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Pakistan

CSR-Stellenwert

In den letzten Jahren wurde das Thema CSR in Pakistan mehrfach in Konferenzen und von den Medien aufgegriffen. In praktisch allen Jahresberichten börsennotierter Unternehmen erhalten CSR-Aktivitäten eine herausragende Stellung. Bei binnenwirtschaftlich orientierten Unternehmen und bei KMU (letztere rund 75 % des Wirtschaftslebens) wird jedoch vor dem Hintergrund der desolaten wirtschaftlichen Situation alles, was den Kostendruck erhöhen könnte, weitgehend vermieden. Ein Bewusstsein für CSR ist bei dem Großteil der Bevölkerung nicht vorhanden. Da das breite Spektrum der Unternehmen keine soziale Verantwortung übernimmt, wird dies auch nicht erwartet. Vielmehr liegt die Haupterwartung in der Festlegung eines angemessenen Lohns, mit dem die Kosten für den Lebensunterhalt, Gesundheitsausgaben und sonstiger Kosten getragen werden können.

UN-Einrichtungen zählen zu den treibenden Kräften für CSR in Pakistan.

UNDP, Tel.: 0092-51-825 56 00, Fax: 0092-51-265 5014 (www.undp.org.pk) unterstützt ein Netzwerk im Rahmen des Global Compact (GC)

UNEP gehört zu den Initiatoren eines jährlichen Umweltpreises (Annual Environment Excellence Award, AEEA).

Die deutschen politischen Stiftungen fördern CSR in erster Linie im Bereich der Verantwortung im jeweils eigenen Unternehmen, weniger im Hinblick auf die breitere Gesellschaft.

So hat z.B. die Friedrich-Ebert-Stiftung, Tel. 0092-51-2608 811 bis 14, Fax: 0092-51-2608 810 (Email: info (at) fes.org (dot) pk) sich für die Einführung eines „Code of Conduct“ in der Textilindustrie (Schlüsselbranche in Pakistan) eingesetzt und Schulungen für Arbeitnehmer durchgeführt. 

Quelle: Deutsche Botschaft, Islamabad

CSR-Verständnis

Auf historische Hintergründe ist v.a. im Bereich Arbeitnehmerrechte hinzuweisen: Die gewerkschaftliche Vertretung der Arbeitnehmer und damit die Verbesserung der Arbeitsbedingungen nahm in Britisch-Indien ihren Ausgangspunkt in den großen Gewerkschaftsverbänden der zweiten Hälfte der Kolonialzeit und mündete in das Gewerkschaftsgesetz von 1926.

Die Arbeitspolitik der späteren pakistanische Regierungen – besonders der Militärregierungen – richtete sich jedoch auf Zerschlagung und Gleichschaltung der Gewerkschaften. Der pakistanische Staat hat seit seiner Gründung somit seine Rolle bei der Besserung der Arbeitsverhältnisse und der Grundversorgung der breiten Bevölkerung nur sehr eingeschränkt wahrgenommen, weshalb eigentlich für CSR ein zunehmend breites Einsatzfeld bestünde.

Quelle: Deutsche Botschaft, Islamabad

Erwartung an Unternehmen

Aus Sicht der pakistanischen Politik sollen Unternehmen hauptsächlich profitabel wirtschaften und mit ihren Produkten der Gesellschaft dienen.

Das gilt auch für deutsche Unternehmen. Die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Unternehmen und idealerweise auch in der Wertschöpfungskette steht im Vordergrund. Medien verlangen von deutschen Unternehmen stärker als von einheimischen Firmen die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fairen Bedingungen, Korruptionsfreiheit, gute Steuermoral, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie gelegentliche philantrophische Aktivitäten.

Die Erwartungen der Konsumenten richten sich vor allem auf Produkte von einwandfreier Qualität bzw. großzügige Regelungen im Fall von fehlerhaften Produkten. Einsatz für größere gesellschaftliche Belange wird also nur am Rande erwartet.

Sofern überhaupt eine entsprechende Erwartung von Politik und Gesellschaft besteht, dürfte sie sich auf die Bereiche Einkommensschaffung, Bildung in Form von Berufsausbildung, Energieeffizienz und Umweltschutz konzentrieren.

Quelle: Deutsche Botschaft, Islamabad

Rahmenbedingungen

Initiativen der Wirtschaft

WORLD BUSINESS COUNCIL FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT 

Netzwerk seit 2006
 
Ansprechpartner vor Ort 
Amjad Parvez Janjua
President, BCSD Pakistan
PSO House, 8 th Floor
Khayaban-e-Iqbal
Clifton, Karachi – 75600
Pakistan
Tel: +92 21 920 3723
Fax: +92 21 920 3781
Email: Amjad.P.Janjua (at) psopk (dot) com

GLOBAL COMPACT-Netzwerk

Ansprechpartner vor Ort 

Contacts at the country-level:
Employers Federation of Pakistan (EFP)
Mr. Fasihul Karim Siddiqi
Managing Committee Member and Secretary Global Compact Pakistan Local Network
Tel: +92 21 2412708, 2411049
Fax: +92 21 2439347
Email: efpak (at) cyber.net (dot) pk  / info (at) globalcompactpakistan (dot) org

UNDP Pakistan
Mr. Onder Yucer, Resident Representative
Email: onder.yucer (at) undp (dot) org

UNDP Pakistan
Mr. Farrukh Moriani
UN Advisor for Global Compact Pakistan
Tel: +92 51 2800133-42
Fax: +92 51 2800031 & 34
Email: gc.advisor (at) undp (dot) org

GC Office Country Coordinator
Melissa Powell
E-mail: powell1 (at) un (dot) org
Tel:  +1 212-963-0566
Email: Powell1 (at) un (dot) org

Handlungsfelder

Armut

Eckdaten

  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamt Bevölkerung: 64,13 Jahre; Männlich: 63,07 Jahre; Weiblich: 65,25 Jahre (2008 est.)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 66,94 Tote/1000 Geburten; Männlich: 67,04 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 66,84 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Unterernährung: 24% (2002/04)
  • Zugang zu sauberem Wasser: 91% (2004)
  • Zugang zu sanitären Einrichtungen: 59% (2004)
  • Human Poverty Index: Rang 77 von 108 (2007/2008)
  • Gini Index: 30,6 (2002)
  • Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 24% (2005/06)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

Friedrich-Ebert-Stiftung Pakistan
http://www.fespk.org/

GTZ Pakistan
http://www.gtz.de/en/weltweit/europa-kaukasus-zentralasien/1176.htm

CIM Pakistan
http://www.cimonline.de/de/weltweit/325.asp

Unternehmensbeispiele

adidas AG

CSR WeltWeit-Fallstudie: Bildungs- und Infrastrukturprogramm in Pakistan

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Bildung

Eckdaten

  • Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 2,6% (2006)
  • Schulpflicht: 5 – 9 Jahre
  • Einschulungsquote: 66% der schulpflichtigen Kinder (2004)
  • Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 49,9%; Männlich: 63%; Weiblich: 36% (2005 est.)
  • HDI Education Index: Rang 136 von 177: 0,466 (1 = max., 0 = keine Bildung)
  • Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 7 Jahre; Männlich: 7 Jahre; Weiblich: 6 Jahre (2006)

Das pakistanische Bildungswesen ist trotz erheblicher Geberanstrengungen durch Vernachlässigung und Unterfinanzierung gekennzeichnet. Eine Reform von Lehrplänen und Schulbuchwesen steht am Anfang, die meisten Lehrer sind wenig qualifiziert und motiviert, Bausubstanz und Mobiliar der meisten öffentlichen Schulen sind heruntergekommen. Im Bereich Berufsbildung fehlt es an Konzepten, geeigneter Ausstattung und qualifizierten Lehrkräften.

Akteure

  • Dr. Ulrike Reviere, GTZ-Schwerpunktkoordinatorin Bildung
    F 8/3, Street 5, House # 63-A, Islamabad, Email: ulrike.reviere (at) gtz (dot) de, Tel.: 0092-51-2608 861, 2608 862
  • Bildungsministerien der Provinzen
  • National Vocational and Technical Ecucation Commission - NAVTEC (www.navtec.gov.pk)

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Bildung

Engagement im Bereich Bildung kann das öffentliche Ansehen eines Unternehmens verbessern. Die Aktivitäten können so ausgestaltet werden, dass sie auch Betriebsklima und/oder Produktivität verbessern, z.B. Unterstützung einer staatlichen Schule, die von Kindern der Beschäftigten besucht wird oder Praktikantenprogramme.
Als einzige Aktivität in diesem Bereich könnte die Bevorzugung von Mädchen ein Risiko sein, z.B. Unterstützung einer Mädchenschule. Dies kann v.a. in konservativen Gegenden als Angriff auf Traditionen verstanden werden und auf Widerstand treffen.

Unternehmensbeispiele

BASF Pakistan

Einrichtung/Betreibung eines Chemielabors für Schüler („„BASF Kid's Lab“); (www.corporate.basf.com).

Wiederaufbauhilfe nach dem Erdebeben 2005, Neubau einer Grundschule für Jungen und Mädchen in Muzaffarabad (www.corporate.basf.com).

MERCK (Pvt) Ltd. Pakistan

Renovierung und Ausstattung des historischen Vorlesesaals der Medical University Lahore (www.merck.com.pk).

Kauf eines Stück Landes in der Provinz Balutschistan zur Errichtung eines SOS Kinderdorfs (www.merck.com.pk)

Fa. SIEMENS Pakistan

Stipendien für Ausbildungs- und Praktikaplätze; „Making Pakistan clever“; (http://www.siemens.com.pk/CSR_Mpak_main.html).

adidas AG

CSR WeltWeit-Fallstudie: Bildungs- und Infrastrukturprogramm in Pakistan

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Quelle: Deutsche Botschaft, Islamabad

Gesundheit

Eckdaten

  • Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 0,4% (2004)
  • Medizinische Versorgung: 74 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 66,94 Tote/1000 Geburten; Männlich: 67,04 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 66,84 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Müttersterblichkeit: 530 Tote/100 000 Geburten (1990-2004)
  • Kinderunterernährung. 38% der unter 5jährigen (1996- 2005)
  • HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): 0,1 % (2001 est.)
  • HIV/AIDS Erkrankte: 74 000 Erkrankte (2001 est.)
  • HIV/AIDS Tote: 4 900 (2003 est.)
  • Lebenserwartung: Gesamt Population: 64,13 Jahre; Männlich: 63,07 Jahre; Weiblich: 65,25 Jahre (2008 est.)

Insbesondere einkommensschwache Pakistaner sind medizinisch unterversorgt. Privatärztliche Versorgung können sie sich nicht leisten, während die Leistungen des staatlichen Gesundheitssystems qualitativ oft unzureichend sind und in entlegenden Gegenden meist völlig fehlen. Das medizinische Rettungswesen ist extrem unterentwickelt, selbst im kommerziellen Segment. Hygiene-Erfordernisse werden nicht beachtet. Aufgrund von fehlenden Standards und Kontrollen bringen Patienten vielfach finanzielle Opfer für unnötige Diagnose- oder Behandlungsleistungen.

Akteure

  • Dr. Paul Rückert, GTZ-Schwerpunktkoordinator Gesundheit
    F 8/3, Street 5, House # 63-A, Islamabad, Email: paul.rueckert (at) gtz (dot) de , Tel.: 0092-51-925 5595, Fax: 0092-51-9255596
  • Gesundheitsministerien der Provinzen
  • World Health Organization, NIH Building Premises, Chak Shehzad, National Park Road, Islamabad, Tel.: 0092-51-9255 184 - 5, dir. 925 52 52, Email: wr (at) whopak (dot) org

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Gesundheit
Engagement im Gesundheitsbereich wird allgemein geschätzt und kann zur besseren Akzeptanz eines Unternehmens beitragen. Bei Aktivitäten im Bereich reproduktiver Gesundheit kann es v.a. im konservativen Umfeld zu Akzeptanzproblemen kommen (z.B. keine Untersuchung von Frauen durch Männer).

Unternehmensbeispiele

Fa. MERCK (Pvt) Ltd. Pakistan

Renovierung der Räumlichkeiten in der Unfall- und Notaufnahme des Krankenhauses - Pakistan Institute of Medical Sciences (PIMS); (www.merck.com.pk).

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Quelle: Deutsche Botschaft, Islamabad

Umwelt

Eckdaten

  • Emission CO2: 0,4% vom Weltgesamtausstoß (2004)
  • Emission CO2 pro Kopf: 0,8 t (2004)
  • Energieverbrauch: 67,06 Millionen kWh (2005)
  • Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 169,39 km/Jahr (2%/2%/96%); Pro Kopf: 1 072 m3 /Jahr (2000)
  • Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalengerie: 3,5 % des Primärenergieverbrauchs (2005)

Aufgrund der herrschenden aktuen Energiekrise besteht grundsätzlich großes Interesse an nachhaltigem Umgang mit Ressourcen, insbesondere bei der Entwicklung alternativer Energieträger. Oft fehlt es aber an den zum Umsteuern erforderlichen finanziellen Mitteln, z.B. zur Beschaffung von Energiespar-Glühlampen oder solarbetriebenen Straßenlaternen. Hier könnten durch Sachspenden Leuchtturm-Projekte gefördert werden. Ähnliches gilt für die Ressource Wasser. Gerade im Bereich der Textilwirtschaft, einer Schlüsselindustrie Pakistans, besteht grosses Potential für die Anlernung ökologisch nachhaltiger Produktionsprozesse, da Energie- und Wasserverbrauch weiterhin ineffizient sind. Hier sind zudem hohe Kosteneinsparungen möglich, die z.T. wieder in eine Verbesserung der Sozialleistungen für Arbeitnehmer investiert werden können.

Akteure

Das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Luft, Boden und Biodiversität ist ausgesprochen entwicklungsfähig und ein geeignetes Feld für Aufklärungsmaßnahmen, auch in Form von modellhaften Projekten (z.B. Aufforstung).

Chancen und Risiken von Engagement im Bereich Umwelt
Der Sympathiegewinn für Aktivitäten im Umweltbereich ist sicher geringer als im Gesundheits- oder Bildungssektor. Dafür verbessern die beteiligten Unternehmen durch Engagement in diesem Bereich aber langfristig die Rahmenbedingungen für die eigene Arbeit und können das Potential von Produktivitätssteigerungen ausschöpfen.
Bei Projekten zum Schutz von Wald oder anderen Lebensräumen kann es zu Landstreitigkeiten kommen.

Quelle: Deutsche Botschaft, Islamabad

Unternehmensbeispiele

BASF Pakistan

BASF Pakistan erhielt die Auszeichnung „Environment National Excellence Award for 2007“ vom Help International Welfare Trust / CSR Association of Pakistan.

BFZ

Die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft beraten - über ein PPP-Projekt der Firma Sequa gGmbH, Bonn - die pakistanische Textilverbände zum Thema "ökologisch nachhaltige Textilproduktion".

MERCK (Pvt) Ltd. Pakistan

Aufforstungsprojekt in einem Naherholungsgebiet bei Quetta, Balutschistan; (www.merck.com.pk).

Randstad Deutschland GmbH & Co.KG

CSR-WeltWeit Fallstudie: VSO – Voluntary Service Overseas 

Daten & Fakten

Land: Islamische Republik Pakistan
Hauptstadt: Islamabad
Fläche: Ca. 800 000 km²
Bevölkerung: 162 Mio.
Wirtschaftssystem: Marktwirtschaft mit hoher Staatsquote
Politisches System: Parlamentarische Demokratie, Sonderrechte des Präsidenten (de facto Präsidialregime)
Arbeitslosenquote: 7,5 %, plus substanzielle Unterbeschäftigung (2007 est.)
Inflationsrate (CPIX): 7,8 % (2007 est.)
BIP: 143,8 Mrd. USD (2007 est.)
BIP/Kopf: 2 600 USD (PPP, 2007 est.)
Religionen: Islam ist Staatsreligion (96% der Bevölkerung, in der Mehrzahl Sunniten, zwischen 10 und. 20 % Schiiten), Christen knapp 2%, Hindus 2%
HDI: Rang 136 von 177 (2007/2008)
CPI: Rang 138 von 179 (2007)
BTI: Status Index: Rang 94 von 125; Management Index: Rang 90 von 125 (2008)