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Peru

CSR-Stellenwert

Das Thema „Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen" findet in Peru insgesamt noch relativ wenig Beachtung, gewinnt aber nach und nach an Bedeutung. Die Firmen, welche hauptsächlich für den nationalen Markt produzieren, haben allgemein einen geringeren Fokus auf gesellschaftlich verantwortliches Handeln als jene, die stark vom Export ihrer Produkte abhängen.

Bei letzteren sind besonders die Bergbauunternehmen zu nennen. Sie engagieren sich verstärkt im sozialen Bereich, auch weil sie unter besonderer Beobachtung stehen. Bergbauunternehmen sind verpflichtet, einen bestimmten Teil ihrer Einkünfte für Infrastrukturprojekte und soziale Projekte in Gemeinden zur Verfügung zu stellen, die von negativen Auswirkungen des Bergbau betroffen sind. Das Geld geht an die Gemeindeverwaltungen und Regionalregierungen. Außerdem führen viele freiwillig noch einen zusätzlichen Teil ihrer Gewinne Entwicklungsprojekten in den Gebieten zu, in welchen sie tätig sind (sog. „aporte voluntario“). Darüber hinaus engagieren sich auch einige der Firmen, welche sich auf den Export von Agrarprodukten spezialisiert haben, in sozial verantwortlicher Weise.

Die peruanische Politik misst dem Thema noch keine hohe Bedeutung bei. Gesetze im Bereich Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen existieren nicht. Es blieb bei einem einzigen Gesetzesvorschlag im Jahr 2005, der jedoch scheiterte. Von Seiten der Zivilgesellschaft besteht ein gewisses Interesse, hauptsächlich durch die Organisationen „Perú 2021“ und SASE. In der Bevölkerung herrscht wegen der großen Einkommens- und Bildungsunterschiede keine einheitliche Meinung vor. Der Großteil schenkt dem Thema jedoch wenig Beachtung. Von Seiten der Medien ist ein mäßiges Interesse an dem Themenbereich festzustellen. Die Jahreskonferenz des peruanischen Unternehmerverbandes beschäftigte sich jedoch Ende 2008 ausführlich mit dem Thema.

Internationale Organisationen und Mittler spielen eine relativ wichtige Rolle zur Förderung des Themas CSR in Peru. Anfangs stellten einige dieser Organisationen technische und wirtschaftliche Hilfe für die peruanischen Organisationen bereit, welche sich mit dem Thema CSR befassen. Heute spielen besonders einige politische Stiftungen eine wichtige Rolle bei der Bewusstseinsbildung und durch Unterstützung konkreter Projekte, speziell die schweizerische AVINA-Stiftung. Aktiv sind auch die Kellogs-Stiftung und die Interamerican Foundation sowie in geringerem Umfang die Ford-Stiftung.

Von den in Peru tätigen internationalen Organisationen ist UNDP in diesem Bereich aktiv. Auch die interamerikanische Entwicklungsbank ist in Peru im Bereich CSR tätig. Von den Außenhandelskammern haben speziell die amerikanische, die kanadische und die britische einen besonderen Fokus auf das Thema CSR und kooperieren mit peruanischen Organisationen wie Perú 2021 und SASE.

Quelle: Deutsche Botschaft, Lima

CSR-Verständnis

Die untergeordnete Bedeutung des Themas Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen für die Politik liegt besonders darin begründet, dass Peru erst in den letzten Jahren, nach dem Ende der Fujimori-Diktatur, seinen wirtschaftlichen Aufschwung begonnen hat. Die Verantwortung der Unternehmen wird deshalb zunächst darin gesehen, durch ein wirtschaftlich effizientes Handeln und Ausweitung ihrer Tätigkeiten zusätzliche Arbeitsplätze bereitzustellen und auf diese Weise die Gesellschaft vom Aufschwung profitieren zu lassen.

Allgemein ist die Erwartungshaltung an die soziale Verantwortung von Unternehmen besonders von Seiten der Bevölkerung niedrig. Das Handeln von Unternehmen wird wie viele andere gesellschaftliche Vorgänge wenig hinterfragt. Erwartungen bestehen eher gegenüber dem Staat. Große Teile der Bevölkerung sorgen vorrangig für den Erwerb ihres Lebensunterhaltes und haben keine Muße, sich mit der Thematik CSR zu beschäftigen.

Forderungen nach einem gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen wird in erster Linie im Bereich Bergbau laut, von dem die Wirtschaft in hohem Maße abhängig ist. Da die Bergbauunternehmen hohe Gewinne einfahren und potenziell einen besonders schädlichen Einfluss auf die Umwelt und sozialen Gefüge der anliegenden Ortschaften ausüben, wird von ihnen auch ausdrücklich eine besondere Verantwortung und Wiedergutmachung gegenüber der Gesellschaft gefordert.

Quelle: Deutsche Botschaft, Lima

Erwartung an Unternehmen

Sowohl Politik als auch Gesellschaft sind der Ansicht, dass Unternehmen hauptsächlich profitabel wirtschaften und mit ihren Produkten der Gesellschaft dienen sollten. Eine Ausnahme sind die Unternehmen des Bergbaus. Hier gibt es erhöhte Erwartungen an das soziale Engagement.

Es bestehen keine besonderen Erwartungen seitens Politik und Gesellschaft an deutsche Unternehmen, die über die an andere (einheimische und ausländische) gestellten hinausgehen.

Quelle: Deutsche Botschaft, Lima

Rahmenbedingungen

Initiativen der Wirtschaft

GLOBAL COMPACT Peru
Netzwerk vor Ort

Ansprechpartner vor Ort 

Focal Point of the GC in Peru
pactomundial (at) confiep.org (dot) pe
Mr. Jose Luis Altamiza
jaltamiza (at) confiep.org (dot) pe

GC Office Country Coordinator
Jonas Haertle
Email: haertle (at) un (dot) org

WORLD BUSINESS COUNCIL FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT 

Netzwerk vor Ort seit 2001

Ansprechpartner vor Ort 

PERU 2021
Henri Le Bienvenu
Executive Director
Toribio Polo 248, Piso 2
Miraflores
Lima 18 - Peru
Tel : +511 421-3801 / 421-3765 / 421-3795
Fax : +511 421-3801
E-mail: henrilebienvenu (at) peru2021 (dot) org
Web page: www.peru2021.org

Handlungsfelder

Armut

Eckdaten

  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Gesamt Bevölkerung: 70,44 Jahre; Männlich: 68,61 Jahre; Weiblich: 72,37 Jahre (2008 est.)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 29,53 Tote/1000 Geburten; Männlich: 32,02 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 26,93 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Unterernährung: 12% (2002/04)
  • Zugang zu sauberem Wasser: 83% (2004)
  • Zugang zu sanitären Einrichtungen: 63% (2004)
  • Human Poverty Index: Rang 28 von 108 (2007/2008)
  • Gini Index: 52 (2003)
  • Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 44,5 % (2006)

Unternehmensbeispiele

Kraft Foods Deutschland GmbH

CSR WeltWeit-Fallstudie: Nachhaltiger Kaffeeanbau in Kooperation mit der Rainforest Alliance

Port International Organics GmbH

CSR-WeltWeit Fallstudie: Unterstützung der Zivilbevölkerung nach einem Erdbeben in Peru

CSR-WeltWeit Fallstudie: Armutsbekämpfung durch Fairtrade

 

Bildung

Eckdaten

  • Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (Anteil am BIP): 2,5% (2006)
  • Schulpflicht: 6 – 16 Jahre
  • Einschulungsquote: 97% der schulpflichtigen Kinder (2004)
  • Alphabetisierung (Definition: ≥ 15jährige können lesen und schreiben): Gesamtbevölkerung: 87,7%; Männlich: 93,5%; Weiblich: 82,1% (2004 est.)
  • HDI Education Index: Rang 87 von 177: 0,872 (1 = max., 0 = keine Bildung)
  • Durchschnittliche Dauer des (Hoch-)Schulbesuchs: Gesamt: 14 Jahre, Männlich: 14 Jahre; Weiblich: 14 Jahre (2006)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer
http://peru.ahk.de/

GTZ Peru
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/643.htm

CIM Peru
http://www.cimonline.de/de/weltweit/311.asp

Konrad-Adenauer-Stiftung Auslandsbüro Peru
http://www.kas.de/proj/home/home/60/1/index.html

Unternehmensbeispiele

Port International Organics GmbH

CSR-WeltWeit Fallstudie: Armutsbekämpfung durch Fairtrade

Gesundheit

Eckdaten

  • Öffentliche Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP): 1,9% (2004)
  • Medizinische Versorgung: 117 Ärzte pro 100 000 Einwohner (2000- 2004)
  • Säuglingssterblichkeit: Total: 29,53 Tote/1000 Geburten; Männlich: 32,02 Tote/1000 Geburten; Weiblich: 26,93 Tote/1000 Geburten (2008 est.)
  • Müttersterblichkeit: 190 Tote/100 000 Geburten (1990-2004)
  • Kinderunterernährung: 8% der unter 5jährigen (1996- 2005)
  • HIV/AIDS Prevalence Rate (>15 Jahre): 0,5% (2003 est.)
  • HIV/AIDS Erkrankte: 82 000 Erkrankte (2003 est.)
  • HIV/AIDS Tote: 4 200 (2003 est.)
  • Lebenserwartung: Gesamt Bevölkerung: 70,44 Jahre; Männlich: 68,61 Jahre; Weiblich: 72,37 Jahre (2008 est.)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer
http://peru.ahk.de/

GTZ Peru
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/643.htm

CIM Peru
http://www.cimonline.de/de/weltweit/311.asp

Konrad-Adenauer-Stiftung Auslandsbüro Peru
http://www.kas.de/proj/home/home/60/1/index.html

Unternehmensbeispiele

Siemens AG

CSR WeltWeit-Fallstudie: Safe Water Kiosk – mobile Filteranlagen für eine nachhaltige Wasserversorgung

Port International Organics GmbH

CSR-WeltWeit Fallstudie: Armutsbekämpfung durch Fairtrade

Politische Mitwirkung

Eckdaten

  • Wahlrecht: 18 Jahre; universell und verpflichtend bis 70 Jahre
  • Rangliste der Pressefreiheit: Rang 117 von 169 (2007)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer
http://peru.ahk.de/

GTZ Peru
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/643.htm

CIM Peru
http://www.cimonline.de/de/weltweit/311.asp

Konrad-Adenauer-Stiftung Auslandsbüro Peru
http://www.kas.de/proj/home/home/60/1/index.html

Teilhabe

Eckdaten

  • Frauenanteil unter den Arbeitnehmern: 46% (1994-2005)
  • Ethnische Gruppen: Ureinwohner 45%, Mestizen 37%, Weiße 15%, Schwarze, Chinesen, Japaner und andere 3% (2006 census)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer
http://peru.ahk.de/

GTZ Peru
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/643.htm

CIM Peru
http://www.cimonline.de/de/weltweit/311.asp

Konrad-Adenauer-Stiftung Auslandsbüro Peru
http://www.kas.de/proj/home/home/60/1/index.html

Unternehmensbeispiele

Port International Organics GmbH

CSR-WeltWeit Fallstudie: Armutsbekämpfung durch Fairtrade

Umwelt

Eckdaten

  • Emission CO2: 0,1% vom Weltgesamtausstoß (2004)
  • Emission CO2 pro Kopf: 1,1t (2004)
  • Energieverbrauch: 22,59 Millionen kWh (2005)
  • Wasserverbrauch (Haushalte/Industrie/Landwirtschaft): Total: 20,13 km3/Jahr (8%/10%/82%); Pro Kopf: 720 m3/Jahr (2000)
  • Wasser-, Solar-, Wind-, Geothermalengerie: 12,8 % des Primärengerieverbrauchs (2005)

Akteure

Als Akteure kommen grundsätzlich Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, CIM etc.), Handels- und Außenhandelskammern, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Ministerien (Industrieministerium, Ministerium für kleine und mittelständische Unternehmen) und politische Stiftungen (beispielsweise Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung oder Konrad-Adenauer-Stiftung) in Frage.

Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer
http://peru.ahk.de/

GTZ Peru
http://www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/643.htm

CIM Peru
http://www.cimonline.de/de/weltweit/311.asp

Konrad-Adenauer-Stiftung Auslandsbüro Peru
http://www.kas.de/proj/home/home/60/1/index.html

Unternehmensbeispiele

Bayer AG

CSR WeltWeit-Fallstudie: Bayer AG - Strategische Partnerschaft mit United Nations Environment Programme im Bereich Jugend und Umwelt

Siemens AG

CSR WeltWeit-Fallstudie: Safe Water Kiosk – mobile Filteranlagen für eine nachhaltige Wasserversorgung

Port International Organics GmbH

CSR-WeltWeit Fallstudie: Armutsbekämpfung durch Fairtrade

Daten & Fakten

Land: Republik Peru
Hauptstadt: Lima
Fläche: 1,28 Mio. km²
Bevölkerung: 27 Mio.
Politisches System: Präsidialrepublik
Arbeitslosenquote: 6,9 %, plus weitverbreitete Unterbeschäftigung (2007 est.)
Inflationsrate (CPIX): 1,8 % (2007 est.)
BIP: 109,1 Mrd. USD (2007 est.)
BIP/Kopf: 7 800 USD (PPP, 2007 est.)
Religionen: römisch-katholisch: 95%, verschiedene christliche Kirchen
HDI: Rang 87 von 177 (2007/2008)
CPI: Rang 72 von 179 (2007)
BTI: Status Index: Rang 38 von 125; Management Index: Rang 40 von 125 (2008)