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Nigeria

CSR-Stellenwert

Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen ist in Nigeria ein Thema von noch geringer Bedeutung. Noch hat sich keine breite öffentliche Diskussion über das Thema entwickelt. Seitens der Öffentlichkeit richten sich Erwartungen an Unternehmen, für die Mitarbeiter und die Standorte besondere Leistungen zu erbringen. Diese Erwartungen sind jedoch vielfach unspezifisch bzw. individuell ausgerichtet. Basis hierfür sind - neben konkreter Bedürftigkeit - vor allem traditionell begründete Vorstellungen in der Bevölkerung über eine besondere Verantwortung des Unternehmens bzw. des Unternehmers für seine Mitarbeiter und die Heimatgemeinde.

Allenfalls in Teilen der Zivilgesellschaft und der Politik gibt es bereits ein Verständnis für CSR als ein Element nachhaltigen Wirtschaftens. Die Langfristperspektive spielt im Augenblick noch eine geringe Rolle; zumeist werden an die Unternehmen Forderungen nach Erfüllung kurzfristiger Bedürfnisse herangetragen. Dies ist angesichts einer hohen Armutsrate in Nigeria von mehr als 50% auch durchaus verständlich.Deutsche und andere ausländische Unternehmen in Nigeria stehen CSR positiv gegenüber. Dabei ist CSR vor allem für die großen nigerianischen Banken, die sich international orientieren, ein wichtiges Thema.

Neben dem eigentlichen sozialen Engagement dienen diese Aktivitäten allerdings häufig auch der Selbstdarstellung der Unternehmen. Es gibt in Nigeria grundsätzlich eine verbreitete "Wohltätigkeits-Kultur", bei der Wohlhabende Personen und Institutionen Vermögenswerte für gemeinnützige Zwecke einsetzen und dies Engagement öffentlichkeitswirksam darstellen. Darin unterscheiden sich Politik und Wirtschaft in Nigeria kaum.

Ein besonderer Aspekt von CSR in Nigeria ist die Erwartung an Unternehmen, sich in Sachen Transparenz über die Beachtung der Gesetzeslage hinaus zu engagieren. Hierfür gibt es bereits staatliche Initiativen und deutliche, gerade an die Adresse von ausländischen Unternehmen gerichtete Wünsche der Regierung. Trotz der hohen Priorität, dem dieses Thema angesichts der immer noch verbreiteten Korruption im Land zukommt, gibt es hierzu von den Unternehmen noch wenig Resonanz. Nachhaltiges Wirtschaften wird in den Medien und von NGOs thematisiert, ist jedoch kein Thema, das in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird.

Mit steigendem Engagement der deutschen Wirtschaft in Nigeria wird auch das Thema CSR an Bedeutung gewinnen. Auf dem 1. Deutsch-Nigerianischen Wirtschaftsforum in Frankfurt, 7.-8. Oktober 2008, wurde auch die Bedeutung eines verantwortungsvollen Engagements deutscher Unternehmen unterstrichen. Zu den Schwerpunkten gehörten hier die Bereiche Energie und Transportinfrastruktur. Hier wurde von Seiten nigerianischer Entscheidungsträger besonders die Notwendigkeit eines umfassenden Knowhow-Transfers von deutschen Unternehmen auf die nigerianischen Partner angesprochen.

Internationale Entwicklungszusammenarbeit spielt für Nigeria eine geringe Rolle. Nur ca. 1 Prozent der öffentlichen Ausgaben Nigerias wird durch Beiträge internationaler Geber finanziert. Dementsprechend gering ist der Einfluss der Entwicklungszusammenarbeit und der Mittlerorganisationen innerhalb Nigerias. In nigerianischen Augen werden zumindest die großen ausländischen Unternehmen für wichtiger betrachtet als die Entwickungsorganisationen. Auch der nigerianische Staat setzt in seiner Außenwirtschaftspolitik mehr auf die Kooperation mit Unternehmen.

Eine breitere Erfahrung von Einrichtungen der Entwicklungskooperation mit Unternehmen im Bereich CSR gibt es in Nigeria bisher nicht. Das liegt u. a. an dem eher beschränkten Einsatzfeld der Akteure der Entwicklungszusammenarbeit sowie daran, dass die Unternehmen in Nigeria - anders als in den meisten afrikanischen Ländern - geschäftliche Möglichkeiten im breiten Umfang außerhalb des Entwicklungsbereichs nutzen können; deshalb gab es bisher eher ein Nebeneinander von Unternehmen und Entwicklungszusammenarbeit. Eine Nutzung der Expertise der Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit ist für die Zukunft aber vorstellbar, je deutlicher die CSR-Erwartungen in Nigeria formuliert werden.

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja und Deutscher Industrie- und Handelskammertag
e. V.

CSR-Verständnis

Nigeria ist mit seinen über 250 (nach anderen Zählungen: über 400) ethnischen Gruppen und dem Nebeneinander von Religionen (Christentum, Islam, Animismus) und tradierten Gesellschaftsordnungen ein hochkomplexes Land, in dem auch ein CSR-Engagement eines Unternehmens Rücksicht nehmen muss auf die äußeren Rahmenbedingungen. So ist der Norden des Landes geprägt von der islamischen Ordnung, was z. B. bei Maßnahmen der Frauenförderung oder der Gesundheitsversorgung zu berücksichtigen ist. Umgekehrt werden gerade aus der Tradition des Islam oder in anderen Regionen aus verbreiteter christlicher Religiosität heraus bestimmte Erwartungen der Wohltätigkeit an die Unternehmen formuliert. Im politischen Bereich gilt es darauf Rücksicht zu nehmen, dass das unternehmerische Engagement nicht von der lokalen Politik instrumentalisiert wird; denn die junge nigerianische Demokratie befindet sich nach Ende der Militärdiktatur 1999 noch in der Entwicklung, und die Politik greift weitergehend als in Deutschland in den unternehmerischen Bereich ein.

Die Erwartung an Unternehmen aus westlichen Ländern, als eine Art Ausgleich für die Periode der Kolonialzeit besondere Leistungen für Nigeria zu erbringen, spielt zwar in der Rhetorik gelegentlich eine Rolle, ist für die Praxis aber letztlich irrelevant. Bedeutsamer ist eher die zunehmend vorgebrachte Forderung an diese Unternehmen, als "Gewinner der Globalisierung" einen Teil ihres Gewinns im Land zu lassen.

Im Zusammenhang mit der Krise im Niger-Delta (Proteste der Anwohner gegen die Umweltverschmutzung durch die Ölförderung) werden hohe Erwartungen an Unternehmen gestellt, durch gesellschaftliches Engagement die negativen Auswirkungen v.a. der Ölförderung auf die Bevölkerung des Deltas (v. a. Umweltschäden) auszugleichen. Dementsprechend engagieren sich die dort tätigen Unternehmen auch in den Gemeinden des Deltas. Dabei gelten westliche Unternehmen in den Augen der nigerianischen Öffentlichkeit als grundsätzlich wohlhabend.

Zu beachten ist in Nigeria ein gesundes Selbstbewusstsein und Stolz auf die Leistungsfähigkeit des eigenen Landes. Deshalb bestehen immer wieder Vorbehalte bei nigerianischen Stellen gegenüber Hilfsvorhaben von privater Seite, die ohne Einbindung oder ohne Berücksichtigung der lokalen Strukturen unternommen werden.

Erwartung an Unternehmen

Sowohl Politik als auch Gesellschaft schreiben Unternehmen eine moralische Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft zu.

Im Zusammenhang mit der Krise im Niger-Delta (Proteste der Anwohner gegen die Umweltverschmutzug durch die Ölforderung) werden hohe Erwartungen an Unternehmen gestellt, durch gesellschaftliches Engagement die negativen Auswirkungen v.a. der Ölförderung auf die Bevölkerung des Deltas auszugleichen. Dementsprechend engagieren sich die dort tätigen Unternehmen auch in den Gemeinden des Deltas.

Zudem besteht grundsätzlich die Erwartung an Unternehmen und begüterte Personen, durch soziales Engagement und Spenden Armut zu lindern und weniger privilegierte Personen zu unterstützen.

An deutsche Unternehmen richten sich in Sachen CSR nicht grundsätzlich andere Erwartungen als an andere ausländische, insbesondere westliche Unternehmen. Allerdings genießen deutsche Firmen in Nigeria in der Regel ein vergleichsweise hohes Ansehen, u. a. aufgrund der ihnen zugeschriebenen hohen Qualität ihrer Produkte. Entsprechend wird bei deutschen Unternehmen auch vielfach eine höhere Verlässlichkeit und eine Bereitschaft zu längerfristigem Engagement vorausgesetzt.

Von deutschen Unternehmen wird erwartet, nicht nur im wirtschaftlichen Bereich aktiv zu sein, sondern sich gerade auch über soziale Aktivitäten zu engagieren, v.a. im Bereich der Armutsbekämpfung. Dies schließt vor allem Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und deren Familie ein (faire Bezahlung, Krankenversorgung etc.). Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung werden Erwartungen an die Firmen gestellt, da die Qualität des öffentlichen Bildungssystems nicht gut ist und private Bildungseinrichtungen nur für Angehörige der nigerianischen Oberschicht erschwinglich sind. Im Bereich der Berufsbildung hat Deutschland in Nigeria einen guten Ruf, deshalb begegnet man hier immer wieder besonderen Wünschen.

Engagement im Bereich des Umweltschutzes ist nur fallweise gefragt, dort wo lokal drängende Probleme zu lösen sind; grundsätzlich steigt aber die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit dafür, dass die Unternehmen selbst sauber und umweltverträglich arbeiten. Auch hier geht deutschen Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung grundsätzlich ein guter Ruf voraus.

Für Kulturförderung gilt, dass hier in erster Linie Maßnahmen in den großen Metropolen in Frage kommen, wo ein breiteres kulturelles Leben existiert. Hierbei sowie bei einer möglichen Förderung im Sport kann man mit der Aufmerksamkeit der Medien rechnen; der Erwartungshorizont der Bevölkerung richtet sich aber vorrangig auf ein Engagement zur Befriedigung der Grundbedürfnisse.

Schwierig ist ein mögliches Engagement im Bereich gesellschaftlicher Konfliktlösung. Zwar bestünde hier angesichts vielfacher ethnischer und religiöser Konfrontationen im Land ein breites Betätigungsfeld. Doch die potentiellen Gefahren aus einem solchen Engagement - auch angesichts einer häufigen politischen Dimension dieser Konflikte -  lassen es angeraten erscheinen, nur bei bester Vernetzung im Land und mit politischer Rückendeckung tätig zu werden.

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja

Rahmenbedingungen

Umsetzung von übergeordneten Referenztexten

ILO

Nigeria ist Vertragspartei der ILO-Kernarbeitsnorm-Konventionen, kommt aber seinen Berichtspflichten der ILO gegenüber nicht nach. Trotz einigen Anstrengungen zur Umsetzung der Konventionen zeigen sich in der Praxis vielfach Mängel.

Die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen sind gesetzlich garantiert und werden innerhalb des gesetzlichen Rahmens von der Regierung im Allgemeinen respektiert. Die ILO kritisiert jedoch, dass Passagen des Trade Union Acts von 2005 zum Teil im Widerspruch zum Recht auf Kollektivverhandlungen stehen.

Zwangsarbeit ist in Nigeria zwar verboten, findet aber inoffiziell weiterhin statt. In erster Linie sind Frauen und Kinder betroffen, die als Haushaltshilfe zu Zwangsarbeit gezwungen werden. Kinderarbeit ist in Nigeria trotz des gesetzlichen Mindestalters von 15 Jahren weit verbreitet, v.a. im Agrarsektor und im informellen Sektor. Zwischen Nigeria und den Nachbarländern werden regelmäßig Kinder als Arbeitskräfte geschmuggelt.

Frauen erhalten für die gleiche Arbeit geringeren Lohn als Männer und finden oft nur im informellen Sektor Arbeit. Die gesetzlichen Vorschriften für Mindestlohn gelten nicht für Mitarbeiter kleiner Firmen, Teilzeitbeschäftigte oder Saisonarbeiter, zu denen viele Frauen zählen. Es wird berichtet, dass schwangere Frauen regelmäßig entlassen werden.

Initiativen der Wirtschaft

GLOBAL COMPACT-Netzwerk 

Ansprechpartner vor Ort 
Nigerian Economic Summit Group (NESG)
8th Floor ICON House, Plot 999F Idejo Street
Victoria Island, Lagos, Nigeria
Tel: +234 2610259, 2632963
Fax: +234 2636356
Email: mansur.ahmed (at) nesgroup (dot) org
The African Leadership Forum (ALF) www.africaleadership.org
The Nigerian Institute of International Affairs (NIIA) www.niianet.org
UNIC Lagos www.unichealth.com

GC Office Country Coordinator
Mr. Kola Badejo
E-mail: badejo (at) un (dot) org

 

Handlungsfelder

Armut

Ein großer Teil der nigerianischen Bevölkerung ist von Einkommensarmut oder mangelnder Befriedigung von Grundbedürfnissen betroffen, oftmals reicht das Einkommen aus offizieller Beschäftigung nicht für die Deckung des Lebensunterhalts einer Familie aus. Gute Ausbildung und medizinische Basisversorgung - selbst eine differenzierte Ernährung - sind für viele Nigerianer nicht erschwinglich. Ein allgemeines Versicherungswesen (Kranken- und Rentenversicherung) befindet sich erst im Aufbau und deckt bisher faktisch nur den staatlichen Sektor ab; Privatversicherungen können sich nur vermögende Nigerianer leisten. Nicht ohne Grund liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Nigeria mit weniger als 50 Jahren deutlich unter den Werten anderer afrikanischer Länder.

Eckdaten

  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamt Population: 46,53 Jahre; Männlich: 45,78 Jahre; Weiblich: 47,32 Jahre (2008 est.)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 95,74 Tote/1000 Geburten; Männlich: 101,83Tote/1000 Geburten; Weiblich: 89,28 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Unterernährung: 9% (2002/04)
  • Zugang zu sauberem Wasser: 48% (2004)
  • Zugang zu sanitären Einrichtungen: 44% (2004)
  • Human Poverty Index: Rang 80 von 108 (2007/2008)
  • Gini Index: 43,7 (2003)
  • Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 70% (2007 est.)

Die nigerianische Regierung hat sich der Armutsbekämpfung im Rahmen ihrer 7-Punkt-Agenda verpflichtet, ist aber trotz der materiellen Ressourcen Nigerias bisher nicht in der Lage, das gute Wirtschaftswachstum Nigerias in größeren Wohlstand für die breite Bevölkerung umzusetzen. Gründe dafür sind die weit verbreitete Korruption, die Ineffizienz der Verwaltung und der schlechte Zustand im Gesundheits- und Bildungssektor. Massnahmen deutscher und anderer Firmen innerhalb ihres Tätigkeitsfeldes können daher einen wichtigen Beitrag zur punktuellen Armutsbekämpfung leisten.

Akteure

Da sich das Engagement deutscher Firmen in diesem Handlungsfeld in erster Linie auf direkte Zahlungen an ihre Mitarbeiter konzentriert, bietet sich Zusammenarbeit mit anderen Akteuren kaum an.

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Armut
Aufgrund der schlechten staatlichen Grundversorgung wird von ausländischen Arbeitgebern erwartet, zur Sicherung der Grundbedürfnisse ihrer Mitarbeiter beizutragen. Allein schon regelmäßige Gehaltszahlungen über den niedrigen Grundlöhnen sowie Zusatzleistungen dürften dazu beitragen, die Beschäftigten enger an das Unternehmen zu binden. Versorgung im Krankheitsfall oder Leistungen für Angehörige machen das Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitnehmer. Zwar besteht grundsätzlich die Meinung, dass viele Unternehmen, die sich für die Beschäftigten engagieren, laut Gesetzeslage in Nigeria eindeutig staatliche Aufgaben übernehmen. Dennoch sehen Beschäftigte und Öffentlichkeit bis auf Weiteres die Unternehmen zumindest in der subsidiären Verantwortung. 

Unternehmensbeispiele

Deutsche Unternehmen tragen allein schon durch die Zahlung fairer Löhne zur Armutsbekämpfung und besseren Befriedigung der Grundbedürfnisse ihrer Mitarbeiter und deren Familien bei. Darüber hinaus engagieren sich deutsche Firmen z.B. indem sie die Kosten für medizinische Behandlung ihrer Mitarbeiter tragen oder ihnen medizinische Betreuung in einer firmeneigenen Klinik anbieten.

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja

Bildung

Eckdaten

  • Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 0,9% (1991)
  • Schulpflicht: 6 – 11 Jahre
  • Einschulungsquote: 60% der schulpflichtigen Kinder (2004)
  • Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 68 %; Männlich: 75,7%; Weiblich: 60,6% (2003 est.)
  • HDI Education Index: Rang 158 von 177: 0,648 (1 = max., 0 = keine Bildung)
  • Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 8 Jahre; Männlich: 9 Jahre; Weiblich: 7 Jahre (2004)

Die öffentlichen Bildungseinrichtungen in Nigeria sind aufgrund schlecht ausgebildeter Lehrkräfte und mangelnder finanzieller Ausstattung kaum in der Lage, durchgehenden Unterricht auf hinreichendem Niveau anzubieten. Diese Situation beginnt schon mit der Grundschulbildung und verschärft sich im Bereich der höheren Bildung. Nach offiziellen Angaben sind immer noch ca. 60% der Nigerianer faktisch Analphabeten; der Anteil weiblicher Schüler liegt signifikant unter dem der jungen Männer. Berufsausbildung wird im öffentlichen Bildungssystem kaum angeboten und ist im privaten Sektor nur rudimentär entwickelt; der informelle Sektor kann ohnedies keine vertieften Kenntnisse vermitteln. Das Niveau an privaten Bildungsinstituten übertrifft das des öffentlichen Bildungssektors bei weitem, diese Einrichtungen sind aber nur für die nigerianische Oberschicht bezahlbar. Dementsprechend klagen viele deutsche Firmen über einen Mangel an gut ausgebildeten lokalen Mitarbeitern.

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ Nigeria
http://www.gtz.de/de/weltweit/afrika/594.htm

CIM Nigeria
http://www.cimonline.de/de/weltweit/271.asp

Deutsch-Nigerianische  Industrie- und Handelskammer
http://www.ahk.de/index.php?id=nigeria

Konrad–Adenauer-Stiftung - Auslandsbüro Nigeria
http://www.kas.de/proj/home/home/33/1/index.html

Mehrere deutsche Unternehmen haben Interesse an einer Zusammenarbeit mit der GTZ im Bereich Berufsausbildung geäußert. Da dies kein Schwerpunkt der GTZ in Nigeria ist, kam es bisher nicht zu konkreten Projekten, das Interesse der deutschen Firmen besteht aber weiter.

Im Rahmen der deutsch-nigerianischen Energiepartnerschaft ist die Gründung einer „Kraftwerkerschule“ geplant, in der lokale Arbeitnehmer so weit ausgebildet werden sollen, dass sie die überholten oder neu zu bauenden Kraftwerke selbst betreiben und warten können. Mögliche Partner bei diesem Projekt sind die Afrikanische Entwicklungsbank, die National Planning Commission und das nigerianische Bildungsministerium.

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Bildung
Capacity Building wird sowohl von staatlicher Seite als auch von der Öffentlichkeit regelmäßig als Erwartungshaltung an ausländische Firmen herangetragen, deutsche Firmen gehen in diesem Bereich mit gutem Beispiel voran. Die Versorgung von lokalen Schulen mit notwendigen baulichen Einrichtungen, Material und ggfls. auch Teilfinanzierung von Lehrern gehört zu den populärsten Maßnahmen in Nigeria. Weniger Gewicht wurde bisher auf die Zusammenarbeit mit höheren Bildungseinrichtungen gelegt, obwohl sich hier zusätzliche Chancen - gerade  im Interesse der Ausbildung künftiger Fachkräfte - bieten.

Zusammenarbeit mit den zuständigen nigerianischen Stellen bedarf der Erfahrung mit der örtlichen Bürokratie.

Unternehmensbeispiele

Trotz der o.g. Probleme im Bildungsbereich beschäftigen die in Nigeria aktiven deutschen Firmen zahlreiche nigerianische Mitarbeiter. Um diese in die Lage zu versetzen, die vom Arbeitgeber erwartete Qualität zu liefern, werden in vielen Fällen firmeninterne Aus- und Weiterbildungsmassnahmen eingeleitet. Über die eigentliche Tätigkeit hinaus werden beispielsweise auch Themen wie Sicherheit am Arbeitsplatz oder gesundheitliche Risiken (HIV/AIDS o.a.) mit den Mitarbeitern diskutiert.

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja

Gesundheit

Eckdaten

  • Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 1,4% (2004)
  • Medizinische Versorgung: 28 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 95,74 Tote/1000 Geburten; Männlich: 101,83Tote/1000 Geburten; Weiblich: 89,28 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Kinderunterernährung: 29% der unter 5jährigen (1996- 2005)
  • HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): 5,4 % (2003 est.)
  • HIV/AIDS Erkrankte: 3,6 Mio. Erkrankte (2003 est.)
  • HIV/AIDS Tote: 310 000 (2003 est.)
  • Lebenserwartung: Gesamt Population: 46,53 Jahre; Männlich: 45,78 Jahre; Weiblich: 47,32 Jahre (2008 est.)

Die öffentliche medizinische Versorgung in Nigeria ist mangelhaft, Zugang zu guter Behandlung und Medikamenten ist für die breite Bevölkerung nicht bezahlbar. Präventionsmassnahmen und Aufklärung finden auf breiter Basis nur in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen statt (z.B. Polioimpfkampagne von WHO und UNICEF, HIV/AIDS-Aufklärung von USAID, DFID, GTZ und anderen Gebern).

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

UNDP Nigeria
http://www.ng.undp.org/

USAID
http://www.usaid.gov/ng/

WHO
http://www.who.int/countries/nga/en/

GTZ Nigeria
http://www.gtz.de/de/weltweit/afrika/594.htm

Unicef
http://www.unicef.de

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Gesundheit

In der öffentlichen Wahrnehmung wird von ausländischen Arbeitgebern erwartet, dass sie ihren Mitarbeitern Zugang zu medizinischer Betreuung und Medikamenten durch Kostenübernahme ermöglichen.  Abstimmungsbedarf mit den zuständigen nigerianischen Stellen ist erforderlich, wenn das Unternehmen eigene Gesundheitsfürsorge anbieten sollte; hier legt Nigeria strenge Maßstäbe an, insbesondere bei der Einfuhr von (nicht in Nigeria zugelassenen) Medikamenten oder bei der Ausübung von Heilberufen.
Trotz der staatlichen Förderung von Impfmaßnahmen entsprechend internationalen Standards (WHO usw.) gibt es in traditionell bestimmten Teilen der nigerianischen Gesellschaft Vorbehalte gegenüber Impfungen, die teilweise auch von der lokalen Politik unterstützt werden.

HIV/AIDS ist in Nigeria ein von Vorurteilen und Tabus behaftetes Thema, so dass z.B. bei der Entwicklung einer Firmenpolitik zu diesem Thema, die auch Prävention und Aufklärung in der Gemeinde um die Firmenniederlassung beinhaltet, Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. Wichtig ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass Personen, die sich freiwillig haben testen lassen, nach einem positiven Testergebnis Betreuung und Hilfe erhalten und nicht stigmatisiert werden.

Maßnahmen zur Gesundheitsfürsorge im Norden Nigerias müssen zusätzlich die besonderen Erwartungshaltungen der islamisch geprägten Gesellschaft berücksichtigen.

Unternehmensbeispiele

Kostenübernahme für medizinische Betreuung und Medikamente durch den deutschen Arbeitgeber ist weitgehend üblich. Julius Berger Nigeria bietet seinen Mitarbeitern und deren Familien darüber hinaus Zugang zur firmeneigenen Klinik in Abuja.

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja

Politische Mitwirkung

Eckdaten

  • Wahlrecht: 18 Jahre; universell
  • Rangliste der Pressefreiheit: Rang 131 von 169 (2007)

Als junge Demokratie nach Jahren der Militärherrschaft ist Nigeria immer wieder mit Problemen im Bereich der Stabilität der politischen Ordnung und der Sicherheit konfrontiert. Gesellschaftliche Konflikte treten aufgrund von religiösen Spannungen und Unruhen zwischen ethnischen und sozialen Gruppen immer wieder auf. Hinzu kommt der anhaltende, immer wieder gewaltsame Konflikt im Nigerdelta, bei dem politische Faktoren eine wesentliche Rolle spielen.  

Erwartungen von nigerianischer Seite richten sich nicht explizit auf ein CSR-Engagement in solchen Fällen. Vielmehr erhofft man sich von nigerianischer Seite ein unternehmerisches Engagement mit dem Ziel der Entwicklung der betreffenden Region und der Schaffung von Arbeitsplätzen - auch und vor allem für nigerianische Staatsbürger. Das beinhaltet zum Beispiel auch die Auflage für Aufträge in der lukrativen Öl- und Gaswirtschaft einen bestimmten Teil der Wertschöpfung über nigerianische Zulieferer im Land vorzuweisen.

Akteure

Die politischen Stiftungen (KAS, FES, HBS) engagieren sich im Rahmen ihrer Programme in Nigeria für eine Stärkung der politischen Mitwirkung.

Die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) und der Zivile Friedensdienst haben ein Programm zur Förderung friedlicher Konfliktlösungsmechanismen und zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Kompetenzen in diesem Bereich.

Im Bereich Korruptionsbekämpfung, der seit einigen Jahren intensiv und ernsthaft problematisiert und politisch betrieben wird, sind die staatlichen Behörden EFCC (www.efccnigeria.org) und ICPC (www.icpc.gov.ng), sowie die Initiative zur Transparenz in den Extraktiven Industrien (EITI, bzw. deren nigerianisches Pendant NEITI, www.neiti.org.ng) zu nennen. Das Ziel von mehr Transparenz in dem Erdöl- und Erdgassektor und von damit verbundener politischer Teilhabe verfolgt auch die NGO Publish What You Pay (www.pwyp-nigeria.org).

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Politische Mitwirkung

Für deutsche Unternehmen bietet sich hier wenig Gelegenheit zu aktivem Engagement,. Die Bereitstellung von Arbeitsplätzen und damit einer Alternative zu Aktivitäten in Militantengruppen im Nigerdelta ist mit dem aus Sicherheitsgründen erfolgten Rückzug von Julius Berger Nigeria aus zwei Bundesstaaten in der Deltaregion und dem damit einhergehenden Verlust von ca. 1000 lokalen Arbeitsplätzen derzeit keine Option mehr.

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja; BMZ, Bonn.

Teilhabe

Eckdaten

Ethnische Gruppen: Mehr als 250 ethnische Gruppierungen; die folgenden üben den höchsten politischen Einfluss aus: Hausa und Fulani 29 %, Yoruba 21%, Igbo (Ibo) 18%, Ijaw 10%, Kanuri 4%, Ibibio 3,5%, Tiv 2,5%

Frauen sind v.a. in der nördlichen, islamisch geprägten Landeshälfte wenig an der politischen Mitwirkung beteiligt. Gegen eine stärkere Berücksichtigung der Rechte der Frauen bestehen große kulturelle und religiöse Hindernisse. In der südlichen Landeshälfte sind Frauen stärker am wirtschaftlichen Leben beteiligt, im öffentlichen Leben spielen sie aber auch dort nur eine marginale Rolle. Möglichkeiten für ein Engagement deutscher Firmen bieten sich in diesem Bereich vor allem bei der beruflichen Förderung weiblicher Mitarbeiter.

Die Gleichstellung von Behinderten macht in Nigeria nur langsam, auch dank entsprechender Gesetzgebung, Fortschritte. Besondere Berücksichtigung z. B. der Einschränkungen von körperlich Behinderten erfolgt kaum. Eine besondere berufliche Förderung von Behinderten erfolgt nur durch einzelne Projekte. Örtlich bestehen noch tradierte Vorurteile gegenüber einzelnen Formen der Behinderung, aber in der Regel wird eine Förderung von Behinderten gesellschaftlich begrüßt.

In Nigeria besteht Vereinigungsfreiheit; auf dieser Grundlage hat sich eine recht starke Gewerkschaftsbewegung entwicklt, die aber nur im formellen Sektor der Wirtschaft (v. a. im staatlichen Sektor) wirklich präsent ist.

Nigeria ist ein Vielvölkerstaat, in dem einzelne Ethnien allenfalls regional oder lokal die Mehrheit haben. An nahezu allen Orten leben mehrere Minoritäten. Auf diese Verhältnisse sollte grundsätzlich Rücksicht genommen werden; besondere Fördermaßnahmen im Rahmen von CSR empfehlen sich aber nicht.

Akteure

Die GTZ unterhält im nordwestlichen Bundesstaat Borno ein Programm zur Förderung der Rechte von Frauen und Kindern. Da in diesem Bundesstaat bisher keine deutschen Firmen mit Niederlassungen vertreten sind, ergab sich keine Gelegenheit zur Zusammenarbeit.

 http://www.gtz.de/de/weltweit/afrika/594.htm

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Teilhabe
Vor allem in der nördlichen Landeshälfte wird die Lebenssituation von Frauen, Kindern und Behinderten als Teil des Privatlebens betrachtet, zu dem Außenstehende keinen Zugang haben. Engagement zur Stärkung der Rechte dieser Bevölkerungsgruppen wird dort schnell als unzulässige Einmischung betrachtet, so dass hier sehr behutsam vorgegangen werden muss. Dies ist sicherlich ein Grund für das eher zurückhaltende Engagement der deutschen Firmen in diesem Bereich.

Unternehmensbeispiele

Besondere berufliche Förderung weiblicher Mitarbeiter; Finanzielle Unterstützung von karitativen Einrichtungen für Behinderte, Kinderheimen/Waisenhäusern und Obdachlosenheimen, Förderung der Mitbestimmungsrechte der Belegschaft.

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja

Umwelt

Eckdaten

  • Emission CO2 pro Kopf: 0,9 t (2004)
  • Energieverbrauch: 16,88 Millionen  kWh (2005)
  • Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 8,01 km3/Jahr (21%/10%/69%); Pro Kopf: 61 m3/Jahr (2000)
  • Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalengerie: 0,7 % des Primärenergieverbrauchs (2005)

Mögliche Handlungsfelder sind Recycling sowie Luft- und Bodenverschmutzung. Umweltschutz spielt mit Ausnahme der Unweltschäden im Nigerdelta infolge der Ölförderung im öffentlichen Bewusstsein Nigerias keine große Rolle. Deutsche Unternehmen können daher v.a. bei der Bewusstseinsbildung und Aufklärung in ihrem jeweiligen Einflussbereich einen Beitrag leisten.

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

GTZ Nigeria
http://www.gtz.de/de/weltweit/afrika/594.htm

CIM Nigeria
http://www.cimonline.de/de/weltweit/271.asp

Deutsch-Nigerianische  Industrie- und Handelskammer
http://www.ahk.de/index.php?id=nigeria

Konrad–Adenauer-Stiftung - Auslandsbüro Nigeria
http://www.kas.de/proj/home/home/33/1/index.html

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Umwelt
Deutsche Unternehmen können v.a. bei der Bewusstseinsbildung und Aufklärung in ihrem jeweiligen Einflussbereich einen Beitrag leisten. So hat sich die Firma Lahmeyer International an einer Ausstellung zu Erneuerbaren Energien der deutschen Botschaft beteiligt. Die Ausstellung stieß auf große Resonanz bei der nigerianischen Regierung. Das Feld Erneuerbare Energien ist Teil der mittlerweile beschlossenen Energiepartnerschaft zwischen Nigeria und Deutschland.

Die in Lagos ansässige Heinrich Böll Stiftung thematisiert Umweltfragen und Klimawandel in ihrer Arbeit. Von staatlicher Seite ist die National Environmental Standards and Regulations Enforcement Agency (NESREA), einer Behörde des nigerianischen Bundesumweltministeriums, für Umweltfragen zuständig. Andere wichtige Akteure sind der Council for Renewable Energy in Nigeria (CREN) oder die NGO Environmental Rights Action.

Unternehmensbeispiele

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Quelle: Deutsche Botschaft, Abuja; BMZ, Bonn.

Sonstiges

Sportförderung bietet als Handlungsfeld die Möglichkeit, alle Mitarbeiter zu erreichen und religiöse oder andere Spannungsfelder zu relativieren.

Julius Berger Nigeria

Julius Berger Nigeria engagiert sich im Bereich Sport durch die Förderung von Vereinswesen im Fußball.

 

Daten & Fakten

Land: Bundesrepublik Nigeria
Hauptstadt: Abuja
Fläche: 923 768 km²
Bevölkerung: 140 Mio. (Zählung 2006)
Politisches System: Präsidiale Bundesrepublik
Arbeitslosenquote: 4,9% (2007 est.)
Inflationsrate (CPIX): 5,5 % (2007 est.)
BIP: 166,8 Mrd. USD (2007 est.)
BIP/Kopf: 2 000 USD (PPP, 2007 est.)
Religionen: Muslime, Christen, Anhänger von Naturreligionen
HDI: Rang 158 von 177 (2007/2008)
CPI: Rang 147 von 179 (2007)
BTI: Status Index: Rang 66 von 125; Management Index: Rang 48 von 125 (2008)