolgen.

Eckdaten

  • Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 5,5%
  • Schulpflicht: 6 – 15 Jahre
  • Einschulungsquote: 98% der schulpflichtigen Kinder (2004)
  • Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 91%; Männlich: 92,4 %; Weiblich: 89,6 % (2004 est.)
  • HDI Education Index: Rang 52 von 177: 0,863 (1 = max., 0 = keine Bildung)
  • Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 13 Jahre; Männlich: 14 Jahre; Weiblich: 13 Jahre (2006)

Daneben bietet die in Mexiko kaum vorhandene berufliche Aus- und Weiterbildung ein weites Betätigungsfeld für deutsche Unternehmen. Deutsche Unternehmen haben Erfahrung mit innerbetrieblicher Aus- und Weiterbildung und können so, indem sie über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden, den Kenntnisstand der Mitarbeiter/innen verbessern.

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ Mexiko
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/638.htm

CIM Mexiko
http://www.cimonline.de/de/weltweit/307.asp

Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer
http://mexiko.ahk.de

Konrad–Adenauer-Stiftung - Auslandsbüro Mexiko
http://www.kas.de/proj/home/home/57/1/index.html

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Bildung
Sichtbare Beteiligung im Bereich der Bildung bietet gute Chancen für die Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz. Verbesserung der Bildung ist immer auch eine nachhaltige Form der Armutsbekämpfung. Betriebliche Aus- und Weiterbildung bringt auch eine Verbesserung des Angebots an qualifizierten Arbeitskräften mit sich. Da nicht alle Unternehmen in gleicher Weise ausbilden, besteht das Risiko, dass Arbeitnehmer/innen nach erhaltener Ausbildung von der Konkurrenz abgeworben werden – ein Risiko, das allerdings bewusst in Kauf genommen wird.

Unternehmensbeispiele

Betriebliche Ausbildung durch deutsche Unternehmen.

Kalibrix GmbH

PPP-Maßnahme GTZ und Kalibrix GmbH zum Aufbau eines umwelt- und messtechnischen Kompetenzzentrums für die verarbeitende Industrie in Queretaro.

Quelle: Deutsche Botschaft, Mexiko-City

Gesundheit

Eckdaten

  • Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 3,0% (2004)
  • Medizinische Versorgung: 198 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 19,01 Tote/1000 Geburten; Männlich: 20,91 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 17,02 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Müttersterblichkeit: 63 Tote/100 000 Geburten (1990-2004)
  • Kinderunterernährung: 8% der unter 5jährigen (1996- 2005)
  • HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): < 0,3 % (2003 est.)
  • HIV/AIDS Erkrankte: 160 000 Erkrankte (2003 est.)
  • HIV/AIDS Tote: 5 000 (2003 est.)
  • Lebenserwartung: Gesamt Population: 75,84 Jahre; Männlich: 73,05 Jahre; Weiblich: 78,78 Jahre (2008 est.)

Auch im Bereich Gesundheit bietet sich deutschen Unternehmen ein weites Handlungsfeld, insbesondere in der Arbeitsmedizin, der betrieblichen Sicherheit und der allgemeinen medizinischen Aufklärung.

Die Verfügbarkeit von Medikamenten ist weniger ein Problem der generellen Verfügbarkeit, als für breite Bevölkerungsschichten ein Problem der Armut. Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist in erster Linie ein Problem der ländlichen Regionen, vor allem verbunden mit Armut. Deutsche Unternehmen sind in erster Linie in wirtschaftlich stärkeren Gegenden angesiedelt, wo Zugang zu medizinischer Versorgung und zu Medikamenten generell gewährleistet ist. Gleichwohl bietet sich die Möglichkeit, die Krankenversorgung in den jeweiligen Gemeinden zu unterstützen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit NGO’s, um die medizinische Versorgung in strukturschwachen Gebieten zu unterstützen.

Große deutsche Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmer/innen in der Regel medizinische Unterstützung, die über das landesübliche hinaus geht und insofern als soziales Engagement gewertet werden kann.

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ Mexiko
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/638.htm

CIM Mexiko
http://www.cimonline.de/de/weltweit/307.asp

Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer
http://mexiko.ahk.de

Konrad–Adenauer-Stiftung - Auslandsbüro Mexiko
http://www.kas.de/proj/home/home/57/1/index.html

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Gesundheit
Sichtbare Aktivität in diesem Bereich bietet die Chance der Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens und kann ehebliche Multiplikatoreffekte erzielen. Mögliche Risiken sind nicht erkennbar.

Unternehmensbeispiele

Volkswagen

PPP-Projekt VW / ILO / GTZ zur Etablierung eines nationalen Arbeitssicherheitsprogramms (ILO SafeWork Program) und pilothafte Einführung und Umsetzung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards auf Unternehmensebene mit VW und deren Zulieferern.

Siemens AG

CSR WeltWeit-Fallstudie: Safe Water Kiosk – mobile Filteranlagen für eine nachhaltige Wasserversorgung

Quelle: Deutsche Botschaft, Mexiko-City

Politische Mitwirkung

Der Bereich der politischen Mitwirkung eignet sich in Mexiko im Allgemeinen nicht für das gesellschaftliche Engagement deutscher Unternehmen. Denkbar ist allenfalls in Einzelfällen eine Unterstützung von geeignet erscheinenden Projekten der vor Ort vertretenen politischen Stiftungen.

Teilhabe

Der Bereich der Teilhabe eignet sich in Mexiko im Allgemeinen nicht für das gesellschaftliche Engagement deutscher Unternehmen. Denkbar ist allenfalls in Einzelfällen eine Unterstützung von geeignet erscheinenden Projekten der vor Ort vertretenen politischen Stiftungen.

Umwelt

Eckdaten

  • Emission CO2: 1,5% vom Weltgesamtausstoß (2004)
  • Emission CO2 pro Kopf: 4,2 t (2004)
  • Energieverbrauch: 183,3  Millionen  kWh (2005)
  • Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 78,22 km3 /Jahr (17%/5%/77%); Pro Kopf: 731 m3/Jahr (2000)
  • Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalengerie: 4,9 % des Primärengerieverbrauchs (2005)

Mexiko ist ein Land mit erheblichen Umweltproblemen, das in vielen Bereichen dringende Handlungsfelder für deutsche Unternehmen bietet. Deutschland wird allgemein eine große Kompetenz in Umweltfragen zugeschrieben, so dass sich ein Engagement in diesem Bereich anbietet. Handlungsbedarf besteht in der Unterstützung beim nachhaltigen Umgang mit Wasser, Energie, Luft und Boden – letztlich bei jedem Aspekt des Umweltschutzes.

Vor allem im Umweltbereich bietet sich eine Zusammenarbeit u.a. mit der GTZ an, da die deutsch-mexikanische Entwicklungszusammenarbeit allein auf den Umweltschutz konzentriert ist und deutsche Experten zu Energiefragen, Abfallmanagement und anderen Aspekten des Umweltschutzes vor Ort sind.

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ Mexiko
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/638.htm

CIM Mexiko
http://www.cimonline.de/de/weltweit/307.asp

Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer
http://mexiko.ahk.de

Konrad–Adenauer-Stiftung - Auslandsbüro Mexiko
http://www.kas.de/proj/home/home/57/1/index.html

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Umwelt
Gesellschaftliches Engagement in diesem Bereich steigert das Ansehen der Unternehmen in der Gesellschaft, bekräftigt die deutsche Kompetenz in diesem Bereich und kann so auch zu einer Verbesserung wirtschaftlicher Chancen bei der Durchführung entsprechender Projekte führen. Risiken bestehen darin, dass die Projekte durchdacht und konsequent umgesetzt werden müssen, da Medien durchaus den weiteren Verlauf einzelner Projekte verfolgen. So hat z.B. ein fehlgeschlagenes Wiederaufforstungsprojekt (bei dem die gepflanzten Bäume nicht gepflegt wurden und deshalb schnell wieder eingingen) eher zu einem Imageschaden des betreffenden (mexikanischen) Unternehmens geführt.

Unternehmensbeispiele

BASF

Es gibt eine Reihe von Projekten deutscher Unternehmen im Bereich des Umweltschutzes. Hervorgehoben werden soll das PPP-Projekt BASF-GTZ-Gemeinde Altamira, in dessen Rahmen ein kommunaler Abfallwirtschaftsplan für die Gemeinde erstellt wurde, die Umsetzung der kommunalen Abfallpolitik unterstützt und zugleich ein Aus- und Weiterbildungsprogramm im Bereich Abfallmanagement auf Bundesstaatsebene durchgeführt wurde.

Volkswagen

Hervorzuheben ist auch das Engagement von VW im Bereich des Umweltschutzes, aktuell mit einem Projekt zur Wiederaufforstung der Gegend um die Vulkane Popocatepetl und Iztaccihuatl.

Siemens AG

CSR WeltWeit-Fallstudie: Safe Water Kiosk – mobile Filteranlagen für eine nachhaltige Wasserversorgung

Quelle: Deutsche Botschaft, Mexiko-City

Sonstiges

Deutschland wird in Mexiko als Kulturnation wahrgenommen. Die deutsche Sprache spielt eine wichtige Rolle und wird aufgrund der Bedeutung der deutschen Schule in Mexiko von vielen Personen in gesellschaftlich wichtigen Stellungen gesprochen (allein vier Kabinettsmitglieder der aktuellen Regierung (2008) sprechen fließend deutsch). Vor diesem Hintergrund bietet sich eine Tätigkeit im Bereich der Kulturförderung und auch der Förderung von Studenten- und Akademikeraustausch an.

Engagementbeispiele:
In Mexiko existiert eine Kulturstiftung der deutschen Wirtschaft, in der 25 deutsche Unternehmen mit festgesetzten regelmäßigen Beiträgen kulturelle Veranstaltungen mit Deutschlandbezug unterstützen. Aufgrund dieses Engagements, mit dem das Veranstaltungsbudget des Goethe-Instituts bei weitem übertroffen wird, ist es möglich, auch finanziell aufwändigere kulturelle Veranstaltungen in Mexiko durchzuführen. Nach der Kulturstiftung in Mexiko-Stadt ist mittlerweile eine weitere in San Luis Potosí gegründet worden.

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Kultur:
Kulturförderung bietet die Möglichkeit, Ansehen und Akzeptanz der beteiligten Unternehmen zu fördern. Risiken sind nicht erkennbar.

Daten & Fakten

Land: Vereinigte Mexikanische Staaten
Hauptstadt: Mexiko-Stadt
Fläche: 1 958 201 km²
Bevölkerung: 103,3 Mio. (2005)
Wirtschaftssystem: Marktwirtschaft
Politisches System: Präsidiale Bundesrepublik
Arbeitslosenquote: 3,0 %, plus eine Unterbeschäftigung von ca. 25% (2007 est.)
Inflationsrate (CPIX): 4,0 % (2007 est.)
BIP: 893,4 Mrd. USD (2007 est.)
BIP/Kopf: 12 800 USD (PPP, 2007 est.)
Religionen: 87% römisch-katholisch, 7,5% Protestanten, Mormonen, Zeugen Jehovas
HDI: Rang 52 von 177 (2007/2008)
CPI: Rang 72 von (2007)
BTI: Status Index: Rang 28 von 125; Management Index: Rang 36 von 125 (2008)